Roetgen: Wo ist Platz für den Spielplatz?

Roetgen: Wo ist Platz für den Spielplatz?

Kurzes Fazit einer langen Diskussion im Roetgener Bauausschuss: Ein neuer Bouleplatz auf dem Spielplatz an der Marienkapelle, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, findet keine Zustimmung.

Die Verwaltung solle prüfen, wie am Standort Pferdeweiher sowohl die Boulebahn erhalten als auch ein längst beschlossener neuer Spielplatz untergebracht werden kann.

Der früher hier vorhandene Spielplatz musste für den Bau der Wanderstation weichen, es war jedoch der politische Wille aller Fraktionen, dass ein neuer Platz errichtet werden soll. Die 2002 errichtete, 7 mal 15 Meter große Boulebahn wurde - auch wegen des zeitweise dort herrschenden Vandalismus - kaum noch genutzt und liegt schon seit längerem brach. In diesem Bereich sollte der Spielplatz neu errichtet werden.

Ins Rollen gekommen war die Diskussion durch einen Antrag der FDP, die Boulebahn am alten Standort wieder zu beleben. Auch ein Sponsor stehe dafür bereit, ließ Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Zwingmann wissen.

Wohin dann aber mit dem Spielplatz? Der soll am Pferdeweiher bleiben, meinte die Verwaltung, er werde von vielen Eltern schmerzlich vermisst, und hatte deshalb als alternativen Standort für die Boulebahn den Spielplatz an der Marienkapelle vorgeschlagen.

Auf einem Ortstermin vor der Sitzung am Dienstagabend erklärte Bauausschuss-Vorsitzender Karsten Knoth (SPD), zu dessen Wahlbezirk der Bereich Pferdeweiher gehört, dass ihm von den jungen Familien in diesem Bereich, aber auch aus dem angrenzenden belgischen Petergensfeld, der dringende Wunsch nach einer neuen Spielmöglichkeit mit auf den Weg gegeben worden sei.

Claudia Ellenbeck (Grüne) möchte ein Gesamtkonzept für ein touristisches Zentrum auch auf Bahnhof und Ehrenmal ausdehnen. Die Anregung, das ausgesuchte Spielgerät auf der Wiese neben dem Weiher aufzustellen, ist für Michael Schlamann vom Bauamt keine Alternative. Der Raum ist zu beengt, um hier die auch aus Haftpflichtgründen geforderten Rahmenbedingungen wie ausreichende Prallschutzflächen erfüllen zu können. Auch gehe von dem unmittelbar benachbarten Weiher eine Gefahr für Kleinkinder aus, die weitere Sicherheitsmaßnahmen nötig mache. Für Bürgermeister Manfred Eis spricht auch dagegen, dass damit der großzügige, attraktive Gesamteindruck der Anlage zerstört wird. Der schön gestaltete Platz solle nicht „zugepflastert„ werden.

Michael Seidel (CDU) erklärte, er könne zwar den Antrag der FDP nachvollziehen, erinnerte aber daran, dass damals auch für seine Fraktion ein neuer Spielplatz höhere Priorität gehabt habe. Ganz klar für den Spielplatz, der im Übrigen ja eine längst beschlossene Sache sei, sprach sich die SPD aus.

Für die UWG ist allein der finanzielle Aspekt ausschlaggebend. Sie will auf einen Spielplatz verzichten und die dafür erforderlichen Investitionen einsparen, wenn die Wiederbelebung der Boulebahn und deren zukünftige Pflege durch einen Sponsor realisiert werden. Der Standort für einen Spielplatz sei wegen der von der Bundesstraße und dem Weiher ausgehenden Gefährdung ohnehin ungünstig, teilte Achim Mathe mit.

Ins Gespräch gebracht wurde auch, gemeinsam mit der Gemeinde Raeren nach einer Alternativfläche für den Spielplatz zu suchen, da davon auch die künftig hier vorbeiführende Ravel-Radroute profitieren könne.