Zustand akzeptabel: Bahnhof auf dem Sprung nach oben

Zustand akzeptabel : Bahnhof auf dem Sprung nach oben

Die Bahn klopft sich selbst auf die Schulter. Nie zuvor hat es im Bereich des Nahverkehrs Rheinland (NVR), der von der niederländischen Grenze bis ins Oberbergische und von Heinsberg bis Euskirchen reicht, so viele Bahnhöfe gegeben, deren Zustand die Bahn als akzeptabel bezeichnet.

Von 200 Stationen erhielten 2018 immerhin 163 die Kennzeichnung Grün (akzeptabel), 26 mussten sich mit Gelb zufrieden geben (noch akzeptabel), und elf wurden mit Rot als nicht akzeptabel gekennzeichnet. Im Jahr davor waren dies nur acht.

Schwer zu schaffen macht dem Zweckverband Vandalismus an Stationen. „In einigen Fällen werden instandgesetzte Ausstattungsmerkmale bereits nach kurzer Zeit wieder beschädigt. Eingeschlagene Vitrinenscheiben, zerstörte Scheiben des Wetterschutzes oder großflächige Graffiti sind keine Seltenheit an manchen Stationen“, sagt Stephan Santelman, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland. „Der NVR sucht gemeinsam mit den Eisenbahninfrastruktur-Akteuren nach Lösungen zum Umgang mit Vandalismus.“

„Noch akzeptabel“

Auch die Euregio-Verkehrsschienennetz-GmbH (EVS), die das Schienennetz in der Region stellt und betreut, weiß da ein Lied von zu singen und klagt über ständige Zunahme an Zerstörungen. Allein an den 18 Stationen der EVS summieren sich die Vandalismusschäden auf eine sechsstellige Summe jährlich.

Eschweilers Hauptbahnhof wird von den Regionalexpresslinien 1 und 9 angefahren. Montags bis freitags steigen hier im Schnitt 920 Fahrgäste ein. In Langerwehe, wo zu den beiden genannten noch die Regionalbahn 20 hält, sind es 1400.

Eschweilers Hauptbahnhof ist einer von 28 Bahnhöfen der Kategorie vier im Verkehrsverbund. Das heißt: Neben der für alle Bahnhöfe verbindlichen Grundausstattung (unter anderem Bahnsteig, Bahnhofnamensschild, Fahrplanauskunft, Flächen für Fahrkartenautomaten oder -entwerter, Wegeleitsystem und Abfallbehälter) verfügt er über Sitzgelegenheiten, Wetterschutz, Bahnhofsuhr beziehungsweise Zeitangabe und eine dynamische Reisenden-Information bei Abweichungen vom Fahrplan.

Eschweilers Hauptbahnhof bringt es im Bahn-Ranking auf dennoch nicht auf mehr als 85,3 Punkte und gilt damit als „noch akzeptabel“. Das könnte sich bei der nächsten Bewertung schon grundlegend ändern: Schließlich wird der Hauptbahnhof seit Monaten einem grundlegenden Facelift unterzogen. Dabei werden vor allem die Bahnsteige erneuert und auf 220 Meter verlängert: Voraussetzung dafür dass künftig der Rhein-Ruhr-Express (RRX) hier halten kann. Gleichzeitig wird der Bahnhof barrierefrei hergerichtet. Statt der alten Unterführung, die meist eher an ein öffentliches Urinal erinnert, und der jetzigen provisorischen Fußgängerbrücke bringen künftig Aufzüge die Fahrgäste zu den Bahnsteigen. Zudem bekommt die bahnseitige Front des historischen Bahnhofsgebäudes ein neues Vordach. Die Baumaßnahmen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Finanziert wird die Ausbaumaßnahme aus dem Förderprogramm „RRX Außenäste“.„Außenäste“ lehnen sich an die Stationshalte der heutigen Regional-Express-Linien an. Im Gegensatz zu den Stationen auf der Kernstrecke, wo der RRX perspektivisch einen 15-Minuten-Takt erhält, wird der RRX hier in einem 60-Minuten-Takt verkehren. Die Stationen werden für die Nutzung des RRX angepasst: Die Bahnsteige werden erhöht und verlängert. Ebenso wird der barrierefreie Zugang sichergestellt.

Gründlich verbessert wird auch der Bahnhof Langerwehe. Hier wird der Bahnsteig 4 auf 223,5 Meter verlängert, hier werden Weichen verlegt, Signalstandorte geändert und Bahnsteigdächer erneuert. Auch dies soll in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Mehr von Aachener Zeitung