Woffelsbach: Woffelsbacher Grünbewuchs lässt Gastronomen rot sehen

Woffelsbach: Woffelsbacher Grünbewuchs lässt Gastronomen rot sehen

Natur und Landschaft gehören ohne Zweifel zu den touristischen Aushängeschildern in der Gemeinde Simmerath. Dies gilt besonders für die Rurseeorte, doch das Wachstum der Natur bereitet nicht überall Freude, besonders dann, wenn sich der Grünbewuchs im Ort selbst ausdehnt und sich mit der Zeit der Eindruck von vernachlässigter Pflege breitmacht.

So sehen es jedenfalls einige Gastronomen aus Woffelsbach, die den Rurseeort sogar regelrecht „vernachlässigt“ sehen. „Und das nicht erst seit diesem Jahr“, schimpfen die Gastronomen Michael Franzen und Margret Förster. „Seit Monaten“ beklage man den Pflegezustand der gemeindeeigenen Flächen in Woffelsbach. Alle Bemühungen beim Bauhof der Gemeinde Simmerath zu intervenieren, hätten bislang nicht zum Ziel geführt.

„Es kann nicht sein, dass in einem Tourismusort bis Ende Juli das Gras einen Meter hoch steht,“ macht Margret Förster ihrem Ärger Luft. Sie und Michael Franzen sagen, dass sie auch bereits von Hausgästen auf das unschöne Bild im Ort angesprochen worden seien.

Wildwuchs in Böschungen, ungepflegte Straßenränder, überhängendes Grün an Treppen und Bürgersteigen und nicht zuletzt ein von hohem Gras umgebener Parkticket-Automat an der Ecke Seestraße/Uferstraße gäben eine schlechte Visitenkarten für einen Tourismusort ab. Trotz mehrfacher Beschwerden beim Bauhof sei man immer wieder vertröstet worden. Nun sei man langsam mit der Geduld am Ende.

Mit Blick auf Orte wie Rurberg, Dedenborn und Einruhr, so die weitere Kritik, sei Woffelsbach inzwischen ins Hintertreffen geraten. Noch vor einigen Jahren, erinnern sich Franzen und Förster, sei in Woffelsbach zweimal im Jahr gemäht worden und zum Rurseefest (das seit zwei Jahren nicht mehr in Woffelsbach stattfindet) sei immer alles in einem Top-Zustand gewesen.

Den Kritikern ist durchaus bewusst, dass mit Schaffung der neuen Mitte in Woffelsbach erhöhter Pflegebedarf im Ort hinzu gekommen sei, aber deshalb dürften die restlichen Bereiche nicht vernachlässigt werden.

Eingebunden in die Bemühungen, dem Pflegestau in Woffelsbach abzuhelfen, ist auch Ortsvorsteher Gerhard Schmitz, der ebenfalls mehrfach den Kontakt mit dem Bauhof gesucht hat, aber ebenso vertröstet wurde. Schmitz kennt die Problematik und findet es auch bedauerlich, dass es nicht gelungen sei, vor der Veranstaltung „Ne Dach en Woffelsbach“ am 4. Juni bereits die Mäharbeiten vorzunehmen.

Der Ortsvorsteher kann die Kritik aus den Reihen der Bürgerschaft gut nachvollziehen, andererseits müsse er aber auch sehen, dass die Bauverwaltung gerade in den Sommermonaten ein enormes Pensum abarbeiten müsse und zuletzt die Pflegearbeiten in Rurberg wegen des anstehenden Rurseefestes Priorität genießen müssten.

In Vergessenheit geraten sieht er Woffelsbach jedenfalls nicht, und wenn das Rurseefest jetzt nicht mehr in Woffelsbach stattfinde, gibt er den Kritikern zu bedenken, „hat das auch seinen Grund“.

Im Simmerather Rathaus hat man die kritischen Töne aus Woffelsbach ebenfalls vernommen. Harry Heinrichs von der Tiefbauverwaltung betont, dass in der nächsten Woche die erforderlichen Mäharbeiten auf dem Plan stehen würden. „Dann geht es hier mit voller Kraft voran.“

Auch Heinrichs zeigt Verständnis für die Kritik, und er wolle auch nichts „schönreden“, aber gleich mehrere Gründe hätten dazu geführt, dass bei man den Pflegearbeiten in Verzug geraten sei. Zu Beginn des Sommers habe die Witterung nicht mitgespielt, und dann hätten auch noch Urlaubs- und Krankheitsphasen zu weiteren Verzögerungen geführt.

Die Einschätzung, dass andere Orte der Gemeinde Simmerath bei den Pflegearbeiten bevorzugt würden, könne er nicht teilen. Wenn dieser Eindruck entstehe, könne das damit zusammenhängen, dass es in den einzelnen Ortschaften „sehr große Unterschiede gibt, was die Eigeninitiative der Bürger bei der Pflege von öffentlichen Flächen betrifft“.

(P. St.)
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