Mitmachkonzert im Talbahnhof: Abwechslungsreiches Liedgut lockt Sänger ins Kulturzentrum

Mitmachkonzert im Talbahnhof : Abwechslungsreiches Liedgut lockt Sänger ins Kulturzentrum

Von „Bunt sind schon die Wälder" und „Lili Marlen" über „Heimat, deine Sterne" bis „Nehmt Abschied, Brüder" („Auld Lang Syne“) und „Guten Abend, gut Nacht“ - der unter der Gesamtleitung von Leo Braun stehende traditionelle Volksliederabend des Eschweiler Geschichtsvereins, der am Donnerstagabend in Kooperation mit der Volkshochschule Eschweiler stattfand, bot einmal mehr abwechslungsreiches Liedgut und lockte zahlreiche Sänger in das vollbesetzte Kulturzentrum Talbahnhof.

Unter dem Motto „Singen macht froh. Drum singe, wem Gesang gegeben“ stimmte der im wahrsten und besten Sinne bunt zusammengewürfelte Chor, feinfühlig begleitet von Peter Goerres am Piano, bekannte Melodien von unter anderem Friedrich Silcher und Johannes Brahms an. Ergänzt wurde das Mitmach-Konzert durch Gesangseinlagen des Kinderchors der Pfarrgemeinde St. Severin Weisweiler und der Solistin Marianne Savelberg.

Die jungen Sängerinnen und Sänger eröffneten unter der Leitung von Norbert Hoersch den Volksliederabend mit dem Pfadfinderlied „Flinke Hände“, das aufruft, mit wachem Auge und weitem Herzen in Freundschaft zusammenzuhalten und so die Welt zu verändern. Mitten in die Seelen der Zuhörerinnen und Zuhörer traf Marianne Savelberg, als sie auf den Spuren Heinz Rühmanns wandelte und dessen berührendes Lied „Der Clown“ interpretierte, dessen Protagonist „immer lustig anzuschauen“ war, jedoch „niemanden in sein Herz hineinschauen“ ließ. Darüber hinaus überzeugte VHS-Mitarbeiterin Malgorzata Müller am Keyboard, an dem sie ein ganzes Orchester erklingen ließ.

Das Herzstück des Abends bildete aber das Gemeinschafts-Chorerlebnis aller Besucher des Volksliederabends: „Musik bringt Menschen zusammen und das Singen kennt kein Alter“, hatte Leo Braun seine Gäste begrüßt und diesen einen kurzen Einblick in das Wirken des im Jahr 1976 ins Leben gerufenen Arbeitskreises „Mundartpflege“ gewährt. „Dessen Mitglieder haben immer die Meinung vertreten, dass das Singen von Volksliedern auch Pflege des Brauchtums ist“, so Leo Braun.

Macher und Organisator: Leo Braun, Leiter des EGV-Arbeitskreises „Mundartpflege“, stellte einmal mehr ein abwechslungsreiches Gesangs- und Musikprogramm auf die Beine. Foto: Andreas Röchter

Gesagt, getan lautete unmittelbar darauf die Devise, als mit „Bunt sind schon die Wälder“ fröhlich der Herbst begrüßt wurde, bevor die Sängerinnen und Sänger „mit frischem Seemannsmut“ den Kampf mit dem Wind und den Wellen des Ozeans aufnahmen, als sie „Heute an Bord, morgen geht´s fort“ anstimmten.

Ein wenig melancholisch äußerte der Chor den Wunsch „Man müsste nochmal zwanzig sein“, jubilierte zwischenzeitlich mit „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, um letztlich einsehen zu müssen, dass auch die schönsten Stunden einmal ihr Ende finden. „Nehmt Abschied, Brüder“ lautete die einerseits wunderbar melodisch klingende, andererseits schmerzhaft unausweichliche Botschaft, dem nur noch das zu Herzen gehende und von Johannes Brahms vertonte Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ folgen konnte.

Der Rest war lautstarker Beifall und Danksagung. VHS-Leiterin Silvia Hannemann zollte Leo Braun für dessen jahrzehntelanges Engagement größten Respekt und erhielt postwendend ein großes Lob des EGV-Ehrenvorsitzenden Simon Küpper. „Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen der Volkshochschule war die Kooperation zwischen der VHS und dem Geschichtsverein noch nie so eng“, unterstrich der langjährige Vorsitzende des Geschichtsvereins. Leo Braun hatte derweil bereits zu Beginn des Volksliederabends in die Zukunft geblickt und den Kinderchor der Pfarrgemeinde St. Severin Weisweiler zur nächsten Ausgabe in zwei Jahren eingeladen. Die Tradition soll nämlich fortgesetzt werden. Zunächst in 2021.