Eschweiler: Bei der Fußball-EM keine Mega-Leinwand auf dem Markt

Eschweiler: Bei der Fußball-EM keine Mega-Leinwand auf dem Markt

Den WM-Sieg vor zwei Jahren haben Hunderte vor der Großleinwand verfolgen können. Wenn am 10. Juni die Europameisterschaft beginnt, wird auf dem Marktplatz kein Public Viewing im großen Stil mehr aufgezogen. Die beiden Marktwirte Jannis Argiriou (Der Grieche) und Michael Esser (Mexi & Co.) entschlossen sich, keinen großen Bildschirm mehr zu ordern. Zu hoch sei das Risiko, zu sehr seien die Kosten gestiegen, hieß es am Montag.

Rainer Neitzel vom Eschweiler Ordnungsamt bestätigt, dass derzeit keine Anfragen für ein großes Public Viewing auf dem Marktplatz vorlägen. Eine solche Veranstaltung müsste nämlich von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Polizei genehmigt werden. Im Rahmen dieses Verfahrens wird auch geprüft, welche Sicherheitsauflagen zu erfüllen sind. Dazu ist jetzt nicht gekommen, gleichwohl räumt Neitzel ein: „Nach den Anschlägen von Paris und Brüssel sind die Menschen und auch die Behörden sensibler geworden.“

So ganz auf Fußball müssen die Marktbesucher in den EM-Wochen natürlich nicht verzichten. Die beiden Wirte werden vor ihren Lokalen die Möglichkeit zum „Rudelgucken“ geben. „Ich habe eigens eine drei mal drei Meter große Leinwand angeschafft“, sagt Esser. Sie soll so an seiner Gaststätte angebracht werden, dass Richtung Peter-Paul-Kirche nach Aussage Essers Raum für bis zu 500 Sitz- und bis zu 400 Stehplätze entsteht. Mit der Pfarrgemeinde sei bereits gesprochen worden. Ähnlich will es Jannis Argiriou handhaben, der mehrere Leinwände und Fernseher einsetzen möchte, damit man die Fußball-Europameisterschaft verfolgen kann. Alle Spiele sollen gezeigt werden.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren bekamen die beiden Marktwirte auch die Wetterkapriolen deutlich zu spüren. Zwar sicherte sich die Deutsche Nationalmannschaft den Titel, aber das Unwetter beim Endspiel fegte den Marktplatz leer. „Wir haben unsere Einnahmen über Sponsoren und vor allem Getränke erzielt“, berichtet Esser. Die Einnahmen waren mit dem Gewitterschauer am Finaltag im wahrsten Sinne des Wortes verregnet. Die aktuelle Sicherheitslage ließ Esser und Argiriou ebenfalls nicht ruhig schlafen. „Wir tragen als Veranstalter die volle Verantwortung, falls etwas passiert“, sagt Argiriou. Gemeinsam kamen sie deswegen zum Entschluss, keine große Leinwand auf dem Markt zu errichten.

Geringe Beteiligung

Die Entscheidung dürfte auch durch die Tatsache leichter gefallen sein, dass andere Marktwirte sich bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren nicht oder nur gering an den Kosten und damit an das Risiko des Public Viewings beteiligt haben. Dies hat in der Vergangenheit immer wieder für Missstimmung gesorgt. Nach den Spielen auf der großen Leinwand profitierten allerdings alle Gaststätten am Markt vom Zuschauerstrom.

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