Wiederaufbau der Röher Kirche: Ausstellung dokumentiert Wiederaufbau der Kirche St. Antonius

Wiederaufbau der Röher Kirche : Ausstellung dokumentiert Wiederaufbau der Kirche St. Antonius

Der 15. Mai 1977 ist als Schreckenstag in die Historie des indestädtischen Ortsteils Röhe eingegangen: Die Pfarrkirche St. Antonius wurde durch ein Feuer, dessen Ursache ungeklärt blieb, bis auf die Grundmauern zerstört. Im vergangenen Jahr erinnerten die Verantwortlichen der Gemeinde an das Geschehen vor damals vier Jahrzehnten.

Zwölf Monate später stand nun eine wesentlich freudigere Erinnerung im Blickpunkt. Denn die Bewohner der Ortschaft im Westen Eschweilers überwanden in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schnell den Schock und leiteten mit einem großartigen Kraftakt den sofortigen Wiederaufbau der Kirche ein.

Bereits im September 1978 konnte der neue Altar eingesegnet werden. Im Rahmen des Pfarrfestes präsentierte die von Pfarrer Andreas Züll geleitete Arbeitsgruppe, der Dieter Spiertz, Willi Hilgers, Klaus Minge, Günter Schiffeler, Ursula Krings, Albert Krings sowie Klaus Fehr angehörten, am vergangenen Wochenende eine Ausstellung, die den Wiederaufbau des Gotteshauses dokumentierte.

Darüber hinaus stellten die Mitglieder der Arbeitsgruppe während der Ausstellungseröffnung am Samstag den restaurierten Messkelch vor, der während des Familiengottesdienstes am Sonntagvormittag erstmals wieder liturgisch genutzt wurde.

„Heute ist ein Tag, an dem wir uns von Herzen freuen können. Dank des Engagements der Gemeindemitglieder vor 40 Jahren ist es uns heute nach wie vor möglich, hier Gottesdienst zu feiern“, begrüßte Günter Schiffeler die Gäste der Ausstellungseröffnung am Samstagnachmittag. Doch auch nachdenkliche Worte kennzeichneten seine kurze Ansprache: „Damals wurde der Wiederaufbau in keiner Weise kritisch hinterfragt. Wäre dies heute im Angesicht der zurückgehenden Zahl von Gottesdienstbesuchern, des Priestermangels sowie des Prozesses innerhalb des Kirchlichen Immobilienmanagements des Bistums Aachen ebenso selbstverständlich?“, stellte Günter Schiffeler eine Frage in den Kirchenraum, um seine Ausführungen mit einem „Vergelt‘s Gott“ in Richtung der für den Wiederaufbau der Pfarrkirche St. Antonius Röhe Verantwortlichen abzuschließen. Klaus Fehr blickte wenig später auf die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres, die im Zeichen der Erinnerung an den Wiederaufbau standen, zurück. So erinnerte er unter anderem an das von Mezzosopran Martina Garth und Organist Kristofer Kiesel, der auch am Samstag die Ausstellungseröffnung musikalisch untermalte, gestaltete Konzert im April dieses Jahres.

Abschließend äußerten Günter Schiffeler und Albert Krings gemeinsam ihre Hoffnung, dass von der Erinnerung an den Wiederaufbau der Kirche auch eine Signalwirkung in Richtung Zukunft ausgehen möge. Die Menschen bildeten als „lebendige Steine“ die Gemeinde und stünden in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass dieses Kirchengebäude nicht seinen Sinn und Zweck verliere. „Nehmen wir uns die Aufbauer als Vorbilder“, so Günter Schiffeler.

Nach der Ausstellungseröffnung startete das zweitägige Pfarrfest rund um Kirche und Pfarrheim, bei dem die jüngsten, jungen und junggebliebenen Gemeindemitglieder auf ihre Kosten kamen. „Auch viele ehemalige Röher streichen sich den Termin des Pfarrfestes im Kalender rot an und nehmen teil“, erklärte Pfarrbüromitarbeiterin Luzia Oellig, die nicht zuletzt auf die köstlichen Reibekuchen hinwies, die nach einem (natürlich) 40 Jahre alten Rezept zubereitet wurden.

(ran)