Wolfserwartungsland: Hilfe bei Schutz vor Wolf nur unter Bedingungen

Präventionsmaßnahmen : Hilfe beim Schutz vor Wölfen gibt es unter bestimmten Bedingungen

Wie ganz Nordrhein-Westfalen ist die Eifel schon seit Jahren ein sogenanntes Wolfserwartungsland. Wird hier ein Nutztier nachweislich von einem Wolf gerissen, erhält dessen Halter vom Land eine Entschädigung.

Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Wolfsangriffen finanziert die Öffentliche Hand allerdings erst, wenn eine Region offiziell zum Wolfsgebiet erklärt worden ist. Voraussetzung dafür: Es muss dort ein standorttreuer Wolf leben. „Gibt es während sechs Monaten mehrere gesicherte Nachweise des gleichen Tieres innerhalb eines Raums von rund 200 Quadratkilometern, ist davon auszugehen, dass sich ein Wolf fest angesiedelt hat“, erklärte gestern Peter Schütz, Sprecher des NRW-Umweltministeriums auf Anfrage unserer Zeitung.

Kommt es dort nun zu Rissen, unterstützt die Landesregierung in einem größeren Radius um das Wolfsgebiet die Halter von Weidetieren. „Zum einen finanzieren wir ihnen Elektrozäune und die dazugehörenden Stromgeräte“, erklärte Schütz. „Zum anderen bezahlen wir professionellen Schäfern den Kauf von Herdenschutzhunden.“ Insgesamt könnten für solche Maßnahmen im Zeitraum von drei Jahren maximal 25.000 Euro pro Tierhalter abgerufen werden. „Es wird diskutiert, diese Deckelung aufzuheben und notfalls mehr Geld zur Verfügung zu stellen“, betonte Schütz. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die überwiegende Zahl der Schafsrisse in Deutschland auf das Konto von streunenden Hunden geht.

Sollte in Mützenich tatsächlich ein Wolf unterwegs gewesen sein, stellt sich natürlich die Frage: Ist es das Tier, das seit Monaten im belgischen Teil des Hohen Venns lebt? Schütz geht nicht davon aus: „Größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir es mit einem jungen Rüden oder einer jungen Fähe zu tun haben, die das elterliche Rudel verlassen mussten und nun auf Wanderschaft sind.“

Fraglich wäre dann auch, aus welcher Population das Tier stammt. Es gibt zwei Möglichkeiten. Zum einen könnte es sich um ein Exemplar aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation handeln. Zu ihnen gehören die meisten der mittlerweile in Deutschland ansässigen Wölfe, deren Zahl auf mehrere Hundert geschätzt wird. Aus dieser Gruppe stammen auch die wenigen Tiere, die aus Niedersachsen kommend bisher in Nordrhein-Westfalen, Belgien und in den Niederlanden aufgetaucht sind. Zum anderen könnte es sich aber auch um einen Wolf aus der Alpenpopulation handeln. Einzelne Exemplare von ihnen wurden während der vergangenen Jahren in Lothringen und in Luxemburg nachgewiesen.

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