Nordeifel: Zecken: Die Blutsauger sind wieder aktiv

Nordeifel: Zecken: Die Blutsauger sind wieder aktiv

Schon ein kleiner Biss kann zu einer ernsthaften Erkrankung führen: Infektionskrankheiten, die durch Zecken übertragen werden, nehmen deutlich zu. Darauf weisen die Apotheker im Kreis Aachen hin.

Sobald die Temperaturen milder werden, erwachen die gefährlichen Blutsauger aus ihrem Winterschlaf. Bei Wald- und Wiesenspaziergängen, aber auch bei der heimischen Gartenarbeit steigt die Infektionsgefahr.

„Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt, breiten sich in Europa immer weiter aus”, so Apotheker Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Aachen. Nach bisherigen Schätzungen infizieren sich jährlich mindestens 60000 bis 80.000 Menschen in Deutschland durch einen Zeckenbiss mit Borreliose.

Antibiotika wirkungslos

FSME beginnt oft wie eine leichte Sommergrippe: Erste Symptome sind Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühle. „Nach einer beschwerdefreien Zeit von einigen Tagen oder Wochen infizieren sich bei rund zehn Prozent der Patienten die Hirnhäute und das Gehirn”, so Katzenbach. Bleibende Schäden wie Lähmungen oder Kopfschmerzen können auftreten. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Behandelt werden können lediglich die Symptome. Vor FSME schützt aber eine rechtzeitige Impfung.

Warnzeichen erkennen

Gegen eine Infektion mit Borreliose gibt es derzeit noch keinen Schutz. Erste Reaktionen zeigen sich meist ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenbiss. „Rund um den Einstich bildet sich in der Regel eine ringförmige Hautrötung,” erklärt der Apotheker. Weiter klagen Betroffene oft über Kopfschmerzen, Fieber, Gelenkschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen. „Die Borreliose muss mit einem Antibiotikum behandelt werden. Je früher die Therapie beginnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder vollständig ausheilt”, sagt Katzenbach. Unbehandelt kann eine Borreliose noch Wochen oder Monate nach der Infektion zu neurologischen Störungen führen.

Vorsorge der beste Schutz

Die Zecken werden ab etwa acht Grad aktiv. „Besonders im Frühjahr und Herbst sind die winzigen Blutsauger gefährlich”, warnt der Pressesprecher. Zecken leben in Bodennähe im hohen Gras, Unterholz, Sträuchern, Büschen oder im Laub. Gelangen sie auf die Haut von Menschen, saugen sie sich fest, bevorzugt in den Kniekehlen, am Haaransatz, den Ohren oder am Hals. „Der beste Schutz gegen eine Infektion durch einen Zeckenbiss ist die Vorsorge”, weiß Katzenbach. Damit es erst gar nicht zu einem biss kommt, sollten Spaziergänger im Wald geschlossene Schuhe tragen. Die Bekleidung sollte Arme und Beine bedecken.

Nach dem Ausflug ins Grüne sollte man die Kleidung ausschütteln und den Körper nach Zecken absuchen. Das gilt auch für Haustiere. „Wer eine Zecke findet, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Pinzette oder noch besser mit einer speziellen Zeckenzange entfernen”, rät Martin Katzenbach. Wichtig ist es dabei, die Zecke nicht zu quetschen, damit sie nicht noch mehr infizierten Speichel absondert.