Altweiber im Rathaus: Paulo und Pedro lassen die Funken sprühen

Altweiber im Rathaus : Paulo und Pedro lassen die Funken sprühen

Endlich jeht dat Trömmelche. Darauf haben die Eischwiele Fastelovendsjecke auch lange genug gewartet. Und so waren sie dann auch alle da (naja, fast alle), als am Donnertagmorgen pünktlich um 11.11 Uhr an der längsten Theke der Stadt der Straßenkarneval eröffnet wurde.

Traditionell lädt Bürgermeister Rudi Bertram an Altweiberfastnacht zu Freibier ins Rathaus ein. Ehrengast ist natürlich – wie immer – der Prinz. Und so reiste auch Seine Tollität Prinz Paulo I. mit Zeremonienmeister Pedro und seinem großen Gefolge an.

Grund genug für die Jecken, sich schon weit vor 11 Uhr einen Platz zu sichern, denn Eschweilers Narrenherrscher sind bekannt dafür, das Rathaus in einen Hexenkessel zu verwandeln. Da muss man als waschechter Eischwiele Fastelovendsjeck einfach dabei sein.

Als sich dann die prinzliche Rathaustreppe endlich in ein blau-weißes Farbenmeer verwandelte, wusste das Volk: „Er ist da!“ Die Prinzenbläser stießen ins Horn und Zeremonienmeister Pedro tuppte seinen Stab dreimal in die Platte und fragte: „Wollt Ihr ihn wirklich sehen?“ Ein lautes und energisches „Jaaaaaa!“ war die Antwort und schon konnte die Party beginnen.

Doch zuerst hatte der Hausherr Rudi Bertram das Wort. Und der war voll des Lobes: „Seid alle herzlich willkommen im Rathaus. Ich freue mich sehr, dass Ihr alle da seid! Ein großes Lob möchte ich Paul und Pedro und dem ganzen Prinzentross aussprechen, denn ich höre immer nur Gutes von Euch. Die Resonanz in der Stadt ist sehr positiv. Herzlichen Dank dafür! Macht weiter so!“, sagte der Bürgermeister. „So, aber jetzt wird erst einmal gearbeitet. Auch ich werde nicht nur trinken, sondern mich anstrengen, damit hier auch jeder etwas zu trinken bekommt.“

Tatkräftige Unterstützung erhielt der Bürgermeister von den Komitee-Köbese, die sich besonders arbeitswillig und fleißig zeigten. Das erste Fass schlug traditionell der Bürgermeister an. Hilfe bekam er von Prinz Paulo. Den Zapf bedienten schließlich nicht nur Bürgermeister, Narrenherrscher und Zeremonienmeister, sondern auch die fleißigen Herren des Karnevalskomitees (Norbert Weiland, Walter Münchow, René Costantini, Harald Ripp und Christian Wolny), die wirklich so schufteten, als würden sie dafür bezahlt. Auch Stadtkämmerer Stefan Kaever zapfte wie ein Profi und verteilte becherweise kühles Blondes. Immerhin galt es 300 Liter Bier unters Volk zu bringen

Jede Menge Jecke feierten am Fettdonnerstag gemeinsam in ihren bunten Kostümen im Rathaus. Foto: Irmgard Röhseler

Wie ein Tausendsassa war Prinz Paulo I. überall, machte eifrig Selfies mit den Fastelovendsjecken, begrüßte die kleinen Narren mit „High five“ , hielt hier und da ein Verzällcher und machte jungen Damen charmante Komplimente. Ja, so ist er, unser Narrenherrscher: Prinz Charming halt. Es dauerte nicht lange und schon tanzte Seine Tollität samt Zerm auf dem Tisch und jubelte dem Volk zu: „Ich bin richtig stolz darauf, aus Eschweiler zu sein! Meine Eltern haben alles richtig gemacht damals!“

Die Brüder mit portugiesischen Wurzeln stimmten „Laut und kunterbunt“ und „5 kleine blaue Funken“ und heizten die Stimmung weiter an. Einfach herrlich, wie textsicher die Gäste die Prinzenlieder mitsangen. Für die Tuschs und Musik zwischendurch sorgte übrigens Alleinunterhalter Peter-Heinz Arnolds.

Nach der Freibiersause im „Beamtentempel“ war aber noch lange nicht Schluss mit Feiern. Das war erst der Einstand eines langen langen Fettdonnerstag. Von dort aus zogen die Narren unter anderem zum „Jecke-Tön-Festival“, das auf der Sparkassenbühne von Mundartbands abgebrannt wurde, und natürlich in Eschweilers Kneipen, wo überall ordentlich „der Bär tobte“ und die „Puppen tanzten“. Der Start in die närrischen Tage war schonmal spitzenmäßig. So kann es gerne weitergehen.

Jecke in der Region feiern Weiberfastnacht