13 Athleten des Marathon-Clubs Eschweiler finishen Ironman in Hamburg

13 Athleten finishen den Ironman in Hamburg : „Dieses Gefühl ist unbeschreiblich“

13 Athleten des Marathon-Clubs Eschweiler sind beim Ironman in Hamburg an den Start gegangen. Trotz schwieriger Wetterbedingungen haben es alle geschafft, zu finishen. Die Athleten erzählen, wie sie den Tag erlebt haben.

Da sag nochmal einer, dass die „13“ eine Unglückszahl ist. 13 Athleten des Marathonclubs Eschweiler (MCE) waren es, die zur Herausforderung Ironman in Hamburg antraten (wir berichteten) – und alle 13 schafften es ins Ziel. Inzwischen haben sich die Sportler erholt und einige haben einen Einblick in ihr Rennen gegeben.

„Tolle Truppe, super Leistung!“ Mit diesen Worten fasst Florian Biedermann den Wettkampf im Norden Deutschlands zusammen. Für ihn war es der erste Ironman. Sein Ziel vorab: Ins Ziel kommen, wenn möglich unter zwölf Stunden. Jetzt ist er einfach nur glücklich. Ins Ziel ist er gekommen, und zwar nach 10:59:24 Stunden, in denen er die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und den abschließenden Marathon (42,195 Kilometer) absolviert hat.

140 Kilometer im Wasser, 4000 Kilometer Radfahren und 1000 Laufkilometer hatte er in der Vorbereitung auf den Wettkampf alleine in diesem Jahr absolviert. Der Tag in Hamburg startete früh. Um 3.30 Uhr war Aufstehen angesagt, ein kurzes Frühstück, dann ab zum Start und letzte Kontrollen an der Ausrüstung. „Mit mächtigem Kribbeln im Bauch stand ich mit 2500 Leidensgenossen am Jungfernstieg“, blickt Biedermann zurück.

Nach 1:06 Stunden hatte er die Schwimmstrecke geschafft und schon ging es durch „die längste Wechselzone der Welt“ (mehr als 700 Meter lang) auf die Radstrecke, die die Sportler quer durch Hamburg und über die Köhlbrandbrücke mit toller Aussicht auf den Hafen führte. Nicht zu vergessen die Kilometer über den Deich und über Kopfsteinpflaster. 5:15 Stunden benötigte Florian Biedermann insgesamt für die Radstrecke.

Das Publikum an der Marathonstrecke pusht

Jetzt mussten „nur“ noch vier Runden à 10,5 Kilometer absolviert werden. „Je länger des Rennen wurde, umso wichtiger wurden die Anfeuerungen des Publikums“, erzählt der Indestädter. Dieses, so erzählen es auch die Mitstreiter, habe die Sportler immer wieder gepusht.

Das galt auch für die Familien und Freunde der Eschweiler Starter. Diese sahen die Sportler bei jeder Runde, also viermal. „Darauf freut man sich die ganze Runde und das lässt die Schmerzen kurzzeitig vergessen.“ Nach 4:24 Stunden hatte Florian Biedermann dann auch die Marathonstrecke geschafft und hörte diese vier Worte, für die jeder Triathlet diese Strapazen auf sich nimmt: „You are an Ironman!“

Überglücklich: Florian Biedermnn beim Ironman in Hamburg. Foto: Tanja Biedermann

Bereits zum dritten Mal hörte Jürgen Schmidt diese Worte. Er ist 60 Jahre alt und kam nach 13:55:05 Stunden ins Ziel. Am Start ließ er sich zunächst etwas Zeit. Die 2500 Starter wurden nämlich per sogenanntem Rolling-Start ins Wasser gelassen. Das heißt: Alle fünf Sekunden legen fünf Starter los. „Da ich bereits gute Erfahrung mit dieser Art des Starts gemacht hatte, ging ich mit den letzten 20 ins Wasser“, sagt Schmidt und fährt fort: „So habe ich den Vorteil, dass mich niemand ‚überschwimmt’ und rammt.“

Obwohl er sich selbst als nicht allzu guten Schwimmer bezeichnet, erreichte er das Ziel nach 1:36 Stunden. „Dabei hatte ich allerdings laut meiner GPS-Uhr 4044 Meter geschwommen anstatt 3800 Meter. Das kommt daher, dass man nicht den schnurgeraden Weg im Wasser findet.“ Jürgen Schmidt war froh, dass im Neoprenanzug geschwommen werden konnte. „Ab 24,5 Grad herrscht beim Ironman Neopren-Verbot“, erklärt er. Die Temperatur der Alster betrug beim Start: 24,1 Grad.

