Barrierefreier Umbau des Hauptbahnhofs Eschweiler

Ausbau der Bahnstrecke und des Hauptbahnhofs: Bald geht es barrierefrei in die Züge nach Köln und Aachen

Die Bauarbeiten am Hauptbahnhof in Eschweiler sind seit September in Gange. Am Dienstag folgte nun der symbolische Spatenstich, zu dem der NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst anreiste.

Schließlich werden insgesamt 65 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren in Eschweiler und Rothe Erde investiert.

Das Warten hat ein Ende – dies gilt in Eschweiler im doppelten Sinne. Mit dem Ausbau der Bahnstrecke zwischen Aachen und Köln soll es schließlich seltener zu Verspätungen der Züge kommen. Zugleich wird der Hauptbahnhof in Eschweiler saniert und barrierefrei. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde, fasste die Haltung vieler Bürger in einem Satz zusammen: „Endlich ist es so weit!“ Der Wunsch nach einem attraktiven ÖPNV-Verknüpfungspunkt bestehe schließlich schon lange. Allerdings werden auch in der Vorweihnachtszeit nicht alle Wünsche erfüllt: Die Aufweitung des Sticher Tunnels wird noch dauern.

Foto: Grafik/ZVA

Die Arbeiten an der Bahnstrecke in Eschweiler ist Teil eines Pakets von Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass der Fahrplan stabilisiert werde, wie es Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land NRW, beschrieb. Dies gelte sowohl für den Personen-, aber auch für den Güterverkehr. Am Eschweiler Hauptbahnhof werden die Überholgleise auf 750 Meter verlängert. Dies ist notwendig, damit Güterzüge dort den Weg freimachen können für die schnelleren Personenzüge. „Damit sind wir auch gut für die Zukunft aufgestellt, denn in Zukunft wird der Güterverkehr weiter zunehmen und die Züge werden damit länger“, teilte Lübberink mit.

Wenn ein NRW-Minister anreist, dann wird erfahrungsgemäß ein Großer Bahnhof veranstaltet. Hendrik Wüst wurde am Dienstag dann gleich doppelt symbolisch tätig, als er zunächst zum Spaten griff und wenig später auch mit anderen Verantwortlichen der Politik und Bahn ein Band auf der provisorischen Fußgängerbrücke durchzuschneiden. Zuvor hatte er an die „Investitionen in Schiene und Straße“ erinnert. 1,3 Milliarden Euro stünden dazu in diesem Jahr bereit. Ziel sei es, das Angebot des ÖPNV zu verbessern. „Man könnte natürlich den Benzinpreis verdoppeln, um die Menschen in Bus und Bahn zu bringen, aber das ist nicht unser Ansatz“, meinte er.

In der unmittelbaren Nähe des Hauptbahnhofs kann bald eine weitere Baustelle entstehen. Im Investitionsprogramm des Nahverkehrs Rheinland ist ein Parkhaus mit 300 Stellplätzen aufgelistet. Etwa 7,8 Millionen Euro soll es kosten, wobei der Bau mit etwa sieben Millionen Euro gefördert wird. Wie der Technische Beigeordnete Hermann Gödde betonte, sei es nicht unmittelbar neben dem Bahnhofsgebäude, sondern auf der anderen Seite, südlich der Gleise vorgesehen. Erste Gutachten wurden bereits eingeholt. Mit einem Baustart ist allerdings erst im Jahr 2020 zu rechnen. Am Bahnhof unmittelbar sei eine sogenannte Mobilstation für Carsharing, Fahrrad und mehr denkbar.

Die Arbeiten am Hauptbahnhof in Eschweiler sind gekoppelt an der Schließung des Bahnübergangs Jägerspfad. Dort fällt die Schranke allerdings erst endgültig, wenn auch die Bahnüberführung an der Burgstraße fertiggestellt ist. Der Zeitplan am Hauptbahnhof sieht vor, dass zunächst der Bahnsteig am historischen Gebäude erneuert wird. Anschließend folgen der Neubau des Dachs und der weiteren Bahnsteige. Die Signaltechnik, das neue Stellwerk und die Oberleitungen werden im zweiten Halbjahr 2019 gebaut. In der ersten Jahreshälfte 2020 ist vorgesehen, den Bahnsteig 3, die Wetterschutzhäuser und die Aufzüge zu errichten.

Während der Bauarbeiten wird es auch für Bahnnutzer zu Beeinträchtigungen kommen. Im nächsten Jahr sind zwei Vollsperrungen vorgesehen: während der Herbstferien vom 13. bis 21. Oktober sowie an einem Dezemberwochenende (voraussichtlich 7. bis 9. Dezember). In dieser Zeit wird ein Schienenersatzverkehr angeboten. In etwa 50 Nächten wird die Strecke zusätzlich für maximal sechs Stunden gesperrt, was keine Auswirkungen für Bahnnutzer haben soll.

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