Eschweiler: 136 Soldatenschicksale ans Licht geholt

Eschweiler: 136 Soldatenschicksale ans Licht geholt

In dieser Jahreszeit gedenken wir unserer Toten. So ist es nicht verwunderlich, dass kurz vor Totensonntag ein Buch erscheint, das es seinesgleichen in Eschweiler bisher nicht gegeben hat.

Der Arbeitskreis 7 des Eschweiler Geschichtsvereins hat sich die Familienforschung zu seiner Aufgabe gemacht. Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten fiel den Mitgliedern mit ihrer Leiterin Claudia Niederhäuser ein schriftliches Vermächtnis auf, das nun veröffentlicht wurde.

Es handelt sich um die Aufzeichnungen des Röher Volksschullehrers Michael Zander aus dem Jahre 1927, der sehr deutlich und anschaulich über die verstorbenen und vermissten Röher Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 und aus dem Kolonialkrieg in Deutsch-Südwest-Afrika 1904 berichtet. Insgesamt 136 Soldatenschicksale werden hier mit einem Schlag aus der Dunkelheit der Geschichte ans Licht gebracht.

Doch lassen wir den längst verstorbenen Michael Zander selbst zu Wort kommen:

„(Das Buch) Meinem Sohne Heinrich zu Eigen gewidmet, Eschweiler-Röhe, Allerheiligen 1927” und „Der Schulchronik der katholischen Volksschule Eschweiler-Röhe geschenkt am Volkstrauertag am 01. März 1931.”

Zander gedachte fernerhin der Toten und mahnte die Lebenden.

Im Buch selbst wird die jeweilige Lebensgeschichte der Röher Soldaten, deren Familienzugehörigkeit, Berufsausübung sowie deren Dienstverwendungen aufgezählt. Auch Todesort, -tag und, soweit bekannt, die Begräbnisstätte werden genannt.

Ein kurzer geschichtlicher Abriss fehlt genau so wenig wie eine Abhandlung über das Röher Ehrenmal.

In mühevoller Kleinarbeit haben die Mitglieder des Arbeitskreises 7 dazu beigetragen, die Aufzeichnungen in die heutige Schreibweise zu übertragen und weitere Details in Form von Registern dem Buch hinzugefügt.

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