17 Ziele für eine bessere Welt: Armut beenden

Erster Teil der Nachhaltigkeitsserie : „Benediktum, benedaktum … he lööf kehne mi puddelrüh erömm!“

17 Nachhaltigkeitsziele verfolgen die Vereinten Nationen und auch die Stadt Eschweiler. Letztere erklärt jetzt ihren Bürgern, um was es da jeweils geht – op Eischwiele Platt auf Bierdeckeln.

Das erste Nachhaltigkeitsziel hat den Anspruch, Armut in all ihren Formen zu beenden. Dabei gilt als Zielvorgabe vor allem, bis zum Jahr 2030 die extreme Armut auf der ganzen Welt zu überwinden. Als extrem arm gilt, wer pro Tag mit weniger als 1,25 Dollar auskommen muss. Auch im Jahr 2019 betrifft das noch rund 800 Millionen Menschen weltweit, darunter rund zwei Drittel Frauen. Extreme Armut findet sich vor allem in den Ländern des Globalen Südens.

Wenn man hierzulande von Armut spricht, bezieht man sich in der Regel auf die sogenannte relative Armut. Wenn eine Person über deutlich weniger materielle und immaterielle Güter verfügt und geringere Chancen hat, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, als die meisten anderen Menschen in einer Gesellschaft, gilt sie als relativ arm. Nicht selten führt relative Armut zu sozialer Ausgrenzung.

Mit dem Unterziel, in allen Staaten der Erde die entsprechend dem jeweiligen nationalen Standard herrschende relative Armut bis 2030 mindestens zu halbieren, wird auch die große Bedeutung des ersten nachhaltigen Entwicklungsziels für Eschweiler deutlich. Nicht zuletzt hat die Veröffentlichung des ersten Eschweiler Sozialberichts im Jahr 2018 in Erinnerung gerufen, dass, gemessen am Durchschnittseinkommen der in einer Stadt lebenden Menschen, unsere Region  zu den Ärmsten in Nordrhein-Westfalen gehört.

Dabei sind manche Personengruppen wie beispielsweise Alleinerziehende und ihre Kinder besonders häufig von Armut betroffen oder bedroht.

Um dies zu ändern, wird in Ziel 1 auch gefordert, durch Erhalt, Auf- und Ausbau sozialer Sicherungssysteme, die Entwicklungschancen von Armut betroffener Menschen zu erhöhen. Die Stadt Eschweiler setzt unter anderem mit dem flächendeckenden Ausbau frühkindlicher Bildungsangebote, der geplanten Kita-Beitragsfreiheit ab 2020 und Investitionen in den sozialen Wohnungsbau eine hohe Priorität auf die Überwindung von Armut in Eschweiler.

Auch wenn bereits im Jahr 2019 in Eschweiler niemand so arm ist, dass er ohne Kleider herumlaufen müsste, so hat man doch im übertragenen Sinne den spätestens für 2030 anvisierten Zielzustand für die Übersetzung von SDG 1 ins Eischwiele Platt auserkoren. Mit der grafischen Bezugnahme auf den in Eschweilers christlicher Tradition so bedeutsamen St. Martin wird klar, dass es um die Überwindung von Armut geht, wenn es da heißt: „Benediktum, benedaktum … he lööf kehne mi puddelrüh erömm!“

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