Aktion: Equipment zum Müll sammeln bei der Stadt Eschweiler ausleihen

Neues Angebot der Stadt stößt auf Interesse : Müllzangen für die Freizeit leihen

Es ist nicht so, dass das Telefon von Katharina Schulz dauerhaft klingelt, aber es haben sich schon einige Bürger bei der Klimaschutzmanagerin gemeldet, um auf ein neues Angebot der Stadt zurückzukommen.

Seit Ende August steht im Rathaus Equipment bereit, um die Stadt freiwillig ein bisschen sauberer zu machen und den Baubetriebshof zu unterstützen. „Es hat sich zum Beispiel ein Familienvater gemeldet, der am Wochenende nichts vor hatte, und daher mit seinen Kindern Müll sammeln wollte“, erzählt Schulz. „Oder eine Frau hat gefragt, ob es schon Gruppen gibt, die sich regelmäßig treffen.“

Gruppen, Vereine und Organisationen, die ein paar Mal im Jahr in ihrer Freizeit durch die Stadt gehen und Müll aufheben, gibt es bereits. Dass dieses Engagement größer und regelmäßig wird, ist eine Hoffnung von Katharina Schulz. Kneifzangen, Müllbeutel und Handschuhe liegen im Büro der Klimaschutzmanagerin bereit, weil die Rückmeldungen auf den großen ersten Eschweiler Umwelttag am 1. Juni nach ihren Aussagen sehr positiv gewesen seien.

So hätten sich etwa Schulen gemeldet, die solche eine Sammelaktion mit ihren Klassen durchführen wollten – für die aber Termine wie der Umwelttag an einem Samstag ungünstig seien. Ein anderer Ansporn, das neue Angebot zu schaffen, seien auch die Meldungen in unserer Rubrik „Es ärgert uns“, in der sich öfter Bürger über unsaubere oder gar vermüllte Stellen im Stadtgebiet beschweren. Katharina Schulz – die selbst in Düren wohnt – betont aber: „Eschweiler ist im Vergleich jetzt nicht dreckiger als andere Städte. Aber die negativen Stellen fallen eben schneller auf.“

Übrigens: Der große „Staubsauger“, mit dem ein städtischer Mitarbeiter seit Mai seine Runden in der Stadt dreht, habe laut Schulz bereits für mehr Sauberkeit in der Stadt gesorgt.

Indeufer säubern die Profis

Die Stadt verfolgt zwei Ziele mit dem Ganzen: eine sauberere Stadt und einen nachhaltigen Effekt, Bürger sollen aufmerksamer werden. Und: Je mehr Bürger sich freiwillig engagieren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Müllsünder angesprochen werden, so die Rechnung von Katharina Schulz. „Es will sich ja keiner das eigene Werk kaputt machen lassen, wenn er oder sie vorher sauber gemacht hat.

Wir wollen erreichen, dass Bürger auch mal den Mund aufmachen, etwas sagen. Das Ordnungsamt ist ja nicht immer da, um Strafzettel zu verteilen.“ Anfällig für arglos entsorgten Müll sind Orte ohne unmittelbare soziale Kontrolle wie Parks, auch rund um Schulen ist es oft auffällig dreckig. Sichtbar vermüllt ist auch oft das Indeufer, das der Wasserverband zweimal jährlich und auch die DLRG reinigen. Privatleute sollten dort aber nicht sammeln, betont Schulz, weil es wegen der Strömung und Unterspülungen nicht sicher sei.

Katharina Schulz hat auch schon ein weiteres Projekt im Kopf, für das sie Inspiration im privaten Umfeld gefunden hat: Taschenaschenbecher. Kippenstummel sind nämlich eins der größten Übel, insbesondere rund um Bushaltestellen.

Während der Öffnungszeiten des Rathauses ist Katharina Schulz erreichbar unter 71361, E-Mail: katharina.schulz@eschweiler.de