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Monschau: „Wir wissen ohne Studien, wo es hakt”

Monschau : „Wir wissen ohne Studien, wo es hakt”

Weil Schilder und Werbetafeln in der Altstadt die Gehwege versperren, müssen die Fußgänger oftmals auf die Straße ausweichen.

Der „Wildwuchs im öffentlichen Verkehrsraum” werde immer größer, beklagte Monschaus Ortsvorsteher Alexander Lenders nun im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

Er verwies beispielhaft auf den Platz vor der Monschau-Touristik an Richters Eck, dort werden mitunter sogar Verkaufstische aufgestellt. Eine weitere Klage sei in Monschau oft zu hören: Ältere Leute, die für einen Einkauf kurz parken ohne die Gebühr dafür zu zahlen, müssen mit Protokollen rechnen. So mancher Wirt parke die „ganze Zeit am Markt, ohne ein Knöllchen zu bekommen”, so Lenders, den Ärger der Leute darüber verstehe er sehr gut.

Satzung soll umgesetzt werden

Das Thema müsse demnächst im Ausschuss erörtert werden, er erwarte zudem, dass die geltende Satzung über den öffentlichen Verkehrsraum auch umgesetzt werde.

Die Altstadt wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr zum besondern Thema: Ein Aachener Schüler, Philipp Schervier vom Pius-Gymnasium, hat eine Facharbeit über die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung in der Altstadt geschrieben, die nun auch dem Ausschuss vorgelegt wurde.

Etliche Mitglieder des Ausschusses fanden in der Arbeit „bemerkenswerte Ansätze”, die Monschau aus einem „anderen Blickwinkel” zeigen würden.

Denkmalschutz

Brigitte Olschewski zum Beispiel griff eine Anregung auf: Wenn die Altstadt neue Einwohner gewinnen wolle, dann müsse sie auch für alle Altersgruppen Angebote bereithalten. Ins Gespräch gebracht wurde zudem eine Studie von Studenten der Uni Hagen, dort wird Monschau vor allem kritisch-negativ betrachtet.

Widerstand gegen „Aldi-Preise”

„Wir brauchen keine neuen Studien” und keine Arbeiten mit „Allgemeinplätzen”, betonte Ortsvorsteher Alexander Lenders, „wir wissen auch so, wo es hakt”. Der Einzelhandel in der Altstadt habe es schwer, gegen die „Aldi-Preise” zu bestehen, der Denkmalsschutz setze Entwicklungen Grenzen.

Notwendig sei ein neues Bürger-Bewusstsein: Die Bürger müssen spüren, dass „für sie etwas getan” werde, sagte Alexander Lenders und verwies auf das Anwohnerparken, auf die Sanierung der Treppen und anderes mehr. Die Stadt müsse sich mehr um die Altstadt kümmern, damit es sich lohnt, dort zu wohnen.

„Ohne Tourismus geht es in der Altstadt nicht, ohne Bürger aber auch nicht”, so Lenders. Ohne Einwohner würde Monschau zur „Geisterstadt, die niemand mehr besucht”. Kritisch betrachtet Alexander Lenders auch das Kopfsteinpflaster, das an „vielen Stellen katastrophal” sei, auch da müsse etwas getan werden.

In zehn Jahren

Monschau wird sich verändern und positiv entwickeln, davon ist Karl-Heinz Lambertz von der Verwaltung überzeugt, in zehn Jahren sei Monschau „deutlich besser positioniert als heute”. Dabei verwies er auf Themen wie Nationalpark Eifel, Kunst und Kultur, die künftig stärker die Diskussion über Monschaus Zukunft prägen werden.