17 Ziele für eine bessere Welt: Bezahlbare und saubere Energie

Siebter Teil der Nachhaltigkeitsserie : „Dr Wenk hätt sich jedriehnt“

Stärker als im 7. nachhaltigen Entwicklungsziel kann die Relevanz der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für Eschweiler nicht sichtbar werden. Geht es in Ziel 7 doch um das Thema Energie.

Bereits seit mehr als hundert Jahren ist Eschweiler Energiestandort. Allerdings wird bis heute ein beachtlicher Anteil der in Eschweiler erzeugten Energie durch die Verbrennung von Braunkohle gewonnen, was zu einem starken Ausstoß von klimaschädlichem CO2 führt. Dass die Zukunft der Stromerzeugung in den erneuerbaren Energien liegt, weiß man in Eschweiler nicht nur dank des ausgeprägten Nachhaltigkeitsbewusstseins. Allein schon die Tatsache, dass 2030 die Braunkohle im Tagebau Inden erschöpft ist, macht ein Umdenken bei der Energiegewinnung unausweichlich. Und so hat die Stadt Eschweiler bereits vor mehreren Jahren damit begonnen, auch auf den Ausbau erneuerbarer Energien wie Solar und Windkraft zu setzen und durch Gebäudesanierung die Effizienz verbrauchter Energie zu erhöhen.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das beispielsweise, dass bereits heute ca. 80% des Eschweiler Strombedarfs durch in Eschweiler nachhaltig erzeugten Strom abgedeckt werden können. Es sind u.a. solche Zahlen, die dazu geführt haben, dass Eschweiler seit 2014 mit dem European Energy Award (EEA) zertifiziert ist.

So wie der EEA jedoch als ein Prozess zu verstehen ist und die Leistungen in regelmäßigen Abständen zu bestätigen sind, so sieht auch Eschweiler sich selbst mitten in einem Prozess, was den Ausbau erneuerbarer Energien angeht. In der Eschweiler Nachhaltigkeitsstrategie ist diesbezüglich beispielsweise das klare Ziel formuliert, die Nutzung von Öko-Strom in städtischen Gebäuden bis 2022 auf 100 Prozent zu erhöhen. Ebenso soll bis 2030 eine nahezu vollständige Versorgung neuer Wohngebiete mit regenerativer Wärme sichergestellt sein.

Für viele Menschen in anderen Teilen der Welt mögen die Eschweiler Herausforderungen zu SDG 7 wie „Luxusprobleme“ erscheinen. Geht es doch in den Unterzielen von Ziel 7 auch um die Beseitigung von weitaus grundlegenderen Missständen. So wird im ersten Unterziel zunächst einmal der Zugang zu Energie für alle gefordert, der vor allem in vielen Ländern Afrikas alles andere als selbstverständlich ist. Weltweit verfügen übrigens bis heute rund eine Milliarde Menschen über keinen Stromanschluss. Anders als in der Vergangenheit in Ländern wie Deutschland soll die allgemeine Elektrifizierung in den Regionen mit Nachholbedarf dabei allerdings von Beginn an mithilfe nachhaltiger Energien erfolgen.

Dieser – wenn auch manchmal noch langsam – voranschreitende weltweite Wandel hin zum Zeitalter der regenerativen Energien lässt sich nicht mehr aufhalten. Um es kurz und treffend auszudrücken: „Dr Wenk hätt sich jedriehnt.“

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