Eschweiler: Am Dienstag werden Ideen für den Widerstand gesucht

Eschweiler: Am Dienstag werden Ideen für den Widerstand gesucht

Gegen die geplanten Nazi-Aufmärsche am 31. März formiert sich Widerstand: Für kommenden Dienstag, 31. Januar, lädt die Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis” zum ersten Koordinationstreffen in den Raum 7 des Rathauses ein.

Beginn ist um 18.30 Uhr. „Die Eschweiler Schulen, Vereine, Kirchen- und Jugendgruppen, Parteien und sonstige Verbände sowie Einzelpersonen sind aufgerufen, sich frühzeitig in die Planung von Aktionen einzubriongen und dafür selbst zu werben. Je größer und bunter der Protest wird, desto eher werden die Nazis nicht marschieren können”, hofft der Sprecher der Inititiative, Frank Taufenbach.

Damit reagiert die Gruppe auf die Anmeldung einer Kundgebung unter dem Motto „Gegen Ausländergewalt und Inländerfeindlichkeit - Mord, Wut, Widerstand”. Dahinter verbergen sich die in der rechtsradikalen Szene bekannten Ingo Haller (Düren) und Axel Reitz (Köln). Sie zeichnen auch für die in Stolberg angekündigten Aufmärsche im April verantwortlich. Seit Jahren veranstalten die Neonazis in der Kupferstadt Kundgebungen. Als Hintergrund missbrauchen sie den Tod eines jungen Eschweilers in Stolberg. Der Verstorbene gehörte jedoch eindeutig nicht zur rechten Szene - entgegen anderslautender Veröffentlichungen.

„Seit 2008 instrumentalisieren die Nazis den Tod des Jugendlichen aus Eschweiler für ihre rassistische Propaganda”, weiß Frank Taufenbach. Die Aufmärsche der Rechten in Stolberg hätten sich zu einer Großveranstaltung mit internationaler Beteiligung entwickelt. „Die Region um Aachen und Düren gilt deshalb schon seit längerem als Gebiet einer höchst aktiven und gewaltbereiten Naziszene”, berichtet der Sprecher der Initiative.

Erfolg gegen rechten Verleger

Dass man sich jedoch erfolgreich gegen die Aktivitäten der rechten Szene zur Wehr setzen kann, hat die Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis” bereits vor Jahren bewiesen. Vor 15 Jahren hatte der rechtsradikale Verlag von Manfred Rouhs ein Haus in Dürwiß gemietet. Nach vielfältigen Protestaktionen zog der Verlag wieder fort.

Damals war der Protest auf viele Füße gestellt. Dies wünscht sich die Initiative auch diesmal. „Die Eschweiler werden es nicht zulassen, dass Neonazis für ihren Aufmarsch in der Indestadt ungestört werben können”, so Taufenbach. Die „Mut-Bürger” seien aufgefordert, sich den Nazis mit fantasievollen Aktionen in den Weg zu stellen und sich aktiv zu widersetzen. Auch Nazi-Gegner aus der Region seien herzlich eingeladen, sich solidarisch zu beteiligen. Viele Indestädter unterstützen seit vielen Jahren auch den Protest in der Nachbarstadt Stolberg, die mit viel Ideenreichtum gegen die Aufmärsche protestierte.

Taufenbach schränkt jedoch ein: „Von der Veranstaltung ausgeschlossen sind Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht gebrauch zu machen, sollte es zu Störungen der Veranstaltung kommen. Das subjektive Bedrohungsgefühl kann eventuell dieses Kriterium erfüllen.”

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