Eschweiler: Auch auf vier Saiten kann dieser Ire rockige Töne zaubern

Eschweiler: Auch auf vier Saiten kann dieser Ire rockige Töne zaubern

Irischer Frühling im Kulturzentrum: Das Pat-McManus-Trio sorgte mit seinem Geradeheraus-Rock am Dienstagabend bei einer neuen Auflage von „Blues meets Rock” für ein überschaubares, aber dankbares Publikum im Talbahnhof. Ohne ein Sekündchen Pause legten die drei überaus freundlichen Iren mit ihren ersten fünf Stücken los.

Und zwar mit schnörkellos-unprätentiösem Rock, wie man ihn vielleicht vor 30 Jahren zu Zeiten von Thin Lizzy & Co. noch kannte. Dazu ein prächtig aufgelegter Gitarrist und Sänger, der die mittlerweile verstrichene Zeitspanne mühelos überbrückte.

Es ist immer noch absolut sehens- und hörenswert, wenn McManus stetig lächelnd parallel zum Gesang die Melodielinien auf der Gitarre entwickelt. Es gibt gestandene Männer, die sich per Kraft der Musik auf der Bühne zu Jugendlichen verwandeln. So auch Pat McManus, der mit spindeldürren Beinen, Weste über dem T-Shirt und den Turnschuhen äußerlich ein wenig an den frühen Jeff Beck erinnert, wenn auch die Stile stark differieren.

Set aus der vergangenen DVD

Mit einem rockigen Set aus der vergangenen DVD eröffnete das Trio den Abend, bevor McManus ziwschendurch den Beweis lieferte, auch ein tadelloser Irish-Fiddler zu sein. Gottseidank passte sich das nahtlos ins Gesamtgefüge und driftete nicht in die üblichen irischen Folk-Klischees ab. Bemerkenswert war es jedoch schon: Wer die vier Saiten einer bundlosen Violine beherrscht, der meistert offensichtlich auch mit der Gitarre mühelos flotte Passagen. Mit der langsameren Ballade „Diamond in the rough” schließlich schickte Pat McManus sein Publikum in die Pause.

Danach folgte solo auf der akustischen Gitarre mit „Return of the G-Man” eine kleine Hommage an seinen verstorbenen Landsmann Rory Gallagher, den Pat McManus als Vorbild seiner Musik schätzt. Auch im zweiten Teil des Abends griff Pat McManus wieder zur Fiddle. Sein scherzhaft „Cajun-RocknRoll” genannter Stil bewies geradezu klassisch, wie gut sich irisch-keltische Einflüsse mit Rockmusik verquicken lassen, so, wie es auch schon bei Gallagher funktionierte. Zwei Stunden beste Unterhaltung mit der Pat-McManus-Band ließen ein dankbares Publikum zurück.

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