Nordeifel: Zu wenig für Ski und Rodel, aber genug fürs Chaos

Nordeifel: Zu wenig für Ski und Rodel, aber genug fürs Chaos

Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee sind in der Nacht zu Freitag in der Eifel gefallen. Durch den starken Schneefall ist es nach Polizeiangaben zu teilweise erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen und einigen kleineren Unfällen gekommen, bei denen zum Glück niemand verletzt worden ist.

Kurz nach 1 Uhr war bei zum Unfallzeitpunkt geschlossener Schneedecke auf der B266 bei Kesternich ein Pkw-Fahrer mit seinem Auto in die Leitplanken gerutscht.

Kurz vor 3 Uhr kapitulierte eine Autofahrerin vor dem Neuschnee auf der Hahner Straße, knapp 500 Meter vor der Jägerhausstraße. Ihr Auto blieb stecken, konnte aber später mit vereinten Kräften wieder flott gemacht werden.

Auf der B258 zwischen Roetgen und Fringshaus waren gleich mehrere Lkw steckengeblieben. Sie mussten warten, bis die Räum- und Streufahrzeuge die Fahrbahn vom Schnee befreit hatten.

In Lammersdorf auf der Bergstraße hatte sich ein größerer Baum auf die Fahrbahn gelegt und wurde zum Verkehrshindernis. Die Feuerwehr rückte an und machte mit mehreren Motorsägen aus ihm kurzerhand Kleinholz.

Wegen der anhaltenden Schneefälle und der widrigen Straßenverhältnisse haben die belgischen Behörden den Grenzübergang Eupener Straße in Mützenich für den Schwerlastverkehr über 3,5 Tonnen auf unbestimmte Zeit geschlossen.

In der gesamten Nordeifel kam es, vor allem auf den Nebenstraßen, immer wieder zu Beeinträchtigungen.

Die Polizei weist darauf hin, dass nicht zu früh die Winter- wieder durch die Sommerreifen ersetzt werden sollten. Niemand sollte sich von frühlingshaften Temperaturen zwischendurch in die Irre führen lassen. Polizeisprecher Paul Kemen: „Allein der Winter bestimmt, wann er keine Lust mehr hat.”

Das hat die Straßenmeisterei in Rollesbroich zu spüren bekommen. Bereits am Donnerstagabend hieß es ausrücken und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Salz streuen. Eine Maßnahme, „die uns in der Nacht sehr geholfen hat”, so Bruno Alzer von der Straßenmeisterei. Denn als ab 2.30 Uhr der gesamte Fuhrpark erneut bewegt werden musste, sei es für die Räumfahrzeuge ein Vorteil gewesen, dass der Schnee auf eine Lage Salz gefallen war.

Die Arbeit der Räumdienste fand jedoch nicht ungeteilte Zustimmung. Aus unserer Leserschaft wurde kritisiert, dass am Morgen, zwischen 6 und 7 Uhr, auf der so genannten „kleinen Himmelsleiter” zwischen Roetgen und Fringshaus Chaos geherrscht habe. Berufspendler hätten mit erheblichen Behinderungen zu kämpfen gehabt. Auch das Straßenstück über belgisches Territorium zwischen Fringshaus und Konzen sei eine geschlossene Schneedecke gewesen.

In die Kerbe haute erneut Kreisdirektor Helmut Etschenberg aus Monschau. Das erneute Verkehrschaos auf der „kleinen Himmelsleiter” habe die Sorge bestätigt, dass die Leitschwellen in der Fahrbahnmitte, auch „Mäusetunnel” genannt, zu „unzumutbaren Beschränkungen” auf der Hauptverkehrsader B258 führen.

Anlieferer und vor allem Berufspendler fänden eine Verkehrssituation vor, die ihre Geduld auf eine harte Probe stellte. Die „Mäusetunnel”, die dazu beitragen sollten, Probleme auf der Himmelsleiter zu entschärfen, hätten auch beim plötzlichen Wintereinbruch in der Nacht zu Freitag das Gegenteil bewirkt und die Probleme sogar noch verschärft. Etschenberg forderte den Landesbetrieb Straßen NRW erneut auf, die Situation rasch zu verbessern.

Die Wetterprognose verheißt für die nächsten drei Tage laut Bruno Alzer keine Änderung: Winterliche Straßenverhältnisse und Schneefall. Zumindest übers Wochenende bleibt es in der Nordeifel überwiegend weiß. Das bedeutet für die Räumdienste Arbeit rund um die Uhr.

Während es in den Höhenlagen weiter schneien soll, warnt der Deutsche Wetterdienst in tieferen Lagen und Tälern vor ergiebigen Regenfällen, die bis Samstagvormittag kleine Flüsse und Bäche über die Ufer treten lassen und lokale Überschwemmen verursachen können.

Für die Freunde des Wintersports gibt es allerdings keine frohe Kunde: Schneemenge und -beschaffenheit lassen Ski und Rodel nicht zu.