Adventskonzert in der vollbesetzten Evangelischen Dreieinigkeitskirche

Eschweiler: Die Hoffnungsmelodie Gottes erlebbar machen

Vielfalt. Ein Wort, das die zurückliegenden Monate des zu Ende gehenden Jahres aus Sicht aller Mitglieder und Mitwirkenden der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler vielleicht annähernd zu beschreiben vermag: 500 Jahre Reformation. 125 Jahre Dreieinigkeitskirche. Und: 125 Jahre Kantorei innerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde.

Jubiläen, zu deren Feierlichkeiten alle Indestädter unabhängig ihrer Konfession, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung eingeladen waren. Einladungen, die unzählige Menschen annahmen. So auch am frühen Samstagabend, als die Musikgruppen der Kantorei während des festlichen Adventskonzerts im vollbesetzten Gotteshaus das Wort „Vielfalt“ einmal mehr mit Leben erfüllten.

Unter der Gesamtleitung von Kantor Gerhard Behrens luden das Bläserensemble, der Posaunenchor, der Handglockenchor „Bells of Glory“, das Vocalensemble, der Seniorenchor und der Gospelchor „The Trinity Gospel Company“ die Zuhörer ein, sich am Vorabend des dritten Advents gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern sowie den Instrumentalisten auf die Menschwerdung des Gottessohnes vorzubereiten. So brachten Bläserensemble und Posaunenchor mit „Joy to the world“ Freude in die Herzen der Konzertbesucher.

Den Musikerinnen des Handglockenchors gelang es einmal mehr, ihrem Namen alle Ehre zu machen, das Publikum mit Interpretationen von unter anderem „The Little Drummer Boy“ in außergewöhnliche Klangwelten zu führen und es während des Klassikers „Nun freut euch, ihr Christen“ zum Mitsingen zu inspirieren.

Der Seniorenchor ließ das bewegende „Maria durch ein Dornwald ging“ hören und stimmte gemeinsam mit dem Vocalensemble „Gott heilger Schöpfer aller Stern“ an. Voller Enthusiasmus präsentierte die „Trinity Gospel Company“ John Rutters „Star Carol“, bevor der Gospelchor die Schlussphase des gelungenen Konzerts mit den wunderbaren Titeln „A maiden most gentle“ („Eine sanfte Jungfrau“), „Mighty wonder“ und der „Night of silence“ von Daniel Kantor prägte.

Gedankliche Farbtupfer

Mit kurzen Lesungen setzten Ulrike Sommer und Thomas Richter zwischen den mitreißenden Klängen gedankliche Farbtupfer, die nachdenklich stimmten, doch auch Optimismus vermittelten. Die Pfarrerin zitierte den katholischen Theologen Pierre Stutz, der die Menschen auffordert, „Hoffnungston in einer resignierten Welt“ zu sein und in den Klängen der Musik die „Hoffnungsmelodie Gottes zu erkennen“. Darüber hinaus hielt sie einen Vorschlag für eine (alternative?) Gestaltung des Weihnachtsfestes jenseits der Geschenke und des Konsums bereit: „Diesmal mache ich es anders.

In diesem Jahr gehe ich zum Stall“. Thomas Richter ließ eine „moderne Version“ der Weihnachtsgeschichte hören, in der die Sehnsucht und ihr „natürlicher“ Begleiter, die Angst, in einer Welt, in der die Herzen besetzt sind von der Sucht nach Geld, Wissen und Macht unerwartet auf die Fantasie trifft, die die Hoffnung gebiert.

Mit starkem Applaus belohnten die Konzertbesucher die Musiker der Kantorei, die eine letzte Überraschung für ihre Gäste bereithielten. Denn am Ausgang wurde die 84 Seiten starke „Festschrift zum 125-jährigen Bestehen der Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler“ verteilt. Ein Beleg der Vielfalt.

(ran)