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Eschweiler: Bei den Jecken ist Stühlerücken angesagt

Eschweiler : Bei den Jecken ist Stühlerücken angesagt

Beim Blick in deutsche Gesetzblätter vergeht dieser Tage so manchem Karnevalisten das Lachen. Denn die stetig steigende Regelungsflut verschont auch den organisierten Frohsinn nicht.

So werden einige Festhallen und -säle der Indestadt in der kommenden Session mit einem - wenn auch nur leichten - amtlich verordneten Rückgang der Besucherzahlen rechnen müssen. Schuld ist die verschärfte Verordnung für Versammlungsstätten. Diese sieht unter anderem neue Brandschutzrichtlinien vor.

Es gab Abweichungen

Im Eschweiler Sitzungskarneval ist jetzt Stühlerücken angesagt: Die Festhalle Dürwiß verliert rund 100 Sitzplätze, in der Festhalle Weisweiler müssen die Narren erstmals an schmäleren Tischen Platz nehmen.

„Im vergangenen Jahr gab es in den beiden Hallen einige Abweichungen von den ursprünglich genehmigten Bestuhlungsplänen. Dem müssen wir Einhalt gebieten, gerade vor dem Hintergrund der neuen Brandschutzrichtlinien”, erklärt Franz-Josef Prinier, Leiter der städtischen Bauaufsicht. Das Amt sei zwar stets bemüht, im Sinne der betroffenen Vereine „das Maximale an Sitzplätzen rauszuholen”, doch gehe letztlich die Sicherheit der Besucher vor. Prinier: „Die Vereine sind mit im Boot, die Zusammenarbeit ist gut.”

Mit verschiedenen privaten Saalbetreibern arbeite die Verwaltung zurzeit an der Mängelbeseitigung. Die städtischen Hallen seien bereits für den Sitzungskarneval gut gerüstet.

Breitere Fluchtwege

„Der Gesetzgeber legt die Latte von Jahr zu Jahr höher”, klagt indes Helmut Gühsgen, der Vorsitzende der Dürwisser Narrengilde. So verlören die Vereine in der Festhalle Dürwiß knapp 100 Sitzplätze - der ist unter anderem für breitere Fluchtwege im Saal vonnöten. „Die Zahl ausverkaufter Sitzungen ist lange vorbei, deshalb trifft uns diese Neuerung nicht so hart wie viele kleine Veranstalter”, meint Gühsgen.

Es sei die Vielzahl der unterschiedlichsten Regelungen - von der TÜV-Prüfung für den Festwagen bis hin zur obligatorischen Brandwache - die das Vereinswesen in ihrer Masse bedrohten: „Das ist ein schmaler Grat. Sicherheit ist natürlich nötig” Raimund Kamps, Präsident der Roten Funken Weisweiler, geht noch einen Schritt weiter und schimpft über einen „kleinkarierten Bürokratismus”, der inzwischen seltsame Blüten treibe.

Kamps: „Die Vereine werden immer häufiger zur Ader gelassen. Ich verstehe das schon längst nicht mehr.”

Komitee-Präsident Norbert Weiland sieht dagegen keine Probleme: „Es tut zwar weh, wenn Plätze wegfallen - aber wir halten uns an die Vorschriften.”