17 Ziele für eine bessere Welt: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Sechster Teil der Nachhaltigkeitsserie : „Fott met dr Dress!“

Im sechsten nachhaltigen Entwicklungsziel der Vereinten Nationen wird die große Bedeutung der Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser anerkannt. Gemeinsam mit sanitärer Versorgung stellen diese eine grundlegende Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung auf der ganzen Welt dar.

Dementsprechend lautet die Hauptforderung von Ziel sechs, den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen bis zum Jahr 2030 für alle Menschen sicherzustellen sowie die globalen Wasserressourcen nachhaltig zu bewirtschaften.

Dass Ziel sechs durchaus sehr ambitioniert ist, verdeutlichen die Zahlen eines aktuellen Berichts des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). So verfügt nämlich noch immer jeder dritte Mensch auf der Erde über keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser.

Ganz zu schweigen von einer hygienischen Sanitärversorgung, die mehr als der Hälfte aller Menschen nicht zur Verfügung steht. Verschärft werden diese Probleme durch den Zuzug von immer mehr Menschen in Städte, das große Wachstum der Weltbevölkerung sowie den Klimawandel. Diese haben nämlich vielfach verheerende Auswirkungen auf die globalen Wasserressourcen und Ökosysteme.

Für Deutschland ist zwar die Trinkwasser- und Sanitärversorgung im Rahmen der Daseinsvorsorge gewährleistet, bei der Gewässer- und Wasserqualität stellen sich jedoch neue große Herausforderungen. So führen der Einsatz von zu viel Gülle und Mineraldünger in der Landwirtschaft zunehmend zu hohen Nitratbelastungen im Grundwasser. Um die Gesundheit der Verbraucher zu gewährleisten und den Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser einzuhalten, müssen die Wasserversorger deshalb immer mehr Aufwand bei der Wasseraufbereitung betreiben. Die Maßnahmen der Versorgungsunternehmen führen jedoch nur zu einem Zeitgewinn und nicht zu einer dauerhaften Lösung des Problems, sollte sich an der landwirtschaftlichen Praxis nichts ändern. In der Konsequenz drohen zukünftig massive Preissteigerungen beim Trinkwasser.

Nachhaltige Abhilfe kann hier unter anderem die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft schaffen. In der Eschweiler Nachhaltigkeitsstrategie wird diesbezüglich eine deutliche Erhöhung an den Ackerflächen im Stadtgebiet anvisiert.

Dass man in der Indestadt bereits seit vielen Jahren in den Bereichen von SDG 6 aktiv ist, spiegelt sich laut Stadt auch in der Renaturierung der Inde sowie in der Entstehung und Bewirtschaftung des Blausteinsees wieder. So hat die Blaustein-See GmbH beispielsweise eine Reihe von Maßnahmen zum Gewässerschutz eingeleitet. Die ausgezeichnete Wasserqualität des Sees spricht für sich.

Den für den Wasserhaushalt wichtigen Schutz von Ökosystemen wie Flüssen beziehungsweise deren Wiederherstellung kann man sich in Eschweiler übrigens bei einer Wanderung selbst vor Augen führen. Im Frühjahr dieses Jahres eröffneten die Wasserwege Blausteinsee sowie Inde und Omerbach. Hier können sich Naturliebhaber bei einer Wanderung entlang der genannten Gewässer interaktiv über Renaturierung und Umweltschutz informieren.

Von der Basisversorgung mit sauberem Trinkwasser und hygienischen Sanitäranlagen hin zum Schutz von Gewässern und Feuchtsystemen – Ziel sechs der UN-Nachhaltigkeitsagenda umfasst eine große Bandbreite an Handlungsfeldern. Und so passt der Spruch aus dem Eischwiele Platt, den man in der Eschweiler Verwaltung dem sechsten Nachhaltigkeitsziel zugeordnet hat, sowohl auf Nitrat im Grundwasser als auch auf die Gedanken, die einem beim Betätigen der Klospülung durch den Kopf gehen mögen. Dieser lautet nämlich: „Fott met dr Dress!“

Mehr von Aachener Zeitung