Ein paar Kilometer mehr wurden es dann auch auf der Radstrecke. Bei allen Eschweiler Athleten zeigte der Tacho nach absolvierter Strecke 186 Kilometer an. „Bis hierhin lief alles wie von mir geplant und gewünscht. Aber dann ging es los“, sagt Schmidt rückblickend. Dabei ist der Marathon eigentlich seine Paradedisziplin, hat er doch in früheren Jahren zahlreiche Wettkämpfe über 42,195 Kilometer bestritten. Der Wettergott spielte dann aber aus Schmidts Sicht nicht mit. Temperaturen über 30 Grad sind nichts für ihn. Ab der Hälfte der Strecke musste er immer wieder Gehpausen einlegen. Dennoch kam er ins Ziel – nach 5:20 Minuten hatte er auch den abschließenden Marathon geschafft.

Aller guten Dinge sind drei

Ebenfalls den dritten Ironman hat Hans-Jürgen Wichert absolviert. Nach Tenby (Wales) und Vichy (Frankreich), die beide, etwa auf Grund der Streckenprofile, besondere Herausforderungen darstellen, sollte beim Ironman Hamburg „alles ganz easy werden“. Die Erklärung: „Schnelle, flache Radstrecke, tolle Laufstrecke.“ Rekorde schienen greifbar. „Aber jeder Ironman ist einzigartig“, so Wichert, der fortfährt: „Hamburg hat keine Berge, wie wir sie kennen. Dort nennt man die Berge offensichtlich Windstärke 2,3 und 4.“ Mit dem Wind habe man daher zu kämpfen gehabt, ebenso mit der aufkommenden Schwüle am Nachmittag.

Besonders stolz ist Wichert auf seine Frau Alexandra, die ihren ersten Ironman bewältigte. Und auf die anderen Rookies des MCE, die zum ersten Mal einen Ironman geschafft haben.

Dazu zählt Christoph Büttner, dessen Devise für die Premiere lautete: „In der Ruhe liegt die Kraft“. Die Nachtruhe war für ihn am Wettkampftag um 3.50 Uhr vorbei. Nach dem Frühstück ging es gegen 5 Uhr zur Wettkampfstätte, wo alles noch einmal kontrolliert wurde. „Gefühlt das 20. Mal“, so Büttner. Das erste Etappenziel hieß: beim Schwimmen unter der Cut-off-Zeit von 2:20 Stunden bleiben. „Gesagt, getan und so kam ich in einer für mich sehr guten Zeit von 1:40:52 Stunden aus dem Wasser ohne besondere Vorkommnisse und die Brille war auch nur fünfmal undicht.“

Büttners Devise führte ihn auch durch die Rad- und dann die Marathonstrecke. Die Mühen haben sich gelohnt: Nach 14:09:16 Stunden erreichte Christoph Büttner schließlich das Ziel und darf sich ab sofort Ironman nennen. „Dieses Gefühl ist unbeschreiblich“, sagt er und dankt vor allem seiner Familie für die großartige Unterstützung.

Die Unterstützung hebt auch Gabi Zimmermann hervor. Ohne die Vereinskollegen und ihren Ehemann Frank hätte sie diese große Herausforderung niemals geschafft. Vor allem, weil sie auf der Laufstrecke nachher mit Schmerzen in Bein und Fuß zu kämpfen hatte. Nach 12:58 Stunden hatte sie den Kampf jedoch gewonnen und wurde „voller Stolz“ im Ziel empfangen. Mit den Worten: „You are an Ironman!“

(tob)