17 Ziele für eine bessere Welt: Gleichheit der Geschlechter

Fünfter Teil der Nachhaltigkeitsserie : „Jede Jeck ess angersch“

Das UN-Nachhaltigkeitsziel Nummer 5 rückt die Gleichheit der Geschlechter in den Fokus. Mit Verabschiedung der Agenda 2030 haben sich somit alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen dazu bekannt, bis zum Jahr 2030 Geschlechtergleichstellung zu erreichen sowie alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung zu befähigen.

Von fehlender Chancengleichheit bis hin zu sexueller Ausbeutung – die Diskriminierung von Frauen und Mädchen macht sich bis heute in vielfältiger Weise bemerkbar. Bereits im letzten Teil unserer Nachhaltigkeitsserie zu Ziel 4 hatten wir beispielsweise auf die Problematik hingewiesen, dass von den 800 Millionen Analphabeten weltweit rund zwei Drittel Frauen sind. Auch verdienen Frauen im Durchschnitt fast ein Viertel weniger für die gleiche Arbeit als Männer. Und in den Parlamenten dieser Welt sitzen im Durchschnitt zu drei Vierteln Männer.

Dies sind nur einige Zahlen, die die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ausdrücken. Auch wenn in vielen Ländern zuletzt Erfolge hinsichtlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau erzielt wurden, so gibt es jedoch bis heute kein Land in dem eine vollständige Gleichberechtigung erreicht ist.

Während mancherorts SDG 5 vor allem die Beseitigung noch teils weit verbreiteter struktureller Gewalt gegen Frauen und Mädchen wie Genitalverstümmelung oder Zwangsheirat forciert, stellen sich in Deutschland Herausforderungen vor allem in Hinsicht auf Entwicklungschancen und Gleichberechtigung in der Arbeitswelt. So liegt Deutschland beispielsweise beim sogenannten „Gender Pay Gap“, die den Unterschied zwischen dem Gehalt der Geschlechter ausdrückt, innerhalb der EU auf den letzten Plätzen: Frauen in gleichen Leistungsgruppen verdienen rund 21 Prozent weniger pro Arbeitsstunde als Männer. Innerhalb der gesamten EU liegt dieser Wert bei 16.

Es gibt verschiedene Ursachen für den geringeren Durchschnittsverdienst von Frauen. Ein Grund dafür sind familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, die oftmals einen Karriere- und Gehaltsknick bedeuten. Dieser wiederum prägt sich umso stärker aus, je länger die Unterbrechung dauert.

Hier ist die Stadt Eschweiler aktiv geworden. Mit dem Ausbau frühkindlicher Betreuungsangebote legt die Stadt Eschweiler eine hohe Priorität auf die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Einige Einrichtungen bieten dabei bereits Betreuung zu Randzeiten und flexible Bring- und Abholzeiten an. Dadurch erhalten vor allem Frauen, auf die der überwiegende Anteil erziehungsbedingter Auszeiten im Beruf fällt, die Möglichkeit, nach Kinderpausen schnell wieder ins Berufsleben zurückzukehren. Durch die in der Eschweiler Nachhaltigkeitsstrategie anvisierte Entwicklung eines neuen Konzepts zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie will die Stadtverwaltung zudem selber als positives Beispiel vorangehen und zugleich ihre Attraktivität als Arbeitgeberin steigern.

Im Übrigen wurde beim Erarbeiten des Eschweiler Rahmenwerks für nachhaltige Entwicklung hinsichtlich der Beseitigung von Diskriminierung über Ziel 5 deutlich hinausgegangen. Unabhängig von Alter, Migrationshintergrund, Sexualität, Religion oder Behinderung wird so im Themenfeld „Gesellschaftliche Teilhabe und Gender“ die gleichberechtigte Teilhabe aller als Grundpfeiler für eine zukunftsfähige Gesellschaft verstanden. Getreu dem Motto „Jede Jeck ess angersch“ sollen alle EinwohnerInnen Eschweilers in ihrer gesamten Vielfalt zur Bereicherung der Stadtgesellschaft beitragen.

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