Roetgen/Schmithof: Windpark Münsterwald: Gegner am „Tatort”

Roetgen/Schmithof: Windpark Münsterwald: Gegner am „Tatort”

Ja zur Windkraft. Nein zur Vernichtung des Münsterwaldes durch riesige Windkraft-Industrieanlagen. Und noch eins will man im Münsterwald „nicht erleben müssen”: Vom Rotor erschlagene Vögel, tote Rotmilane, gefährlichen Eiswurf, eine brennende Windkraftanlage mit Funkenflug und Feuer.

Die Bürgerinitiative „Kein Windpark Himmelsleiter” zum Schutz des Münsterwaldes, Gegner aus Schmithof, tatkräftig unterstützt von Roetgener Seite, nutzte am Sonntag die Gelegenheit, einen Spaziergang durch den Münsterwald zum „Tatort” zu unternehmen.

Grund der Information war am Sonntag nach wie vor die Schaffung einer Windkraftanlage im Aachener Stadtgebiet. Initiative-Sprecher Dr. Thomas Schmeink sagte unserer Zeitung auf Anfrage, dass mit dem Vorhaben ein Novum beschritten werden soll, nämlich ein erster Windpark in NRW in einem Waldgebiet, möglichst maximale Auslegung der Anlage, zehn Windräder, geplant mindestens 130 Meter Narbenhöhe.

„Ob man vehement für oder gegen die Windkraft votiert, eine Voraussetzung muss für beide Lager erfüllt sein: Es darf von einer Windkraftanlage kein Schadenspotential für die Bevölkerung oder für die Natur ausgehen”, skizziert Dr. Schmeink die derzeitige Lage und Forderung.

Man warte auf ein Gutachten, dann könne weiter diskutiert werden. „Ich rechne mit einer Entscheidung zum Ende diesen Jahres”, so Dr. Schmeink. Allerdings sei das alles bereits eine „ziemlich ausgemachte Sache”, die Stadt wolle damit den Geldbeutel füllen, die Stawag habe einige Grundstücke ins Visier genommen. „Aber dennoch bleiben wir optimistisch”, fügt er hinzu, „wir hoffen auf eine bessere Planung.” In Aachen scheine es anders zu sein, hier müsse der Wald vor dem Stadtrat, „insbesondere vor der schwarz-grünen Mehrheit, geschützt werden”.

Nach Alternativstandorten und sinnvolleren Lösungen gefragt, schlägt Dr. Thomas Schmeink Avantis, Hitfeld oder Inden (ehemaliges Braunkohlenabbaugebiet) vor. In Aachen werde es schon schwer, etwas zu finden. Gemeinsam mit den Roetgenern habe man bisher über 3000 Unterschriften gesammelt. Nach dem Vorliegen des Gutachtens wolle man weiter aktiv vorgehen. „Wir brauchen eine sinnvolle Planungseinheit”, sprach Schmeink und setzte sich mit den Demonstranten in Richtung Münsterwald in Bewegung.

Ein Windpark im Münsterwald sorgt bereits seit Monaten in der Nachbarkommune Roetgen für bisweilen hitzige Diskussionen. Auch in der Poliik hat es kräftig rumort. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan bröckelt die Phalanx der Windparkgegner im Gemeinderat, sehr zur Verärgerung der Roetgener Bürgerinitiative, die sich weiter vehement gegen eine aus ihrer Sicht nicht zu verantwortende Naturzerstörung wehrt.