Bei 7X Sommer in Eschweiler besuchen Leser die Feuerwehr

7x Sommer in Eschweiler : Feuerwehr ist mehr als „nur“ Brandschutz

Unsere Leser erleben die Arbeit der Feuerwehrleute hautnah und erhalten einen exklusiven Einblick in der Florianwache im Rahmen unserer Serie „7X Sommer“.

„Voralarm RTW!“ hallt es laut durch die Florianwache der Eschweiler Feuerwehr. Schnell eilen zwei Retter mit Instruktionen in der Hand in die Fahrzeughalle. Dort stehen mehrere „RTW“, also Rettungswagen, bereit. Mit einem kurzen Zug an einer Leine, die von der Decke der Garage hängt, öffnet sich ein bereites Tor, während die beiden Männer zügig, aber unaufgeregt, in das Auto steigen, das das Gelände daraufhin mit Blaulicht verlässt. Kurz danach ertönt auch das Martinshorn. „Das ging ja schnell“ kommentierte ein erstaunter Leser unserer Zeitung das Geschehen, der gemeinsam mit weiteren Abonnenten am vergangenen Dienstag an unserer „7X-Sommer“-Tour durch die Florianwache teilnahm. Kurz zuvor hatte die Gruppe den Rettungswagen noch gemeinsam mit Feuerwehrchef Axel Johnen unter die Lupe nehmen können.

Viele Aufgaben der Rettungskräfte

Doch bevor es für die Leser an diesem Tag in die Fahrzeughalle ging, stand erst einmal ein wenig Theorie auf dem Programm. Dazu begrüßte Johnen gemeinsam mit Oberbrandmeister Arno Korf die Leser im Vortragsraum der Wache. Dort erfuhren sie alles über den organisatorischen Aufbau vom „Amt 37“, wie das Amt für „Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz“ offiziell genannt wird, sowie über die Aufgaben der Rettungskräfte. Diese bestehen bei weitem nicht „nur“ aus dem Brandschutz, wie Johnen betonte. „Der Rettungsdienst und der Krankentransport sind unser eigentliches „Hauptgeschäft“, sagte der Feuerwehrchef, und belegte dies mit einigen Zahlen. Im vergangenen Jahr fuhren die Retter zu insgesamt 11.894 Einsätzen: 412 davon waren Brandeinsätze, dazu kamen 973 Hilfeleistungen. Der Rettungsdienst verließ 6.873 Mal die Feuerwehrwache. Dazu kommen 3.472 Krankentransporte sowie 168 sogenannte „First Responder KTW“-Einsätze, sowie 164 „First Responder HLF“-Einsätze. Letztere sind eigentlich Notfälle mit Verletzten zu denen Rettungswagen fahren müssten, jedoch ein Löschfahrzeug geschickt wird.

Dies wird gemacht wenn nicht genug Rettungswagen zur Verfügung stehen. „Wundern sie sich also nicht, falls Sie einmal den Notruf wegen eines Verletzten rufen, ein Löschfahrzeug zu Ihnen kommt“, erklärte Johnen den erstaunten Zeitungslesern. Danach ging es in die Einsatzzentrale, in der die Notrufe eingehen und von wo aus die Rettungseinsätze koordiniert werden.

Scherzanrufe vermeiden

Nicht nur zu Land ist die Eschweiler Feuerwehr unterwegs. Dieses Boot nutzen die Retter bei Einsätzen auf dem Blausteinsee, erklärte Johnen den Besuchern. Foto: Timo Müller

Um den Missbrauch der Notrufnummer durch „Scherzanrufe“ zu erschweren, können die Retter selbst Handys, die ihre eigene Nummer nicht mitsenden, identifizieren. Das habe zu einem großem Rückgang dieser störenden und auch gefährlichen Anrufe geführt, erläuterte Johnen. Auf die Frage eines Lesern, ob die Feuerwehr die Handys auch orten könne, erklärte der Wehrchef, dass dies aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich sei, und dass nur die Polizei oder die Staatsanwaltschaft über solche Befugnisse verfüge.

Weiter ging es in eine Fahrzeughalle, wo unsere Leser die Rettungswagen und Löschfahrzeuge aus der Nähe begutachten konnten, und auch selbst einmal Platz hinter dem Steuer nehmen durften. Doch nicht nur Landfahrzeuge fanden unsere Leser im Fuhrpark der Retter. Die Eschweiler Feuerwehr verfügt auch über ein Schlauchboot, welches einsatzbereit auf einem Anhänger steht, und zumeist für Einsätze auf dem Blausteinsee genutzt wird.

Schlauchwäsche

Weiter ging es dann im Keller der Wache. Dort wurden die Leser Zeugen einer Schlauchwäsche. Dazu werden diese in eine lange Maschine eingespannt, die sie nach der erfolgreichen Säuberung auch wieder zusammenrollt. Nach einem kurzen Besuch im Wartungsraum für die Atemschutzgeräte und einer Besichtigung des Rauchraumes, in der die Retter unter realen Bedinungen Einsätze trainieren können, ging es am Ende unserer Tour auf den Vorplatz, wo unsere Leser die Möglichkeit hatten, Platz im Korb des Drehleiterwagens zu nehmen. Dieser wurde dann auf 30 Meter Höhe gefahren. Trotz leichten Regens ließen sich viele auf das schwindelerregende Abenteuer ein, und wurden mit einer Aussicht belohnt, die sie sicher so schnell nicht vergessen werden.

Wer vielleicht selber einmal zu Schlauch und Axt greifen möchte, findet online unter www.eschweiler-feuerwehr.de viele Informationen.

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