Altenpflege in Eschweiler: Straffer Plan für gutes Gefühl im neuen Zuhause

Altenpflege : Straffer Plan für gutes Gefühl im neuen Zuhause

Von einem Tag zum anderen ist nichts mehr, wie es einmal war, wenn  Mutter oder Vater eine akute Erkrankung wie einen Schlaganfall erleiden oder ein Sturz sie ans Bett fesselt.

Eine Situation, die den so lieb gewonnenen Alltag mit all seinen Gewohnheiten, plötzlich enden lässt. Plötzlich stehen die Kinder vor der Frage: Wie versorge ich meine Mutter, meinen Vater? In den meisten Fällen ist das mit der eigenen Berufstätigkeit nicht zu vereinbaren und die nötige Ausbildung, einen Menschen zu pflegen, fehlt auch.

Die Entscheidung, die Eltern in einem Seniorenheim oder im Pflegeheim unterzubringen, fällt natürlich sehr schwer. Denn selbstverständlich ist es zu Hause am schönsten. An dem Sprichwort „einen alten Baum soll man nicht verpflanzen“  ist viel Wahres dran. Die meisten Senioren können sich nur schwer damit abfinden, in ein Heim „abgeschoben“ zu werden. Und die Kinder sind geplagt von Schuldgefühlen und einem schlechten Gewissen. Vor allen Dingen dann, wenn man sich mit einer Heimunterbringung noch gar nicht auseinandergesetzt hat.

Das Alloheim-Senotel an der Englerthstraße, das in diesem Jahr Partner unserer Weihnachtsaktion Wunschzettel ist, bemüht sich, den derzeit 62 Frauen und Männern einen wohl umsorgten Lebensabend zu bieten. Achim Stiebert, Pflegedienstleiter des Senotels,  kümmert sich mit insgesamt 38 Mitarbeitern (31 Pflegekräfte und sieben Auszubildende) um pflegebedürftige Menschen, die in der Alloheim-Seniorenresidenz an der Englerthstraße leben.

Dabei liegt dem 46-jährigen ausgebildeten Altenpfleger das Wohl seiner Schützlinge sehr am Herzen. „Bei uns wird nicht in Pflegeminuten gerechnet, wenn eine Pflege länger dauert, dann dauert sie halt länger. Unsere Bewohner können bei uns ihren gewohnten Tagesablauf leben und wir versuchen uns bestmöglich auf diesen Rhythmus einzustellen. Will heißen: Der Langschläfer kann auch im Bett frühstücken, wenn er das möchte.“

Wenn die Pflegekräfte morgens ihren Dienst beginnen, sei „powern“ bis zum frühen und manchmal auch späten Abend angesagt. Erste Handlung in der Früh ist das Übergabegespräch mit dem Nachtdienst. Der Pflegedienstleiter sichtet zunächst die Dokumentationseinträge und sucht den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern (Schichtleitung) und erkundigt sich nach der Bewohner- und Mitarbeitersituation.  Die Leistungen des Pflegepersonals müssen täglich dokumentiert werden. Die Mitarbeiter müssen täglich die Schmerzsituation, die Bedarfsmedikation, die Ernährungssituation  und über eventuelle Gewichtsverluste der Bewohner Bericht erstatten.

Wenn die Nacht ruhig und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen ist, geht es weiter: Während die Mitarbeiter damit beschäftigt sind, ihre Schützlinge zu waschen, zu pflegen und zu mobilisieren, kümmert sich Stiebert unter anderem um den Personaleinsatzplan, unternimmt Mitarbeitervisiten und kontrolliert die Pflegequalität. In der Eingewöhnungsphase eines neuen Bewohners führt der Pflegedienstleiter Integrationsgespräche mit den Neulingen. „Ich erkundige mich nach seinen Gewohnheiten, was er mag und was er nicht mag. Schließlich ist die Einrichtung nun sein Zuhause, und der Senior oder die Seniorin soll sich wohlfühlen!“

Die Bewohner werden nach ihren Wünschen und den Wünschen der Angehörigen entsprechend gepflegt. Das Leistungspaket wird vorher abgesprochen. Wer zum Beispiel täglich geduscht werden möchte, wird täglich geduscht. Der Aufwand ist je nach Pflegegrad verschieden intensiv. „Die Pflege eines demenzkranken Menschen dauert länger“, berichtet Achim Stiebert.

Wohlfühlen kann man sich nur, wenn man wie in einer Familie lebt, in der man auch die ein oder andere liebe Geste erfährt. Wenn das Pflegepersonal bei allem Stress sich auch die Zeit für eine kleine Plauderei nimmt, dann erträgt sich der Heimalltag um einiges besser. „Es ist mir stets ein besonderes Anliegen, dass es den Bewohnern in unserer Einrichtung gut geht. Unsere Schützlinge sollen das machen, wonach ihnen ist. Viele nehmen an unserem täglich wechselnden Beschäftigungsangebot teil, andere machen lieber einen Spaziergang durch die Stadt und wiederum andere ziehen sich lieber auf ihr Zimmer zurück und schauen Fernsehen. Wer lieber im Bett frühstückt, bleibt im Bett und wer die Gesellschaft sucht, kann es sich in unserem Restaurant mit anderen Bewohnern gemütlich machen.“

Jeder kann sich also (wenn der Gesundheitszustand es erlaubt) frei bewegen. Signalmatten sorgen dafür, dass niemand verloren geht. Wenn ein an Demenz erkrankter Mensch das Haus verlassen will, dann alarmiert ein Sicherheitssystem die Mitarbeiter, die dann nach dem Rechten schauen können.

Der Pflegeberuf erfordert viel Kraft und ist ganz schön anstrengend. Und so besteht in den meisten Fällen eine hohe Mitarbeiterfluktuation in den Seniorenheimen. Achim Stiebert hat sich vor einem guten Jahr ganz bewusst auf die Stelle im Senotel beworben: „Hier herrscht eine ganz spezielle Kultur unter den Mitarbeitern, die meisten von ihnen sind schon seit vielen Jahren in diesem Haus tätig und arbeiten harmonisch zusammen. Und darum ist mir auch wichtig, dass die Mitarbeiter nach Dienstende mit einem guten Gefühl nach Hause gehen!“