Eschweiler-Hehlrath: Auch SPD-Chef gratuliert der KG Ulk Hehlrath zum Jubiläum

Eschweiler-Hehlrath : Auch SPD-Chef gratuliert der KG Ulk Hehlrath zum Jubiläum

Wenn sogar der wohl berühmteste Sohn Hehlraths, der amtierende Vorsitzende der SPD — Martin Schulz — , der KG Ulk Hehlrath in der Jubiläumsfestschrift gratuliert, dann muss es ein ganz besonderes Jubiläum sein.

Und mit ihrem 121-jährigen Bestehen, also 11 mal 11 Jahre, könnte es auch keinen jeckeren Anlass geben. Dementsprechend hatte die KG unter Präsident Mischa Bünten eine Jubiläumskostümsitzung auf die Beine gestellt, die gleich mit mehreren Highlights aufwartete.

Bevor es in der Festhalle Kinzweiler richtig los ging, brachten die Kinder- und Jugendgruppen der Ulk Hehlrath die anwesenden Gäste mit ihren Tänzen bereits schon mal in Stimmung. Pünktlich um 19.11 Uhr läutete Ulk-Präsident Mischa Bünten dann mit einer Glocke die Jubiläumssitzung im wahrsten Sinne des Wortes ein. Nach der Begrüßung gab sich Bünten auch bereits beim ersten Stippeföttchen die Ehre und der Spielmannszug Hehlrath heizte mit einigen flotten Stücken dem Publikum ein.

Dann hieß es „Prost!“, denn in seiner Paraderolle als „Der Penner von nebenan“ ging es bei Böse-Buben-Präsident Jonas Wintz um sämtliche Koalitionen: neben der befürchteten GroKo auch die FeKö, Fernet-Branca und Kölsch, dem „Düsseldorfer Modell AlKi“, Alt und Killewitsch, sowie der „Jungen Union KöKö“, Doppel-Kölsch. Ihr „Heimspiel“ hatten danach die Musiker von Puddelrüh. Mit Hits wie „Hück steiht de Welt still“, „Mir sin jedäuft met 4711“ und ihrem eigenen Lied „Danze jon“ begeisterte die Eschweiler Band das Publikum und brachte es gleich zu Beginn der Sitzung dazu, die Lieder, besonders aber die Zugabe „Stääne“, lautstark mitzusingen. Zudem hatte der Elfferrat längst bunte Leuchtstäbe hervorgeholt und im Takt geschwungen. Überwältigt von der guten Stimmung äußerte Präsident Mischa Bünten auch gleich einen Wunsch: Puddelrüh möge doch in Zukunft immer den Abschluss einer jeden Sitzung seiner Gesellschaft bilden.

Was fürs Auge

Nach reichlich Ohrenschmaus folgte was fürs Auge: Mit Anmut präsentierte Julia Schmidt, Tanzmariechen der KG Ulk Hehlrath, ihren Sessionstanz. Auch die Tanzgarde konnte mit ihrer Darbietung überzeugen. Ihre Premiere vor dem erwachsenen Publikum feierte dann die neue Jugendmarie der Ulk Hehlrath, Lara Rotkranz, die ebenfalls graziös über die Bühne wirbelte. Mit der Husarentanzgruppe und Marketenderin Tamara Siegers — überraschende Rock-Showeinlage inklusive — schloss dieser Tanzblock ab.

Zum Mitsprechen und vor allem Lachen brachte das Publikum dann Jörg Runge alias „Dä Tuppes vum Land“. In Reimform erzählte er unter anderem vom „weltbesten Fußballverein“, dem 1. FC Köln: „Die erste Liga ist noch nicht zerronnen, wir haben eben gegen Hamburg gewonnen.“ Auch der „Vogelscheuchenfrisur-Präsident“ Donald Trump und Kim Jong-un bekamen ihr Fett ab.

Natürlich durften auch die „Rockstars des Eschweiler Karnevals“, wie Mischa Bünten sie ankündigte, nicht fehlen: Auf ihrer „Tournee“ schauten Prinz Patrick I. und sein Zeremonienmeister Michael samt Gefolge vorbei. Dabei hieß der Ulk-Präsident den Narrenherrscher „willkommen zu Hause“, denn seine ersten karnevalistischen Anfänge hatte Patrick Nowicki in Kinzweiler. Zudem sind zwei seiner Vetter in der Ulk Hehlrath. Diese kamen auch zugleich und sangen — wie auch das Publikum — fleißig bei den Prinzenliedern mit. Ganz ergriffen rief Prinz Patrick dann auch zum Abschluss drei Mal „Häähle alaaf“ aus.

Band der etwas anderen Art

Wie bereits bei einigen Sitzungen in dieser Session rissen die Tanzpaare und Tanzmariechen des Eschweiler Karnevalskomitees auch die Gäste der Ulk Hehlrath mit ihrem dynamischen Tanzauftritt mit. Da kam auch Tacheles, „eine Band der etwas anderen Art“ laut Ankündigung Mischa Büntens, gerade recht. Als beispielsweise Elvis, Hühnerbauer oder Spießer verkleidet brachten die fünf Kölner Musiker die Jecken in der Kinzweiler Festhalle quasi zum Ausrasten — im positiven Sinne. Zu „Viva Colonia“, „Leev Marie“, aber auch „Santa Maria“ und „Ti amo“ wurde lautstark gefeiert.

Ihre Textsicherheit bei diversen Fastelovend-Hits bewiesen die Gäste der Ulk Hehlrath immer wieder — auch bei den Tanzliedern der Tänzer der Gastgesellschaft KG Eefelkank Hastenrath: Eefelmarie Janine Jansen, die Tanzgarde und die Tanzkompanie wurden auch durch lautes Mitsingen angefeuert. Nach dem Bühnenspiel der Brass-Els-Kapelle stimmte dann das Publikum auch „Dem Land Tirol die Treue“ an, weil es dieses Lied von der Brass-Els-Kapelle erwartete.

Spontan wurde dieses Stück gemeinsam gesungen, statt gespielt. Spontanität und auch Mut forderte anschließend der bekannte Kölner Comedian Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser: So sollten die Herren ihre Ehefrau, Freundin oder „Tagesabschnittsgefährtin“ doch spontan mal mit einem falschen Vornamen ansprechen — dann „geht da wieder was“. Einfach mal mutig wäre es auch, dass Haus mit einem nur zu 48 Prozent geladenen Handyakku zu verlassen. Aber stattdessen bringe man ja heute Sitzkissen mit zu Rockkonzerten und denke wahrscheinlich über Airbags bei Autoscootern nach. Zum Vorbild zeigte Deuser ebenfalls Mut: In einer Showeinlage steppte er auf Rollschuhen auf einem Tisch stehend — die Lachtränen flossen in Strömen.

Einer dem 11x11-jährigen Bestehen der KG Ulk Hehlrath würdigen Abschluss bereitete der Jubiläumssitzung dann die Band Los Rockos. In wahrlich rockiger Manier spielten die sechs Musiker aus Köln und Brühl dann unter anderem „Sing Hallelujah“, „Och, wat war dat fröher schön doch en Colonia“ und „Wir sind kölsche Junge“ — anstelle „Denn mir sin kölsche Mädcher“.

(zsa)