Nordeifel: Zu kalt, zu nass und zu wenig Sonnenschein

Nordeifel: Zu kalt, zu nass und zu wenig Sonnenschein

Der erste Frühlingsmonat war zu kalt, sonnenscheinarm und am Ende auch sehr nass. Vor allem in den ersten zehn Tagen dominierte kaltes, in den Hochlagen auch winterliches Wetter mit Schnee und knackigen Frösten. Mildes Frühlingswetter trat aber auch danach nur für wenige Stunden auf. Die Abweichung von den langjährigen Mitteltemperaturen betrug in Höfen -1,4 Grad und im Raum Aachen -1,8 Grad. Es war der erste unterkühlte Monat seit Oktober 2015.

Das sehr wechselhafte Wetter wurde zum Monatsausklang sogar noch turbulent mit Sturm und Gewittern. Schon am 1. März stürmte Tief „Aloisa“ über das Monschauer Höhengebiet und den Nationalpark. Besonders heftig aber ging es Ostermontag zu (28. März). Begleitet von Gewittern wurden Böen der Stärke 8 bis 10 in allen Höhenlagen gemessen. Am Windpark Schöneseiffen waren es 78 km/h und im Raum Aachen 96 km/h.

Nur einmal über 15 Grad

Nur an einem einzigen Tag (26. März) wurde zwischen Simmerath (18,6 Grad) und dem Raum Aachen die 15-Grad-Marke überschritten, das gibt es nur selten. Es war der niedrigste Spitzenwert seit März 1996. Am 30. März 1998 wurden sogar 25 Grad gemessen, das war das andere Extrem des ersten Frühlingsmonats.

Im März 2016 gab es häufig Fröste, fast mehr als im Dezember und Januar zusammen. In Höfen waren es 18 Frosttage (Mittelwert 15) bis zum 18. März in ununterbrochener Reihenfolge. Danach wurde es langsam milder und noch nicht einmal Bodenfröste traten auf. In Abhängigkeit von der Höhe wurden folgende Tiefstwerte am 1. März abgelesen: Kalterherberg -10,8 Grad, Höfen -10,4 Grad, Simmerath-Strauch -8,0 Grad, Roetgen -7,4 Grad, Monschau-Mützenich -6,7 Grad und Aachen -3,9 Grad. Am Erdboden wurde im Rurtal bei Kalterherberg über Schnee noch einmal -12 Grad ausgelesen.

Bäume blieben noch kahl

Der März blieb aufgrund des wechselhaften Wetters insgesamt sonnenscheinarm. Nur das beständige Hoch „Joachim“ konnte vom 7. bis 21. die negative Bilanz auffrischen. Gut 15 bis 20 Prozent des Normalwertes wurden in den Sonnenstundensummen addiert. Hier einige Vergleichswerte: Windpark Schöneseiffen 120 Stunden, Schmidt 104 Stunden, Mützenich 82 Stunden und an der Deponie Aachen in Alsdorf-Warden 131 Stunden.

Der fehlende Sonnenschein hemmte die Entwicklung der Vegetation und somit waren am Monatsende noch viele Bäume und Büsche kahl.

Dank der fast vierzehntägigen Trockenheit in der Monatsmitte fiel der März zu trocken aus. Große Regenmengen lieferte nur der 31. März mit Summen zwischen 20 und 25 l/qm. Zum Vergleich einige Summen aus dem Raum Aachen: Schöneseiffen/Wahlerscheid 85 Liter (91 Prozent des Mittelwertes), Rurberg 92 Liter, Höfen und Perlenbachtalsperre 115 Liter (128 Prozent) sowie Kalterherberg 122 Liter/qm.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen erreichten die Hocheifelorte im März mehr Schnee als im ganzen Winter. In Kalterherberg lag vom 1. bis zum 15. des Monats eine Schneedecke. Die maximalen Schneedecken wurden meist am 6. oder 7. März morgens registriert: Hohes Venn 33 cm, Höfen 26 cm, Kalterherberg 25 cm, Lammersdorf 20 cm, Simmerath-Strauch 18 cm, Roetgen 12 cm und nur noch ein Zentimeter in Nideggen-Schmidt. Ab dem 16. März waren die Höhenzüge dann schneefrei und der Frühling nahm zögernd seinen Lauf.

Der April hat nun zumindest steigende Temperaturen gebracht, wenngleich es diese Woche einen Rückfall gab. Bei milden Temperaturen und immer wieder regen wird die Natur aber kommende Woche förmlich explodieren.

(kjl)