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Aus der Natur unserer Heimat: Wo Kraniche und Steinschmätzer hinziehen und wo ihre Züge zu sehen sind

Aus der Natur unserer Heimat : Wo Kraniche und Steinschmätzer hinziehen und wo ihre Züge zu sehen sind

Schon Anfang Oktober überquerten einige Kraniche unsere Heimat: In Widdau und Dedenborn wurden die ersten ziehenden Kraniche beobachtet. Aber sie sind längst nicht die ersten Vögel, die uns verlassen, um den Winter in wärmeren Gebieten zu verbringen.

Mauersegler, alte Kuckucke, die meisten Grasmücken, Neuntöter, Schwalben und andere sind schon längst unterwegs oder schon in ihren Winterquartieren angekommen, die südlich der großen Sahara-Wüste liegen. Jetzt folgen die Vögel, die nur bis in den Mittelmeerraum fliegen, um dort zu überwintern. Um solche ziehenden Vögel zu beobachten, sollte man sich in die halbwegs offene Landschaft begeben, also dort, wo nicht Bäume den Blick in den Himmel verdecken.

Gut geeignet sind dafür die Heckenlandschaften auf den Eifeler Höhen, die Gebiete zwischen Hoscheit – Lammersdorf – Strauch – Simmerath – Konzen oder bei Höfen und Rohren, Strauch – Steckenborn. Wer also dort wandert oder mit dem Rad unterwegs ist, sollte sich ein Fernglas mitnehmen und Zugvögel auf den Wiesen und abgeernteten Maisfeldern suchen.

Ziehende Vögel in der Luft sind nur sehr schwer zu bestimmen. Bachstelzen gehören zu Vögeln, die jetzt unsere Heimat verlassen. Dazu gesellen sie sich zu Trupps, die durchaus aus 20 oder auch mehr Individuen bestehen können und zwischendurch auf Wiesen in der Nähe von Kühen oder Schafen Nahrung suchen.

Ähnliches gilt für die gelbe Schafstelze, die in unserer Heimat nicht Brutvogel ist und die man hier nur auf dem Zug beobachten kann. Auch Steinschmätzer aus dem Norden ziehen jetzt durch und lassen sich häufiger auf Stoppelfeldern beobachten.

Ziemlich seltene Zugvögel sind Ringdrosseln, die auf Wiesen in den Gebieten am Vennrand zu sehen sind: Platte Venn, Hatzevenn, Hoscheit, Lammersdorf. Einer weiteren Gruppe von Zugvögeln aus dem Norden reicht es, wenn sie nach Mitteleuropa kommt und hier überwintert.

Auch bei uns gibt es solche überwinternden Gäste aus dem Norden. Der auffälligste war früher die Wacholderdrossel, die so groß ist, dass sie gefangen wurde und in Monschau in Restaurants als Delikatesse angeboten wurde. Diese Zeiten sind vorbei, aber in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts durchaus noch üblich.

Rotdrosseln aus den skandinavischen Ländern halten sich bei milder Witterung hier auf dem Durchzug länger auf. Nordische Gäste sind auch Bergfinken, die recht zahlreich hier anwesend sind im Winter, wenn die Buchen Früchte tragen. Im vergangenen Winter waren deshalb kaum Bergfinken hier zu beobachten, weil es weder Bucheckern noch Eicheln gab. In diesem Jahr allerdings gibt es Bucheckern und sehr viele Eicheln.

Seltene Wintergäste sind die Bergpieper, die man eigentlich nur bei Hoscheit auf den Wiesen beobachten kann, wo Pferde weiden. Erlenzeisige können bei strengen Wintern im Norden Europas hier beobachtet werden in großen Schwärmen im Rurtal, wo manchmal einige hundert dieser kleinen Vögel Nahrung in den Erlen an der Rur suchen.

In kleineren Schwärmen in Birken und Erlen kann man im Herbst und Winter Birkenzeisige finden. Mit etwas Glück sind im Herbst am Vennrand Rohrammern zu entdecken. In dieser späten Zeit im Jahr kann man also durchaus hier Vögel beobachten, die man normalerweise im Frühling und Sommer hier nicht findet.