Kalterherberg: Yogakurs: Bewegung für Geist und Körper

Kalterherberg: Yogakurs: Bewegung für Geist und Körper

„Es geht nicht darum, die Kinder ruhig zu halten”, erklärt Anna Liever, die seit zwei Jahren in der Eifel Yoga-Kurse für Kinder und Erwachsene anbietet. Ihr ist es viel wichtiger, dass die Kinder Spaß haben und kreativ ihre Unterrichtsstunde mit gestalten.

„Wir lachen viel”, berichtet die Yogalehrerin. Lilly, Marie und Loana, die am Kinderkurs teilnehmen, kommen aus eigenem Interesse, auch wenn ihre Mütter teilweise selbst Yoga machen.

Nach den Atemübungen, die zum Aufwärmen dienen, denken sich die Kinder zu verschiedenen Tieren Bewegungen aus, die sie dann auch selbst darstellen. Wie zum Beispiel einen Löwen, indem sie in die Knie gehen und brüllen. Bei einer anderen Übung machen die Mädchen einen Kopfstand.

Anna Liever benutzt in ihrer Stunde auch Gegenstände, wie Klangschalen, die sie auf den Bauch der Kinder legt und mit einem Holzstab zum Klingen bringt. Tanja Kirfel, Mutter eines der Kinder, hätte es am liebsten, wenn es Yoga als Schulfach gäbe: „Ein beweglicher Körper ist ein beweglicher Geist.”

Die Kinder, die zweimal in der Woche bei der Yogalehrerin Unterricht nehmen, lernen nicht nur verschiedene Tierstellungen wie Kobra oder Katze. Anna Liever ist es viel wichtiger, dass sie dabei selbstbewusster werden und ihren Körper kennen lernen. „Viele Kinder sind nicht mehr beweglich. Sie können nicht gerade sitzen”, sagt die Yogalehrerin, die zehn- bis zwölfjährige Kinder betreut und fördert. „Auf den Straßen sieht man immer weniger Kinder, alle sitzen vor dem Computer”, kritisierte Anna Liever, die früher Krankenschwester war. Bei Problemen wie Koordinationsschwäche hilft sie mit verschiedenen Atemübungen und Stellungen, die den Kindern einen Ausgleich bieten sollen.

Hemmschwelle

„Wenn du richtig atmest, kannst du richtig denken”, so Anna Liever. „Die Menschen wissen hier nicht, was Yoga ist”, bemängelte sie. Denn trotz vieler Werbung und Aushänge bei Ärzten hätten manche Menschen eine „Hemmschwelle”.

Alexandra Rahmakers, ebenfalls Mutter einer Yoga-Schülerin, kennt noch einen anderen Grund: „Viele Menschen haben Ausreden. Sie sagen, sie hätten keine Zeit, oder sie wären zu ungelenkig, obwohl Yoga gerade dafür gut ist.” Und Tanja Kirfel fügt hinzu: „Alle Wege führen zum Yoga!”

Mehr von Aachener Zeitung