Eschweiler: Ausbilder Schmidt: Die „Anti-Lusche“ mit Gags und Sex-Appeal

Eschweiler: Ausbilder Schmidt: Die „Anti-Lusche“ mit Gags und Sex-Appeal

Seine Frau hat täglich eine halbe Stunde singend unter Dusche verbracht. „Die habe ich bei der GEMA angezeigt, und jetzt ist sie in zehn Minuten fertig“, erklärte der Ausbilder Schmidt dem amüsierten Publikum im Talbahnhof. Seine Ehefrau wünsche sich ohnehin einen NSA-Angestellten zum Mann, denn „der hört wenigstens zu“.

Seit mehr als zehn Jahren schlüpft Holger Müller in die Kunstfigur des Ausbilders bei der Bundeswehr, und dass sein witziger Drill noch lange nicht vor dem Zapfenstreich steht, bewies Schmidt mit seinem aktuellen Programm „Schlechten Menschen geht es immer gut“. Die personifizierte „Anti-Lusche“ nahm in seinem komischen Manöver die zahlreichen Gäste der Kleinkunstbühne unter humoristischen Dauerbeschuss.

Um politische Korrektheit kümmerte er sich dabei herzlich wenig — mit einer Ausnahme. Der Ausbilder fragte vorsichtig, ob „Frauen“ überhaupt noch so genannt werden dürfen. „Vielleicht heißt es korrekt inzwischen Un-Mann oder Menschen mit Menstruationshintergrund.“ Daraufhin brauchte Schmidt eigentlich keine weiteren Tipps geben, wie man ein schlechter Mensch wird, dem es immer gut gehe. Zur Belustigung des begeisterten Publikums im Talbahnhof tat er es dennoch: „Einfach mal auf einer Bio-Grillparty parallel alte Autoreifen verbrennen. Oder einer alten Dame eben nicht über die Straße helfen, aber die Gehhilfe schon mal mitnehmen.“

Der Ausbilder spielte interaktiv mit den „Rekruten“ im Publikum, begeisterte selbst „Zivis und andere Luschen“. Von seinem Namensvetter und oberstem „Raucher der Nation“, Helmut Schmidt, behauptete er: „Nach seinem Ableben wird keine Straße nach ihm benannt, sondern aus ihm gebaut.“ Um keine „Generation von bettnässenden Ja-Sagern“ heranzuziehen, habe der Ausbilder zunächst in Kindertagesstätten gewirkt, und sein nächstes Ziel sei der TV-Sender „Kika“: „Aus ,Pippi Langstrumpf‘ wird dann ,Kalle Ledernacken‘, die ,Glücksbärchis‘ werden zu den ,Pechpandas‘ und ,1,2 oder 3‘ heißt dann ,links zwo, drei, vier‘.“

Um seinen Sohn mit dem klangvollen Namen „Ruckzuck“ zu beeindrucken, versuchte Schmidt sich als Gangster-Rapper, versprühte reichlich „Sex-Appell“ bei einer Stripeinlage mit Überraschungseffekt. Der Mann, der mit Eimer und Gewehr zum Blutspenden geht, versorge sich selbst mit Adrenalin, indem er regelmäßig Clubheime der „Hells Angels“ aufsuche und frage: „Welcher Klemmschwester gehört das Moped vor der Garage?“

Auch in der Sauna habe er bereits seinen Adrenalinspiegel merklich erhöhen können, als er dort auf einen zwei Meter großen, 150 Kilogramm schweren Mann traf, der von Kopf bis Fuß tätowiert war. „Den habe ich gefragt: Na Kleiner, warst du beim Kinderschminken?“

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