Wieder Besucherrekord im Freilichtmuseum Kommern

Viertes Jahr in Folge : Wieder Besucherrekord im Freilichtmuseum Kommern

Im Jahr 2018 strömten 247.065 Besucher in das Freilichtmuseum Kommern des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Im Vergleich zum bereits starken Vorjahr ist dies eine Steigerung um gut 26.000 Besucher.

Damit kann das Freilichtmuseum Kommern im vierten Jahr in Folge einen neuen Besucherrekord verzeichnen. 2018 stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums. Am 28. März 1958 läuteten die Glocken, als bekannt wurde, dass das „Rheinische Freilichtmuseum“ auf dem Kahlenbusch bei Kommern entstehen werde. Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, denn mit 75 Gebäuden in fünf Baugruppen und vier Ausstellungshallen sowie über 100 Hektar Gelände, wurde das heutige LVR-Freilichtmuseum Kommern zum Größten seiner Art in Deutschland. Grund genug also, dies im Jahresverlauf ausgiebig zu feiern.

Die Feierlichkeiten starteten mit dem „Jahrmarkt anno dazumal“. Dieser Streifzug durch die Geschichte des Volksvergnügens mit rund 90 Karussells, Schaustellern und Ständen fand erstmals zu Ehren des Jubiläums über zwei Wochen statt und begeisterte vor allem mit der Hochseiltruppe „Geschwister Weisheit“ über 60.000 Besucher. Nur wenige Tage später wurde dann das Richtfest für das neueste und somit 75. Gebäude im Museum gefeiert: Die Versöhnungskirche aus Overath, die in der Nachkriegszeit vom Bauhausarchitekten Otto Bartning entworfen wurde.

Das Highlight der Jubiläumsfeiern folgte im Juni. Im Rahmen eines Festaktes mit zahlreichen Zeitzeugen wurde die Ausstellung „Kommern. Ein Blick zurück – 60 Jahre DAS Museum“ eröffnet, die den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Geschichte des Museums und einen Blick hinter die Kulissen und Sammlungen gewährt. Zudem erschien die umfangreiche Publikation „Ein Blick zurück. 60 Jahre LVR-Freilichtmuseum Kommern.“, die die Entwicklung und besondere Vorreiterrolle des Freilichtmuseums und Rheinischen Landesmuseums für Volkskunde für das Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln rheinischer Alltagskultur vorstellt.

Es gab noch mehr Gründe zu feiern. Auf weit über 100.000 Projektteilnehmer blickt das Wald-Pädagogik-Zentrum Eifel seit seiner Gründung 2003 zurück. Seit nunmehr 15 Jahren trägt diese erfolgreiche Kooperation zwischen dem Freilichtmuseum Kommern und dem Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde dazu bei, die Themen Wald und Umwelt in den Fokus zu rücken und so das museale Bildungsangebot zu erweitern. Auch der behindertengerechte Ausbau wurde 2018 mit einem großen Bauprojekt vorangetrieben.

So wurden Wege neu angelegt, so dass deren Steigung im Schnitt weniger als sechs Prozent betragen. Weiterhin wurde auf Kopfsteinpflasterwegen, der Belag einseitig abgeflacht. Dies ermöglicht vor allem mit Rollstühlen, Rollatoren sowie Kinderwagen ein leichteres und schüttelfreies Befahren. „Für Viele sind gerade die glatteren Wege eine Erleichterung“, freut sich Museumsleiter Dr. Josef Mangold. „Die umfangreichen Maßnahmen kommen somit allen Museumsgästen zugute und sind ein weiterer wichtiger Baustein für ein entspanntes Museumserlebnis für alle.“

Die 10. Auflage der „Zeitblende“ stand ganz im Zeichen des Jahres 1968. Mit Zeitzeugen, Geschichtsstraße, Fotoausstellung, viel Musik, historischem Campingplatz, Oldtimertreffen sowie mit Demo und originalem Wasserwerfer konnten die Besucher mit allen Sinnen in das „Revolutionsjahr“ eintauchen. Das Programm wurde von insgesamt fast 10.000 Museumsgästen begeistert aufgenommen. Etwa einen Monat später lockte das Freilichtmuseum mit dem beliebten Fest „Nach der Ernte. Rösser, Trecker, Bäumerücker“. Traditionelle Arbeit auf Bauernhöfen und in Dorfwerkstätten unter begeistertem Einsatz von Mensch und Tier präsentiert standen hier im Mittelpunkt, vor allem auch alte Haustierrassen wie dem Glan-Dornberger-Rind oder das Deutsche Weideschwein begeisterten nicht nur Kinder und Jugendliche.

Schließlich läuteten „Kommern leuchtet“ und „Advent für alle Sinne“ das Ende des Jubiläumsjahrs ein. Die Veranstaltungen gaben nicht nur die Möglichkeit, das Museum einmal in einem anderen Licht zu betrachten; Gebäck aus den museumseigenen Öfen, Kunsthandwerk und Laternenführungen sorgten für ein besinnliches Adventserlebnis.

Neben den großen Veranstaltungen gab es aber auch an anderen Tagen Vieles im Museum zu entdecken. Die zusätzlichen Angebote rund um historisches Handwerk, wie das Aufziehen von Eisenreifen auf hölzerne Wagenräder, eine Schulstunde zum Schreiben wie vor 100 Jahren oder historische Spiele haben sich herumgesprochen und waren gut besucht.

Ob Repair-Café oder Strick-Kränzchen, Kräuterfest, Bogenbau oder Kutschfahrt durch den Museumswald – das Jubiläumsjahr 2018 bot den Besuchern erfolgreich ein vielseitiges Angebot rund um die Geschichte des Rheinlandes und sorgte für einen erneuten Besucherrekord.

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