Eschweiler: Alemannia-Profis bewältigen Golfbahnen auf Gut Kambach

Eschweiler: Alemannia-Profis bewältigen Golfbahnen auf Gut Kambach

Die Saison klingt langsam aus: Und während die Zweitliga-Fußballer von Alemannia Aachen sich mit Freundschaftsspielen in die Ferien verabschieden, läuft die Arbeit für Erik Meijer eigentlich auf Hochtouren.

Doch für Sponsoren und Gönner nimmt sich die Identifikationsfigur und Sportdirektor der Alemannia Zeit. Wie Dienstag auf der Golfanlage Gut Kambach in Kinzweiler, als der Niederländer den gesamten Kader inklusive Trainer Michael Krüger zum Turnier bat. Allerdings mussten die Profis nicht zum Schläger greifen, sondern hatten die Bahnen mit dem Fußball zu bewältigen.

In den Niederlanden, der Heimat von Erik Meijer, ist Golf-Fußball beliebt, hier aber noch gänzlich unbekannt. Und so verkündete Aachens Fußball-Idol: „Das ist eine Premiere in Deutschland.” Wofür er sich gerne Zeit nehme, schließlich komme er aus der Marketing-Abteilung des Vereins: „Ich weiß, wie wichtig der enge Kontakt zu Sponsoren ist.” An diesem Tag konnten die Geldgeber dem kickenden Personal der Alemannia sehr nah sein: Denn zu jedem Flight (das ist im Golfsport eine Gruppe, die gemeinsam die Anlage durchspielt) gesellte sich ein Spieler. Und die mussten Gas geben, schließlich gab Chef Meijer als Parole aus: „Ihr müsst Leistung zeigen, kein Quali-Walli.” Was auch immer das sein mag.

Insgesamt 24 Gruppen, alle mit vier Personen, machten sich am Nachmittag auf den Weg, die 18-Loch-Anlage am romantischen Wasserschlösschen zu bewältigen. Und das Unterfangen war gar nicht so einfach: Während die Golfer nach den üblichen Regeln die Bahnen bestritten, blieben den Fußballern nur zehn Schuss, sich mit dem Ball dem Ziel, also die Stange, auf mindestens drei Meter zu nähern. Thomas Stehle, der gerade erst seinen Vertrag beim Zweitligisten, sorgte sich um seine Muskulatur, als er zum Abschlag, pardon: Abstoß ging: „Eigentlich müsste ich mich warmlaufen”, lachte er. So abwegig war sein Gedanke nicht, schließlich misst die längste Bahn von Gut Kambach, Loch 4, beachtliche 488 Meter.

„Ein Bodenabstoß fliegt etwa 60 Meter weit”, rechnete er. Allerdings herrscht dann kein Anstieg und auch der Wind spielt eine etwas kleinere Rolle im Stadion. Im schlechtesten Fall rollte der Ball nämlich einige Meter zurück. Die gute Nachricht für Alemannia-Fans: Thomas Stehle blieb unverletzt, musste sich allerdings von seinen Mitstreitern im Flight die ein oder andere bissige Bemerkung gefallen lassen, wenn es um die vergangene Situation ging.

Es herrschte eine entspannte Atmosphäre. Während die meisten Kicker schon unterwegs waren, nutzte Sportdirektor und Organisator Erik Meijer noch die Gelegenheit zu einem Plausch auf der Terrasse des Clubs. „Dies ist ein schöner Tag zum Entspannen. Bei der Trainersuche habe ich sowieso keine Eile”, schmunzelte er. Nach der anstrengenden und nervenaufreibenden Saison, die weder Fans noch Verein zufrieden stellte, war das Turnier sicherlich eine willkommene Abwechslung.

Der neue Übungsleiter, der am 27. Juni das Training der Mannschaft leitet, steht allerdings noch nicht fest: „Jeden Tag melden sich Leute bei mir, die gerne Trainer bei Alemannia Aachen sein wollen. Alle wollen sie Trainer in Aachen werden.” Auch Louis van Gaal? „Wir sprechen zwar die gleiche Sprache, aber er passt nicht ganz in mein Budget.”

Handicap von 11,8

Keine Frage, der Spaß stand im Vordergrund. Auch beim „Foot-Chipping”, bei dem man einen Fußball über etwa 25 Meter in ein Netz heben musste. Aber mancher Alemanne wollte eben doch den Golfschläger schwingen: Ex-Kapitän Christian Fiel zum Beispiel schlug auf der Driving Range des Vereins einen Ball nach dem anderen. Allerdings an seinen Sportdirektor reichten seine Fähigkeiten nicht heran: Erik Meijer, Golfer aus Passion, weist inzwischen ein Handicap von 11,8 vor.

Dienstagabend stand dann die Siegerehrung auf dem Programm. Nicht nur der Sportausrüster, auch einige Sponsoren hatten hierfür Preise gestiftet. Natürlich konnten sich die Profis auch stärken, schließlich stehen noch zwei Freundschaftsspiele und am Wochenende der Tivoli-Lauf auf dem Plan, ehe es in den Urlaub geht.