Strauch: Windpark Michelshof: Gegenwind der Landwirte

Strauch: Windpark Michelshof: Gegenwind der Landwirte

Der Windpark Michelshof mit seinen sieben rund 100 Meter hohen Anlagen naht.

Der Simmerather Planungsausschuss fasste am Dienstagabend den dazugehörigen Satzungsbeschluss.

Zuvor aber musste man sich mit den eingegangenen Bedenken und Anregungen auseinandersetzen, wobei die Landwirte und in deren Vertretung die Landwirtschaftskammer am deutlichsten Gegenwind angemeldet hatte.

Weil als Ausgleichsmaßnahmen für die mächtigen Windtürme Gehölzstreifen angepflanzt werden und ein Teil der Fläche einer extensiven Bewirtschaftung zugeführt wird, befürchten die Landwirte, die die Flächen von der Gemeinde Simmerath gepachtet haben, massive Einschränkungen in der Bewirtschaftung.

Diese Bedenken wurden auch im Planungsausschuss nicht von der Hand gewiesen, aber durch eine veränderte Planung sei man den Landwirten bereits ein gutes Stück entgegengekommen, betonte Bruno Löhrer (CDU).

Außerdem wurden aufgrund der Bedenken zwei Punkte abgeändert. Ein Pflanzstreifen wird wunschgemäß verlegt, und das Mähen der Extensivfläche darf bereits ab 15. Juni (bislang 1. Juli) geschehen. Auf die extensiv bewirtschafteten Flächen darf auch keine Gülle gefahren werden.

Insgesamt aber hält die Landwirtschaft daran fest, dass der Aufwand an Ausgleichsmaßnahmen unverhältnismäßig hoch sei.

Auf Antrag von Bruno Löhrer soll in die textlichen Festsetzungen aufgenommen werden, dass keine Beleuchtung der Anlagen erfolgen soll, falls nicht militärische Belange dies verlangten.

Alex Stiel (CDU) sprach das Problem des Schattenwurfs auf Gebäude an. Ein Vertreter der Firma Enercon, die die Windräder baut, erläuterte, dass auf den Anlagen Sensoren eingebaut seien, die dafür sorgten, dass bei starker Sonneneinstrahlung einzelne Rotoren in den betroffenen Bereichen abgeschaltet würden.

Abschließend erinnerte Bruno Löhrer daran, dass die Gemeinde Simmerath vor einigen Jahren die Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen beschlossen habe, um unkontrolliertem Wildwuchs entgegenzuwirken.

Die Bedenken der Landwirtschaft seien verständlich, aber der Aufforderung, Alternativen bei den Ausgleichsflächen anzubieten, seien die Landwirte seinerzeit nicht ernsthaft gefolgt.

Nicht zuletzt hoffe die Gemeinde Simmerath auch auf einen wirtschaftlichen Erfolg durch die Windkraft, auch wenn sie in der Öffentlichkeit immer mehr in Verruf gerate.

„Grandiose Verschandelung”

Hermann-Josef Bongard (FDP), der sich bei der Verabschiedung der Satzung der Stimme enthielt, sprach in Zusammenhang mit der Windkraft von einer „grandiosen Verschandelung der Landschaft.”

Aus heutiger Sicht würde man den beiden Konzentrationsflächen in der Gemeinde Simmerath nicht mehr zustimmen.


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