Schmidt: Zeitenwende an St. Mokka

Schmidt : Zeitenwende an St. Mokka

Auch in der als ausgesprochen aktiv bekannten katholischen Pfarrgemeinde St. Hubertus in Schmidt ist die bischöflich verordnete Umstrukturierung angekommen. Im Rahmen einer Feierstunde wurden die 23 festangestellten Mitarbeiter der im Volksmund als „St. Mokka” bekannten Pfarre jetzt verabschiedet.

Mit einem festlichen Bankett in der pfarrlichen Begegnungsstätte, dankte der Kirchenvorstand den langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den scheidenden Mitgliedern aus Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand.

Was sich aber für den einen lediglich als ein Übergang in eine neue Arbeitgeberstruktur anhört, ruft bei so manch anderen Zukunftsängste hervor. Durch den Mangel an Priestern und Gläubigen und die damit verbundenen rückläufigen Finanzen sah sich das Bistum Aachen veranlasst, seine Pfarrgemeinden aufzufordern, sich neu zu organisieren. Vom Bistum vorgesehen sind Kirchengemeindeverbände oder Fusionen zu einer vereinigten Pfarrgemeinde. Auch „St. Mokka” musste dem Druck des Bistums nachgeben und entschied sich für den Beitritt zum Kirchengemeindeverband Heimbach/Nideggen.

Angst und Verunsicherung

Neue amtskirchliche Begriffe, wie „Outsourcen”, „Verschlanken”, „Beschränkung auf das so genannte Kerngeschäft” und letztlich auch der Einsatz von Unternehmensberatern lassen immer mehr unbedarfte Katholiken verzweifeln. Fühlen sie sich doch stark an die aktuelle Terminologie der freien Marktwirtschaft in Zeiten der Weltwirtschaftskrise erinnert.

Diese Angst geht verständlicherweise nun auch bei den gerade feierlich verabschiedeten Mitarbeitern von St. Mokka um. Ihr neuer Arbeitgeber wird künftig der Kirchengemeindeverband Heimbach/Nideggen sein. Die Angst, künftig schrittweise wegrationalisiert zu werden, ist groß.

„Die bestorganisierte Verwaltung nutzt nichts, wenn die Ehrenamtler den Mut verlieren. Welche Pfarrgemeinde kann sich denn aus eigener Finanzkraft so vielen Aufgabenbereichen stellen und die dazu gehörigen Menschen beschäftigen?” fragt sich Johannes Foemer, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender in Schmidt.

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