Eschweiler: Adventskonzert der Liszt-Gesellschaft: So vielschichtig wie die Liebe

Eschweiler: Adventskonzert der Liszt-Gesellschaft: So vielschichtig wie die Liebe

Ein angesichts der großen Zahl der Besucher bereits vor Konzertbeginn überwältigter Vorsitzender Günther Wopperer und ein angesichts der dargebotenen musikalischen Qualität überwältigtes Publikum während und nach dem Kunstgenuss — das Adventskonzert der Franz-Liszt-Gesellschaft Eschweiler im neuen Konzertsaal im Seehaus am Blausteinsee übertraf am Sonntagvormittag wohl alle Erwartungen.

Dem Auftakt der Vorbereitungszeit auf das Fest der Liebe entsprechend, standen die musikalischen Beiträge unter der Überschrift „Liebe in der Opernliteratur“. Und wie vielschichtig, unterschiedlich, abwechslungsreich, heiter, leichtfüßig, aber auch dramatisch die Liebe Gottes zu den Menschen, die Liebe zwischen Frau und Mann oder zwischen Eltern und Kindern sein kann, unterstrichen Jozsef Ács, musikalischer Leiter der Franz-Liszt-Gesellschaft, am Klavier sowie Violetta Palatinus, Monika Kettenis (beide Sopran), Anne Lafeber (Alt), Hrólfur Saemundsson (Bariton) und Woong-jo Choi (Bass) mit großartigen Gesangsdarbietungen.

Ließ mit der Ouvertüre der Mozart-Oper „Figaros Hochzeit“ das Eis in Richtung Publikum ohne Umschweife schmelzen: Jozsef Ács tauchte am Klavier einmal mehr in „sein“ Element ein. Zwei Sängerinnen, eine Einheit: Monika Kettenis (links) und Anne Lafeber brillierten mit der weltberühmten „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Ob als Philippo aus „Don Carlos“ oder Graf Walter aus „Luisa Miller“: Woong-jo Choi riss mit seiner Interpretation beider Verdi-Arien die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Brachte eindringlich unter anderem die Liszt-Komposition „O lieb, o lieb...“ zu Gehör: Violetta Palatinus ließ das Publikum träumen. Begeisterte nicht nur in der Rolle des Miller als Gegenspieler von Graf Walter, sondern stellte ebenso unter Beweis, in Richard Wagners „Tannhäuser“ zu Hause zu sein: der Bariton Hrólfur Saemundsson (von links). Foto: Andreas Röchter

Pointiert ergänzt wurde der musikalische Hochgenuss durch zwei kurze Lesungen von Ewa Teilmans. Die Regisseurin, Autorin und Schauspielerin trug stimmungsvoll die berührenden Märchen „Der glückliche Prinz“ von Oscar Wilde und „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Hans Christian Andersen vor.

Ließ mit der Ouvertüre der Mozart-Oper „Figaros Hochzeit“ das Eis in Richtung Publikum ohne Umschweife schmelzen: Jozsef Ács tauchte am Klavier einmal mehr in „sein“ Element ein. Zwei Sängerinnen, eine Einheit: Monika Kettenis (links) und Anne Lafeber brillierten mit der weltberühmten „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Ob als Philippo aus „Don Carlos“ oder Graf Walter aus „Luisa Miller“: Woong-jo Choi riss mit seiner Interpretation beider Verdi-Arien die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Brachte eindringlich unter anderem die Liszt-Komposition „O lieb, o lieb...“ zu Gehör: Violetta Palatinus ließ das Publikum träumen. Begeisterte nicht nur in der Rolle des Miller als Gegenspieler von Graf Walter, sondern stellte ebenso unter Beweis, in Richard Wagners „Tannhäuser“ zu Hause zu sein: der Bariton Hrólfur Saemundsson (von links). Foto: Andreas Röchter

Meisterwerke sprechen für sich

Ließ mit der Ouvertüre der Mozart-Oper „Figaros Hochzeit“ das Eis in Richtung Publikum ohne Umschweife schmelzen: Jozsef Ács tauchte am Klavier einmal mehr in „sein“ Element ein. Zwei Sängerinnen, eine Einheit: Monika Kettenis (links) und Anne Lafeber brillierten mit der weltberühmten „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Ob als Philippo aus „Don Carlos“ oder Graf Walter aus „Luisa Miller“: Woong-jo Choi riss mit seiner Interpretation beider Verdi-Arien die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Brachte eindringlich unter anderem die Liszt-Komposition „O lieb, o lieb...“ zu Gehör: Violetta Palatinus ließ das Publikum träumen. Begeisterte nicht nur in der Rolle des Miller als Gegenspieler von Graf Walter, sondern stellte ebenso unter Beweis, in Richard Wagners „Tannhäuser“ zu Hause zu sein: der Bariton Hrólfur Saemundsson (von links). Foto: Andreas Röchter

Vor und nach den Lesungen stand einzig und allein die Musik im Mittelpunkt. Da die Meisterwerke von Mozart, Brahms, Wagner, Liszt, Verdi, Giordano und Offenbach für sich sprechen und keinerlei Erläuterungen bedürfen, verzichteten die Verantwortlichen der Franz-Liszt-Gesellschaft auf eine Moderation.

