Eschweiler: Alarm in Kleber-Fabrik: Trockenschrank macht sich selbstständig

Eschweiler: Alarm in Kleber-Fabrik: Trockenschrank macht sich selbstständig

Die Alarmglocke schrillte um 13.25 Uhr: Ein Mitarbeiter der Firma Eukalin im Industrie- und Gewerbepark (IGP) Weisweiler hatte einen ungewöhnlichen Brandgeruch in der Fabrik wahrgenommen und die Feuerwehr alarmiert.

Nur wenige Minuten später waren die Feuerwehrmänner von der Hauptwache und aus den umliegenden Löschzügen vor Ort und erkundeten - mit Chemie-Schutzanzügen ausgestattet - den Produktionsbereich.

Weil der Eukalin-Mitarbeiter eine chemische Reaktion aus den beiden Silobehältern (aus denen der starke Geruch entwich) befürchtete, nahmen die Wehrleute diese zuerst unter die Lupe. Am Ende stellte sich dann heraus, das im ersten Obergeschoss der Spezial-Klebstoff-Fabrik ein Wärme-Trockenschrank, der sich normalerweise bei erreichter Höchsttemperatur selbst abschaltet, Auslöser des chemischen Brandgeruchs war.

Vermutlich hatte ein technischer Defekt den Wärmeschrank weiter heizen lassen. Das Gerät wurde vom Strom genommen; die Firma wieder mit Großraumlüftern freigepustet. Messungen ergaben, dass zu keiner Zeit Gefahr für die Bürger bestand. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Aufgrund der zunächst unklaren Lage ließ Einsatzleiter Stadtbrandinspektor Harald Pütz weitere Einsatzkräfte mit Spezialgeräten nach einem entwickelten Konzept aus dem Kreisgebiet Aachen alarmieren.

Zu dem Löschzug der Feuer- und Rettungswache wurden die Löschzüge Weisweiler, Nothberg/Hastenrath und Lohn sowie dem Messzug der Eschweiler Wehr alarmiert. Weiterhin wurde das in Herzogenrath-Merkstein stationierte Erkundungsfahrzeug mit einem Fachberater sowie einer Dekontaminationseinheit sowie ein Gefahrgutfahrzeug aus Stolberg und der Gerätewagen-Atemschutz aus Würselen in Marsch gesetzt.

Ebenfalls wurden weitere Rettungsdienstfahrzeuge samt Leitenden Notarzt nach Weisweiler entsendet. Auch ein weiteres Messfahrzeug aus Simmerath und der Einsatzleitwagen aus Alsdorf rückten aus. Dazu wurde ein Bereitstellungsraum im Gewerbegebiet für die anrückenden Einheiten eingerichtet.

Insgesamt waren 94 Kräfte im Einsatz. Vor Ort machte sich auch der Kreisbrandmeister Walter Scholl und sein stv. KBM Bernd Hollands, Vertreter der Eschweiler Ordnungsbehörde und des Umweltamtes des Kreises Aachen ein Bild der Lage.

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