Eschweiler/Mulartshütte: Ausbildung mit Erholungsfaktor

Eschweiler/Mulartshütte: Ausbildung mit Erholungsfaktor

Etwas versteckt an der Zweifallerstraße und nur 15 Kilometer vom Aachener Zentrum entfernt liegt der Familien- und Bildungshof Auenland in Mulartshütte. Seit 2008 wird auf dem ehemaligen Erholungsgebiet für Busfahrer der ASEAG auf einer Fläche von 45.000 Quadratmetern Freizeitspaß und Jugendhilfe miteinander verbunden.

Auenlands-Geschäftsführer Zoran Medic und Roland Lommen erklären ihr Konzept, das sich auf drei Schwerpunkte konzentriert: Neben der klassischen Vermietung für Klassenfahrten und der Naherholung für Jugendliche mit zahlreichen Freizeitaktivitäten ist das Auenland Ausbildungsstätte für Garten- und Landschaftsbau. In Kooperation mit der ARGE werden hier Perspektiven für Jugendliche geschaffen, die auf dem ersten Ausbildungsmarkt weniger Chancen haben. Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung ist ein Hauptschulabschluss und der Besuch einer berufsvorbereitenden Maßnahme von mindesten sechs Monaten.

Zurzeit sind acht Auszubildende auf dem Familien- und Bildungshof angestellt. Ein halbes Jahr arbeiten die Auszubildenden selbst auf dem Gelände des Auenlands. Dort gibt es beispielsweise ein Pflasterübungsfeld und jede Menge Land zum Austoben. Danach werden sie in anderen Landschaftsbaubetrieben eingesetzt und durch einen kontinuierlichen Stützunterricht, der zusätzlich zur Berufsschule stattfindet, begleitet.

Auf Einladung des Auenlands machte sich Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers vor Ort ein eigenes Bild: „Das Konzept, Erholung und Ausbildung auf einem Gelände zu einen, halte ich für kreativ und sehr gewinnbringend für beide Seiten. Besonders die sozialpädagogische Unterstützung der Auszubildenden und den persönlichen Bezug zu den Betreuern halte ich für sehr wichtig, um Jugendliche ins Arbeitsleben zu integrieren und an feste Strukturen zu gewöhnen”, so die Abgeordnete.

Darüber hinaus steht das Auenland seinen Azubis mit Hilfen in allen Lebenssituationen zur Seite. An oberster Stelle steht hier die Sozialkompetenz, die die jungen Leute häufig erst erlernen müssen

Das Auenland feiert ebenso Feste ganz anderer Art wie Hochzeiten, Geburtstage und Kommunionen. Von April bis Oktober öffnet der Förderverein Auenland jeden ersten Sonntag im Monat seine Türen für jedermann. Das Freizeitangebot reicht von Bogenschießen, Kletterparcour, Wald-Rallye über Bastel- und Kreativstunden bis hin zu Kaffee und Kuchen. Der liebevoll gestaltete Außenbereich umfasst neu eingerichtete rustikale Mehrbettzimmer. Zimmernamen wie Frodo oder Gandalf runden die Anlage in Anlegung an an die Sage „Der Herr der Ringe” von Tolkien ab. Ein Highlight sind die Tipi-Zelte, die zusätzlich 30 Schlafplätze bieten.

„Ich kann nur jeder Familie in der Städteregion empfehlen, einen Nachmittag im Auenland zu verbringen. Es ist nicht nur ein ideales Ausflugsziel für Wanderer, sondern ebenso ein erholsamer Ort für einen Familienausflug”, sagt die Sozialdemokratin.

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