17 Ziele für eine bessere Welt: Kein Hunger

Zweiter Teil der Nachhaltigkeitsserie : „Jode Honge ävve füe se all“

Die Vereinten Nationen und auch die Stadt Eschweiler verfolgen 17 Nachhaltigkeitsziele. Wir stellen Ihnen die Ziele in unserer Serie vor. Im zweiten Nachhaltigkeitsziel dreht sich alles um das Thema Ernährung.

Allem voran steht die Kernforderung, bis zum Jahr 2030 weltweit den Hunger zu beenden und allen Menschen den steten und ausreichenden Zugang zu nährstoffreichen Nahrungsmitteln zu sichern. Wenn man bedenkt, dass auf der ganzen Welt knapp 800 Millionen Menschen Hunger leiden und zwei Milliarden Menschen mangelernährt sind, erscheint Ziel 2 als ein sehr ambitioniertes Vorhaben. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler hält dem jedoch entgegen, dass die globale landwirtschaftliche Produktion problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren könne. Damit wird deutlich, dass Hunger bedingt wird durch Armut, mangelnde Infrastruktur, Handelsbarrieren und bewaffnete Konflikte.

Im Zusammenhang mit Armut und Verwahrlosung ist Hunger oder zumindest doch Mangelernährung auch durchaus ein Problem in reichen Ländern wie Deutschland. So sind immer mehr Menschen nicht in der Lage, sich angemessen zu ernähren. Besonders betroffen sind dabei die Sozialschwächsten wie beispielsweise Kinder aus Haushalten, die ALG-2 beziehen. Immer häufiger beobachten Lehrer an Schulen in benachteiligten Stadtteilen, dass Kinder ohne Pausenbrot und mit leerem Magen im Unterricht sitzen.

Ein weiteres Problem stellt armutsbedingte Fehlernährung dar. In beiden Fällen leiden die Betroffenen häufig an Konzentrationsschwächen und Wachstumsstörungen und sind anfällig für Krankheiten. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass das Ziel „Kein Hunger“ bereits bei seiner Kernforderung auch für Eschweiler seine Relevanz hat.

In den Unterzielen von SDG 2 geht es zudem darum, eine bessere Ernährung aller sicherzustellen und die nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Letzteres bedeutet u.a. auch, bei gleichzeitigem Erhalt der Ökosysteme die Erträge zu steigern.

In der Eschweiler Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die Stadt in dieser Hinsicht beispielsweise zum Ziel gesetzt, die ökologische oder umwelt- und bodenverträgliche Landwirtschaft zu fördern. Auch wird angestrebt, dass das Angebot regionaler, ökologischer und fair erzeugter Lebensmittel deutlich erhöht wird und in einem Großteil des Eschweiler Einzelhandels nachhaltige Produkte erhältlich sein werden. Mit der Förderung des Fairen Handels trägt die seit 2017 als Fairtrade-Stadt ausgezeichnete Indestadt zudem dazu bei, in den Erzeugerländern im Globalen Süden Armut zu verringern und somit auch Hunger zu beenden – ganz nach dem Motto: „Jode Honge, ävve füe se all.“

Mehr von Aachener Zeitung