Ließ mit der Ouvertüre der Mozart-Oper „Figaros Hochzeit“ das Eis in Richtung Publikum ohne Umschweife schmelzen: Jozsef Ács tauchte am Klavier einmal mehr in „sein“ Element ein. Zwei Sängerinnen, eine Einheit: Monika Kettenis (links) und Anne Lafeber brillierten mit der weltberühmten „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Ob als Philippo aus „Don Carlos“ oder Graf Walter aus „Luisa Miller“: Woong-jo Choi riss mit seiner Interpretation beider Verdi-Arien die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Brachte eindringlich unter anderem die Liszt-Komposition „O lieb, o lieb...“ zu Gehör: Violetta Palatinus ließ das Publikum träumen. Begeisterte nicht nur in der Rolle des Miller als Gegenspieler von Graf Walter, sondern stellte ebenso unter Beweis, in Richard Wagners „Tannhäuser“ zu Hause zu sein: der Bariton Hrólfur Saemundsson (von links). Foto: Andreas Röchter

Stattdessen sagte Günther Wopperer vor Beginn der beiden Konzertteile lediglich die bevorstehenden Werke kurz an. So oblag es Jozsef Ács, als Klaviersolist das Eis in Richtung Publikum, darunter mit Michael Schmitz-Aufterbeck der Generalintendant des Theaters Aachen, zu brechen. Voll ansteckendem Enthusiasmus widmete sich der Ausnahmemusiker geradezu jubilierend der Ouvertüre zur Mozart-Oper „Figaros Hochzeit“.

Nach dem instrumentalen Auftakt folgte ein variabler Stimm- und Klangteppich der Extraklasse: fein und pointiert durch das Duo Monika Kettenis (Sopran) und Anne Lafeber (Alt), das die Lieder „Die Meere“, „Am Strande“ und „Die Schwestern“ von Johannes Brahms zu Gehör brachte, dramatisch durch Violetta Palatinus (Sopran) mit der Liszt-Komposition „O lieb, o lieb...“ sowie gewaltig durch die Vorträge von Hrólfur Saemundsson (Bariton) und Woong-jo Choi (Bass), die „O du, mein holder Abendstern“ aus Wagners Tannhäuser beziehungsweise die „Arie von Philippo“ aus Verdis Don Carlos mit grandioser Klangfülle „herausschmetterten“. Schon zur Pause erklangen erste Bravo-Rufe aus dem Publikum.

Den vielbeklatschten Auftakt zum zweiten Teil gestalteten Monika Kettenis und Anne Lafeber, die sich kurz darauf in Richtung Kornelimünster zum im WDR übertragenen Weihnachtskonzert verabschiedeten, mit der weltberühmten „Barcarole“ aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach. Den langen Weg von der Verzweiflung hin zur Hoffnung zeichnete Violetta Palatinus auf mitreißende Art durch die Wiedergabe der Arie „La mamma morta“, die einen der Eckpunkte der Oper „André Chénier“ von Umberto Giordano darstellt, nach.

Rede und Gegenrede kennzeichneten schließlich die fulminanten Vorträge von Woong-jo Choi und Hrólfur Saemundsson, die als Graf Walter und Miller zwei gegensätzliche Protagonisten der Verdi-Oper „Luisa Miller“ darstellten.

Euphorischer Beifall

Kaum war der letzte Ton verklungen, als die Musiker euphorischen Beifall vom Publikum im fast schon übervollen Seehaus empfangen durften.

Überglücklich bedankte sich Günther Wopperer bei den Ensemblemitgliedern des Theaters Aachen (Kettenis, Lafeber, Saemundsson, Woong-jo Choi und Teilmans) sowie bei Violetta Palatinus und „seinem“ musikalischen Leiter Jozsef Ács.

„Eine solche Premiere sollte eine Fortsetzung erfahren“, hofft der Vorsitzende der Franz-Liszt-Gesellschaft Eschweiler, dass das erste Konzert im Seehaus am Blausteinsee nicht das letzte war. Und mit ihm hoffen wohl zahlreiche Musikfreunde.

(ran)
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