Eschweiler: Bammel vor der künftigen Verwandtschaft

Eschweiler: Bammel vor der künftigen Verwandtschaft

Die Mitgliedschaft in diesem elitären Kreis bedeutet die Zugehörigkeit zum Eischwiele Fastelovends-Hochadel. Im Jahr 1956 wurde die „Traditionsgemeinschaft der Karnevalsprinzen” ins Leben gerufen.

Nach wie vor unterhält diese Gemeinschaft, der momentan 37 ehemalige Narrenherrscher der Indestadt angehören, im Haus Lersch einen Stammtisch, der einmal im Monat zusammenfindet. Ehrensache, dass die amtierende Tollität samt Gefolge seinen Vorgängern während der Session einen Besuch abstattet.

Am Donnerstag war es nun wieder soweit: „Prinzenball” im Hause Lersch. Und zur Feier des Tages hatten sich zahlreiche Ex-Prinzen und ehemalige Zeremonienmeister sowie deren bessere Hälften bunt kostümiert eingefunden, um einmal mehr Brauchtum und Tradition zu pflegen.

Ausgezeichnete Narren

Nach der Begrüßung durch den „Stubenältesten” Ralf Boltz sorgte Alleinunterhalter Jürgen Meier für ausgelassene Stimmung, bevor die Ehrung der „Jubilarprinzen” auf dem Programm stand: Männ I. Dohmen (44 Jahre; Zeremonienmeister Josef Rosenbaum), Engelbert I. Gey (40 Jahre; Zeremonienmeister Ralf Boltz), Hubert I. Gilles (33 Jahre; Zeremonienmeister Heinz Brocks), Heinz II. Jansen (30 Jahre; Zeremonienmeister Heinrich Birfeld), Georg II. Mathar (25 Jahre; Zeremonienmeister Josef Hillemacher), Arno I. Göbbels (22 Jahre; Zeremonienmeister Hans-Peter Bücken-Brendt), Hans IV. Krott (11 Jahre; Zeremonienmeister Frank Jansen) und Helge I. Dickmeis (10 Jahre; Zeremonienmeister Detlef Frohn) wurden ausgezeichnet.

Arno Göbbels erhielt für 2x11 Jahre zusätzlich den Ehrenkrug, Georg Mathar ließ es sich nicht nehmen, zu seinem Jubiläum einen Button mit seinem Prinzenorden zu verteilen.

Leuchtende Augen

Der Höhepunkt des Abends nahte, als zunächst die Prinzenbläser und dann Zeremonienmeister Gregor seine Tollität Alfred III. ankündigten, dem seine Vorgänger einen wahrhaft würdigen Empfang bereiteten. „Vor dieser Session haben Gregor und ich mit einigen von euch Gespräche geführt und in ausschließlich leuchtende Augen geblickt.

Alle haben uns versichert, dass uns eine unvergessliche Zeit erwartet. Und jetzt wissen wir: Ihr hattet Recht!”, dankte der Amtsinhaber den „Ehemaligen”, um wenig später mit „Tatü, Tata ...”, „Und jetzt die Hände in die Höhe” sowie einem Schlager-Medley vom Feinsten den Saal zum Kochen zu bringen.

„Vor diesem Termin hatte ich ein wenig Bammel, schließlich sind wir ja demnächst verwandt”, räumte Prinz Alfred III. abschließend ein. Ein Hinweis, den Ralf Boltz sofort aufnahm. „Vor der Verwandtschaft haben die Götter den Schweiß gesetzt”, wies er die Tollität darauf hin, dass Voraussetzung für die Aufnahme in die „Traditionsgemeinschaft” das Bestehen einer wahrlich „schweren” Prüfung sei.

„Bis jetzt ist allerdings noch niemand durchgefallen”, machte der Stubenälteste dem Narrenherrscher Hoffnung. „Schließlich verstehen wir uns alle hier als Gleiche unter Gleichen”, betonte Ralf Boltz.