Eschweiler/Mulartshütte: Amany-Zirkusschule: Im Auenland werden Kinder zu Artisten

Eschweiler/Mulartshütte: Amany-Zirkusschule: Im Auenland werden Kinder zu Artisten

Fast wie ein Profi balanciert der junge Malek auf der „römischen Rolle” und wird dafür lautstark vom Publikum gefeiert. Nahtlos reiht sich sein Auftritt an die vorherige Pferdedressur-Nummer und die von Kimberly Amany dargebotene Akrobatik an, denn Malek überzeugt sowohl durch Körperbeherrschung, als auch mit seiner ansprechenden Präsentation des Programmpunkts.

Gleiches gilt für Emma und ihre beiden Assistenten, die gelungene Ponydressur vorführen. Das Publikum hält anschließend den Atem an, als vier Mädchen eindrucksvolle Akrobatik im „chinesischen Ring” zeigen.

Unter dem Motto „Menschen, Tiere, Sensationen” bietet der kleine Zirkus „Amany” eine Vorstellung mit besonderen Akteuren: 40 Kinder haben eine Woche lang in dem Familien- und Jugendbildungshof Auenland in Roetgen-Mulartshütte an Ferienspielen teilgenommen, bei denen der Zirkus im Mittelpunkt stand.

Darunter sechs Kinder mit Handicap und auch 15 Kinder aus dem „Kids-Club” des Deutschen Kinderschutzbunds Eschweiler. Die kleinen Artisten, Clowns und Dompteure der Evangelischen Grundschule Stadtmitte und der Barbaraschule in Stich übernachteten sogar im Auenland.

„Das war für die Kinder wirklich toll, denn das Gelände hier eignet sich hervorragend für Ferienspiele. Wir haben zwischendurch viele Spiele mit den Kleinen gemacht, den angrenzenden Wald erkundet und abends gab es Stockbrot am Lagerfeuer”, beschreibt Jessica Duda, eine der drei Betreuerinnen des „Kids-Club”.

Langeweile sei keine aufgekommen, stattdessen seien die Kinder am Ende jedes Tages müde ins Bett gefallen, stimmt ihre Kollegin Danuta Rudzinski zu. „Alleine schon die freilaufenden Tiere des Zirkus waren eine große Attraktion. Die durften gestreichelt, wollten aber auch gepflegt und versorgt werden”, ergänzt Sabrina Breuer, die dritte der „Kids-Club”-Betreuerinnen, die von einem insgesamt zehnköpfigen Team des Auenlands unterstützt wurden.

Einiges zu tun für die Kinder, denn neben einem Pferd, Ponys und einem Esel hatten die „Amanys” auch Emus, Gänse, Bergziegen, Lamas und einen Hund mit nach Mulartshütte gebracht. Zudem wurde immer wieder an den Zirkus-Nummern gearbeitet, damit heute die große Vorstellung gelingt, zu der Familien und Freunde der Kinder eingeladen sind.

„Sechs Trainer des Familienzirkus haben es geschafft, alle 40 Kinder sehr gut zu motivieren und in die Vorstellung der Profis zu integrieren”, sagt Duda. Davon können die Gäste sich ausgiebig überzeugen. So staunen auch die Eschweiler und Stolberger Bürgermeister Rudi Bertram und Ferdi Gatz-weiler sowie der stellvertretende Bürgermeister Roetgens, Helmut Mulorz, über die Fähigkeiten, die sich die Kinder in nur viereinhalb Tagen angeeignet haben.

Die Zirkus-Profis unterhalten mit Lasso-Tricks und Messerwerfen, die Kleinen der Ferienspiele zeigen, dass sie jonglieren können, beeindrucken mit Seiltanz, Hula-Hoop-Reifen, Handstand und Bauchtanz. Dominik lässt zwei Ponys auf einer Wippe zu „Schaukelpferden” werden, Dennis und seine Assistenten vergnügen das Publikum mit Gänse-Dressur.

Vier Pausenclowns sammeln Freiwillige aus den Rängen und machen sie in einer humorvollen Show zu unfreiwilligen Akrobaten. Der „Piratentanz” mit allen Kindern bildet das große Finale, der knapp zweistündigen Vorstellung, an deren Ende Eltern und Freunde zu Recht frenetisch applaudieren.

Besonders begeistert sind die Betreuerinnen des Eschweiler „Kids-Clubs”, zumal manche der Kinder zu Beginn der Woche eher introvertiert gewesen seien und sich nicht richtig getraut hätten, an den Programmpunkten zu arbeiten.

„Zu beobachten, wie die Kinder nicht nur Spaß haben, sondern Selbstbewusstsein, Mut und auch Verantwortung wachsen, Freundschaften entstehen, und die Kleinen aus sich heraus gehen, ist das auch für uns eine großartige Erfahrung und Belohnung für unseren Einsatz”, meint Breuer.