Eschweiler: Beim DLRG ist er mit 13 Jahren schon ein alter Hase

Eschweiler: Beim DLRG ist er mit 13 Jahren schon ein alter Hase

„Ich habe früher schon hier mitgemacht.” Kevin Kloubert lehnt sich bei diesen Worten entspannt im Boot zurück und lässt den Blick über den Rursee schweifen.

Mit diesem „hier” meint er die Jugendwachwoche, die die DLRG-Ortsgruppe Weisweiler einmal jährlich in Woffelsbach abhält. Ein wenig drollig klingt es schon, wenn Kevin Kloubert von früher spricht. Er ist selbst gerade einmal 13 Jahre alt und tatsächlich schon ein alter Hase. Das gilt nicht für alle Teilnehmer. Für viele ist die Jugendwachwoche der erste Schritt zum Rettungsschwimmer.

In Woffelsbach (und den restlichen Stationen am Rursee) geben sich die Ausbildungsleiter alle erdenkliche Mühe, dass es nicht beim ersten Schritt bleibt. Für die Mädchen und Jungen, die in der Regel ab zwölf Jahre alt sind, stehen Theorie und Praxis rund ums Rettungsschwimmen auf dem Programm. „Und auch jede Menge Spaß”, sagt Ralf Reisgen, stellvertretender Vorsitzender und stellvertretender Einsatzleiter der Ortsgruppe. Will heißen: Was zu lernen ist, wird meist spielerisch vermittelt. Ralf Reisgen ist vom Eifer des Nachwuchses auf jeden Fall begeistert. „Jugendliche, die in den Sommerferien freiwillig lernen - das ist super!”

Die Weisweiler Gruppe absolviert die Jugendwachwoche nicht alleine. Seit 1981 pflegt die Ortsgruppe einen regen freundschatftlichen Austausch mit der Ortsgruppe Hoengen. Mit über 20 Rettungsschwimmern (und solchen, die es noch werden wollen) waren die beiden Gruppen am Rursee. Das kleine Einmaleins des Rettungsschwimmens lernten die meisten sehr rasch.

Die ersten Palstek-Knoten saßen schnell, und auch die Rettungsgeräte lernten die Kinder und Jugendlichen kennen. Ausprobieren gehörte dann natürlich auch gleich immer dazu. Wer will sich auch nicht einmal wie die Fernseh-Rettungsschwimmer David Hasselhoff oder Pamela Anderson in die Fluten stürzen? Bei dem heißen Wetter war das eine sehr gelungene Abwechslung. Die Abkühlung wurde dann auch gleich immer wieder genutzt, um etwa einen anderen aus dem Wasser abzuschleppen oder mit den passenden Griffen aus dem Wasser zu ziehen.

„Wir lassen die Jugendlichen aber auch gleich aktiv mitarbeiten”, betont Ausbildungsleiter Gerhard Meschke. Als Kevin Kloubert geboren wurde, hatte Meschke erstmals Kontakt zum DLRG - bei einer Jugendwachwoche. Die Ortsgruppe Weisweiler betreut den Rursee das ganze Jahr über. Jeder Rettungsschwimmer ist fünf- bis sechsmal pro Jahr dort im Einsatz. Nachwuchs ist somit gerne gesehen - und auch dringend nötig. Denn während der Einsätze in Woffelsbach sowie an den „Außenstellen” Eschauel und Eiserbach gibt es allerhand zu tun. Glücklicherweise sind die „ganz krassen” Einsätze sehr selten.

Die DLRG-Mitglieder sind aber irgendwie wie die Mädchen für alles. Das wird bei einem Besuch bei Dienststellenleiterin Celina Wolf deutlich. Kaum hat die 21-Jährige mit ihren fünf Helfern die Türen am Eiserbach geöffnet, geht es auch schon los. „Wo sind die Toiletten?” oder „Kann man hier Boote mieten?” sind nur zwei der vielen Fragen, die gefühlte 1000-mal täglich beantwortet werden.

Mal muss ein Insektenstich versorgt werden, ein anderes Mal ist jemand in eine Scherbe getreten. Egal was es ist, die DLRG hilft. Wachsamkeit ist dringend nötig. Es gibt viele Badegäste, die gerne mal auf rutschige Geländer steigen und von dort ins Wasser springen. Manchmal bleibt es beim Versuch, dann sind die DLRG-Mitarbeiter gefragt, wenn sie das drohende Unheil nicht schon vorher gesehen haben.

Celina Wolf ist seit sieben Jahren im Wachdienst und hat - wie es eben üblich ist - mit steigender Erfahrung auch mehr Verantwortung übertragen bekommen. Sie - und natürlich auch die anderen Leiter und Ausbilder - gehen als gute Beispiele voran. Für Gerald Meschke ist die „sehr junge Organisation” ein großer Vorteil. Im Schnitt seien die DLRGler 20 bis 30 Jahre alt. Zudem werde neben der Jugendwache auch sehr viel mehr angeboten.

Kevin Kloubert kennt alle diese Angebote nur zu gut. Noch zwei Jahre muss er warten, bis er „richtiger” Rettungsschwimmer ist. In den aktiven Dienst kann der Nachwuchs erst mit dem DLRG-Rettungsschwimmabzeichen in Silber, und um das zu erwerben, muss man mindestens 15 Jahre alt sein. Kevin Kloubert wird die Zeit mit viel Üben und der einen oder anderen Jugendwachwoche sicherlich herumbekommen.