800-Jahr-Feier in Hehlrath

Festmesse : Ein besonderes Jubiläum in Hehlrath

Am Sonntag, 25. November, findet in der Pfarrkirche St. Cäcilia Hehlrath um 10.45 Uhr eine Festmesse der besonderen Art statt. Aus Gründen des Jubiläumsjahrs 2019, in dem das Dorf seine 800-Jahr-Feier in zwei Veranstaltungen durchführt, nämlich einer Ausstellung in der Traditionsgaststätte „Hexenhaus“ vom 11. bis zum 17. Februar 2019 mit Bildern und genealogischem Forschungsmaterial von Nikolaus Müller und einer Hauptfeier am 25. und 26. Mai mit Dorfabend und Umzug, gedenken die Hehlrather am Totensonntag 2018 der verstorbenen Priester des Ortes, nicht zuletzt auch des langjährigen Pfarrers Josef Wienand.

In dieser Messe, die zugleich die Cäcilienfeier in der Kirche ist, singt ein stattlicher Chor vom Altarraum aus eine Festmesse, und zwar der mitgliederstarke „Fortissimo-Euregio-Männerchor“ unter Leitung von Ludwig Pitz. Auch der Organist Heinrich Krüttgen und der Flötist Andreas Lammertz tragen zur Messe bei.

Darüber hinaus stellt das Organisationskomitee eine der ersten Urkunden vor, die die Existenz von Hehlrather Rittern als Zeugen des Aachener Stadtgerichts am Marienstift bezeugt, eine Kartularurkunde aus dem Jahr 1252, deren Reproduktion im laminierten DIN-A5-Format für drei Euro man nach der Messe auch kaufen kann.

Einfach war letztlich der Nachweis der 800 Jahre Hehlrath nicht, wie Heinz-Theo Frings in einem Aufsatz des diesjährigen Jahresbandes des Eschweiler Geschichtsvereins sowie in erweiterter Form im Buch „800 Jahre Hehlrath“, das im Mai 2019 erscheinen wird, aufzeigt. Das Wissen, dass es zwei parallele Quellenlagen gibt, die nichts miteinander zu tun haben, mussten sich die Heimatforscher erst wieder erarbeiten, und die Quintessenz dieser Forschung war, dass die erste Quelle, in der Hehlrath genannt ist, nicht vom 11. Februar 1219 war, wie bisher angenommen, sondern vom 22. November1219. Es ist eine Kartular-Urkunde, die in der lateinischen Protokollierung eines Urteils den Schöffen Gerardus de Helrode nennt, dessen Todestag zwar im ältesten Aachener Totenbuch auf den 11. Februar eingetragen ist, da aber das hundert Jahre lang geführte und gebrauchte Totenbuch nach dem neuesten Forschungsstand erst 1239 angefangen wurde und außerdem der Schöffe Gerardus ja am 22. November 1219 noch am Gericht tätig war, ist er später verstorben – vielleicht am 11. Februar 1234, da in diesem Jahr zum ersten Mal sein Sohn Conradus als Schöffe genannt wird, möglicherweise aber auch früher oder später, wenn er sich von seinem Sohn ablösen ließ.

Jedenfalls ist das Jahr 1219 nun definitiv als erste Nennung von Hehlrath in einer als Primärurkunde im Landesarchiv Duisburg vorliegenden Kartularurkunde belegt, wovon die beiden Forscher zusammen mit Christoph Kamps als Vertreter der Pfarre St. Cäcilia Hehlrath sich persönlich überzeugt haben. Eine jüngst im Internet gefundene Eintragung in einer Preußischen Staatsarchivquelle von 1773 mit der Eintragung eines weiteren Hehlrather Ritters mit Namen „Joannis de Helrode“ für das Jahr 1214 war überraschend und brachte Klaus Müller eine schlaflose Nacht ein, kann aber nicht als Ausgangsdatum zugrunde gelegt werden, da die Primärquelle nicht verifizierbar ist. Vielleicht gelingt das den Nachfahren bis zur 1000-Jahr-Feier, dann eben im Jahre 2214 oder noch früher.

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