Eschweiler-Röhe: An die Knolle, fertig, los: Ernten wie vor über 100 Jahren

Eschweiler-Röhe: An die Knolle, fertig, los: Ernten wie vor über 100 Jahren

Mit Schubkarren, Eimern und Mistgabeln waren die Bewohner an der Goerdtstraße in Röhe am Samstag ausgestattet. Ihr Mission lautete: Die selbst angebauten Kartoffeln müssen geerntet werden. Unter dem Titel „Kartoffel von der Goerdtstraße“ bauten 14 Röher Familien auf einem rund 500 Quadratmeter großen Grundstück Kartoffeln der Sorte Celina an.

Nachbar Achim Thelen hatte seine ehemalige Gartenfläche für das Projekt, das im vergangenen Jahr seine Premiere feierte, zur Verfügung gestellt. Geleitet wurde dieses von Philipp Schüller, Willi Braunleder und Frank Hübel. Fachkundige Unterstützung gab es auch vom Röher Landwirt Heinz-Josef Esser. „Es wurde gemeinsam gesetzt, gepflegt und geerntet“, beschrieb Anwohnerin und Ideengeberin Heike Schüller das Programm der vergangenen Monate. Letzteres stand am Samstag an.

Kartoffeln enorm wichtig

Doch wie kam es eigentlich zu dieser eher ungewöhnlichen Idee? Ganz einfach: „Die Familien, die mitmachen, legen viel Wert auf eine gute Kartoffel und die ist aus einer guten Küche nicht wegzudenken“, meinte Heike Schüller und fügte hinzu: „Heutzutage sind Kartoffeln bei vielen nur noch als Pommes und Chips ein Thema. Nudeln und Reis stehen auf der Hitliste wohl darum weiter vorne, weil sie einfach nur noch in heißes Wasser müssen.“

Eine schmackhafte Kartoffel erfordere zwar etwas mehr Arbeit bei der Zubereitung, sei aber auch in vielen Gerichten einfach unentbehrlich, so Schüller weiter. Es gibt jedoch noch einen weiteren Aspekt, auf den die fleißigen Nachwuchs-Landwirte viel Wert legen. „Durch dieses Projekt wird auch die Nachbarschaftlichkeit gestärkt. Man lernt sich einfach noch besser kennen“, so Schüller.

Eine weitere Besonderheit: Geerntet wird so wie vor 100 Jahren. So kommen neben Mistgabel vor allem die Hände zum Einsatz. Für die Röher war dies allerdings überhaupt kein Problem. Selbst die warmen Temperaturen machten den Teilnehmern nichts aus. „Es ist total schön, dass man die Leute dazu begeistern kann“, meinte Schüller.

Bereits vor rund 20 Jahren gab es in Röhe Familien, die ihre eigenen Kartoffeln anbauten und ernteten. Im Jahr 2012 kamen Familie Schüller und Landwirt Heinz-Josef Esser auf die Idee, dies noch einmal aufleben zu lassen.

Highlight im September

Highlight des Projekts: Im kommenden Monat veranstalten die Teilnehmer ein Kartoffelfest unter dem Motto: „Rund um die tolle Knolle“. Auf diesem soll dann unter anderem auch das größte Exemplar gekürt werden und einen Preis erhalten. Wo das Fest stattfindet? An der Goerdtstraße natürlich. Genauer gesagt: in einer alten Scheune des Mitorganisators Frank Hübel.

Und wie geht es danach weiter? „Wir hoffen, dieses Projekt auch im nächsten Jahr wieder starten zu können“, sagte Heike Schüller. Wenn es nach ihr und ihren begeisterten Nachbarn geht, dürfte dies kein Problem sein.