Wieder Ordnung rund um den „Genagelten Stein“

Naturdenkmal : Wieder Ordnung rund um den „Genagelten Stein“

Für einige Mitglieder des Roetgener Eifelvereins war es jetzt wieder einmal an der Zeit, rund um das Denkmal „Genagelter Stein“ Ordnung zu schaffen. Es hatte sich nicht nur auf dem Weg zur und rund um die Anlage einiges Unkraut angesiedelt, sondern auch der ehemalige Grenzstein selbst und seine drei Nägel hatten Patina angesetzt.

Mit dem Vorsitzenden Hubert Baumsteiger legten Rolf Berger, Klaus Heidtmann, Bruno Klinkenberg und Hans-Georg Schramm Hand an. Es wurde gezupft und geschrubbt, bis alles wieder in altem Glanz erstrahlte. Der „Genagelte Stein“ ist bei der Städteregion in der Liste der Naturdenkmäler unter der Nr. 50 als „Felsengebilde“ verzeichnet und auch als „Naturdenkmal“ in allen Karten eingetragen. Es handelt sich jedoch um das für Roetgen wohl geschichtsträchtigste Denkmal, das sich hinter dem Gebäude an der Bundesstraße 2, nahe des Gewerbegebietes „Genagelter Stein“ befindet. Den mächtigen, aus dem Kabrium stammenden Quarzitblock am Grölisbach nutzten ab circa 1530 die damaligen Herren des Gebietes, der Fürstabt von Kornelimünster, der Herzog von Limburg sowie der Herzog von Jülich, zu dessen Herrschaft Monschau auch der damals noch junge Ort Roetgen gehörte, um mit dem Einschlagen von drei eisernen Nägeln ihre Grenzen eindeutig zu markieren.

Nicht nur das Gewerbegebiet insgesamt und eine der dortigen Straßen wurden nach dem „Genagelten Stein“ benannt. Viele Jahre lang trug auch ein Hotel-Restaurant diesen Namen. Es wurde hier anstelle des noch bei vielen älteren Roetgenern bekannten, traditionsreichen und sehr beliebten Restaurants Hütten errichtet, das 1974 nach über 300 Jahren der Verbreiterung der Bundesstraße weichen musste. So blieb der Name zwar erhalten, aber kaum jemand erinnerte sich noch an die Existenz des „Genagelten Steins“ oder wusste gar um seine Bedeutung, denn nach der Erschließung des Gewerbegebietes war das Denkmal kaum noch zu erreichen. Der Stein wuchs zu und auch die Nägel verschwanden.

Vor mehr als zehn Jahren machten es sich dann zwei „Urroetgener“ in den Reihen des damaligen Eifelvereins-Vorstands, der Vorsitzende Rolf Vogel sowie Geschäftsführer Herbert Steffens, zur Aufgabe, den „Genagelten Stein“ aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken und wieder zugänglich zu machen. Dazu mussten die komplizierten Grundstücksverhältnisse und andere Zuständigkeiten mit privaten Eigentümern, der Gemeinde und weiteren Behörden geklärt werden. Es wurden Pläne angefertigt und diverse Anträge gestellt, aber es sollte einige Jahre dauern, bis sich dank der Einwilligung des Grundstückeigentümers Wassili Lazaridis sowie der Freigabe des Geländes rund um den Stein durch die Gemeinde das Projekt verwirklichen ließ.

Der Quarzitblock und die verwilderte Umgebung wurden von allem Bewuchs befreit, eine feste Zuwegung wurde angelegt und eine Infotafel mit der Historie dieses Ortes aufgestellt. Auch seine Nägel wurden dem Stein zurückgegeben. Nach einem alten Foto konnten die Positionen rekonstruiert und mithilfe eines Magneten auch Eisenspuren an den betreffenden Stellen nachgewiesen werden. Seit der Wiedereinweihung 2013 werden das Denkmal und seine Umgebung regelmäßig von Mitgliedern des Roetgener Eifelvereins gepflegt. Der Zugang zum „Genagelten Stein“ führt über den Parkplatz am Haus Bundesstraße 2 durch einen Durchgang an der rechten Seite des Gebäudes.

(heg)
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