Eschweiler: Außergewöhnlich: Daniel Thoma fotografiert die Region mit der Drohne

Eschweiler: Außergewöhnlich: Daniel Thoma fotografiert die Region mit der Drohne

Einige Menschen haben eben Vorurteile. „Was ist das? Ist das zum Spionieren?“, fragte ein Mann in der Fußgängerzone, als Daniel Thoma vor wenigen Tagen dort seinen Multicopter flugfertig machte. Thoma reagierte gelassen und erklärte, wofür er das Fluggerät einsetzt, das im Volksmund in der Regel als Drohne bezeichnet wird.

Er fotografiert damit: zum Beispiel über die Hundsgracht in Richtung Bergrath (siehe oben), den Indemann, die Laufenburg oder auch das Eschweiler Krankenhaus. Und das aus einer Perspektive, die ein Fotograf nicht mal eben so einnehmen kann.

Keine negativen Erfahrungen

„Man hört viel Negatives“, wissen Thoma und sein Vater Hubert Kreutzkamp, der seinen Sohn regelmäßig zu den Fotoausflügen begleitet. Die beiden haben jedoch bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. „Wenn wir unterwegs sind, werden wir von vielen Menschen angesprochen. Bisher waren alle sehr interessiert“, sagt Thoma. Negative Reaktionen habe es noch nicht gegeben.

Daniel Thoma interessiert sich schon seit vielen Jahren fürs Modellfliegen, über seinen Bruder ist er an dieses Hobby gekommen. Im Internet las er irgendwann von Multicoptern — und schenkte sich einen zum vergangenen Weihnachtsfest. „Immer, wenn Zeit und Wetter es zulassen, bin ich mit dem Multicopter unterwegs“, sagt Thoma.

Aber wo darf man eigentlich fliegen? Grundsätzlich überall, wo vom Fluggerät niemand gefährdet wird. Manche Städte verbieten allerdings grundsätzlich den Flug über bewohntem Gebiet oder bestimmten Bereichen. Absolute Tabuzonen sind die Kontrollzonen der Flughäfen. Sie erstrecken sich in einem Radius von bis zu 1,5 Kilometer um Flughäfen herum. Wer hier fliegen will, muss sich beim Tower anmelden.

Privatgrundstücke sind tabu

Generell gilt: Es darf überall dort nicht geflogen werden, wo die Sicherheit von Menschen gefährdet wird. Das Überfliegen von Menschenansammlungen ist verboten. Ein Fotograf in Mecklenburg-Vorpommern wurde deshalb zu 1500 Euro Strafe verurteilt. Auch über Industrieanlagen oder Unglücksstellen darf keine Drohne aufsteigen. Privatgrundstücke sind ebenso eine Tabuzone. Deren regelmäßiges Überfliegen ist nicht gestattet. Auch das Berliner Regierungsviertel ist für Drohnen gesperrt. Grundsätzlich dürfen Drohnen nur in Sichtweite geflogen werden, also im Umkreis von rund hundert Metern um den Piloten und bis zu einer maximalen Flughöhe von hundert Metern.

Eine Aufstiegsgenehmigung

Für Daniel Thoma und Hubert Kreutzkamp ist das Einhalten dieser Regeln selbstverständlich. Da Thoma ein Nebengewerbe angemeldet hat, brauchte er eine allgemeine Aufstiegsgenehmigung für seinen Multicopter. 250 Euro kostet die für ein Jahr. Wenn die Drohne privat genutzt wird und nicht mehr als fünf Kilogramm wiegt, braucht man keine Flugerlaubnis.

Mehr als 3000 Euro hat Daniel Thoma, der als Anlagenmechaniker arbeitet, bislang in sein Fluggerät, das standardmäßig 1000 Gramm wiegt (dazu kommt noch etwas Zubehör) gesteckt.

Wenn er es vorführt, merkt man ihm die Begeisterung jedes Mal erneut an. Sechs Meter steigt die Drohne pro Sekunde, in wenigen Sekunden ist sie also schon beinahe aus dem Blickfeld verschwunden. Dann kommt eine ungewöhnliche Brille zum Einsatz. Von seiner unmittelbaren Umgebung nimmt Daniel Thoma mit dieser nur wenig wahr, dafür sieht er quasi mit den Augen des Multicopters und was dieser im Sekundentakt fotografisch festhält. Filmen ist auch möglich, sogar in Full HD (also besonders scharf), allerdings konzentriert sich Thoma auf die Fotografie.

Die meisten hiesigen Sehenswürdigkeiten hat er bereits abgelichtet. Er hat auch bereits die Annakirmes („Ich bin nicht über den Kirmesplatz geflogen, sondern habe von der Seite aus sicherem abstand fotografiert!“) und auch Fotos für ein Buch des Eschweiler Geschichtsvereins geschossen, das in Kürze erscheint.

Eine neue Perspektive

Auf großes Interesse stießen Aufnahmen, die er von der neuen Autobahnauffahrt Langerwehe gemacht hat. Daniel Thoma ist jedes Mal aufs Neue begeistert: „Für mich ist es jedes Mal schön, die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen.“ Wer sich weitere Aufnahmen ansehen möchte, findet diese auf seiner Facebookseite Thoma Medientechnik.