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Utopischer Roman analysiert: Auf den Spuren von Hermann Hesses „Glasperlenspiel“

Utopischer Roman analysiert : Auf den Spuren von Hermann Hesses „Glasperlenspiel“

Die Evangelische Erwachsenenbildung bietet im Rahmen ihres Jahresthemas „Alles im Fluss. Leben mit Wandel und Veränderung“ eine mehrteilige Besprechung des Romans „Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse an.

Zwischen 1933 und 1943, in den Zeiten des Nationalsozialismus und Rassismus, entstand dieser utopische Gegenwurf „Das Glasperlenspiel“. Aus der Idee, ein Gegenbild zum totalitären Staat zu schaffen, hat sich die Gemeinschaft der Ordensprovinz Kastalien gebildet, in der Geist und Kultur in einer toleranten Haltung gepflegt werden soll. Unter diesem Einfluss entwickelt sich auch das Glasperlenspiel.

Protagonist des Romans ist Joseph Knecht, der elternlos aufwächst und es zum Magister Ludi der Glasperlenspieler bringt. Knecht versteht sich als dienender Teil und Gemeinsinn ist ihm selbstverständliche Lebenshaltung, doch in ihm ist auch ein großer Eigensinn. So hinterfragt er das Leben in den verschiedenen Welten, der Welt draußen und der Welt im Orden. Und immer die Frage: Was will das Leben von ihm?

Seinen Weg, seinem Suchen und Finden nachzugehen, wird Thema des Literaturseminars sein. Ein Roman, den man gewinnend für das eigene Leben lesen kann. Neben seiner eigentlichen Handlung interessieren auch die hinterlassenen Schriften von Josef Knecht mit drei fiktiven Lebensentwürfen und Gedichten, von denen das Gedicht „Stufen“ wohl das berühmteste ist. Ist es doch zum Lieblingsgedicht der Deutschen gewählt worden.

1946 erhielt Hesse für sein Werk den Literatur-Nobelpreis, 1955 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Bis zu seinem Lebensende beantwortete Hesse, als einer der fleißigsten Briefeschreiber des 20. Jahrhunderts, unermüdlich seine Leserbriefe. Über 40 000 Briefe hat er geschrieben. Viele Menschen wandten sich hilfesuchend an ihn und er antwortete in aller Aufrichtigkeit. Abschließend wird noch ein Blick auf sein Leben im Alter geworfen. Dazu werden einige von ihm besprochene Tondokumente hinzugenommen. Er führte ein in krisengeschütteltes Leben, ohne das aber sein Werk nicht möglich gewesen wäre.

Die Reihe findet im Peter-Beier-Haus, Aachener Straße 13a in Jülich ab Montag, 24. September, statt und wird am 1., 8., 15. und 22. Oktober, jeweils von 10 bis 12 Uhr fortgeführt. Es ist keine Gebühr zu entrichten. Der Veranstalter bittet jedoch um Anmeldung unter Tel. 02461/9966-0 oder eeb@kkrjuelich.de.