Simmerath: Wichtiger Schritt: Verteilerkästen für den Glasfaserausbau aufgestellt

Simmerath: Wichtiger Schritt: Verteilerkästen für den Glasfaserausbau aufgestellt

Überall werde er schon länger darauf angesprochen, wie es denn mit dem Glasfaserausbau aussehen würde, sagt Simmeraths Bürgermeister, Karl-Heinz Hermanns. „Deswegen ist das hier ein positives Signal zur Realisierung der Glasfaserverbindung in der Eifel.“ Das hier, das ist einer der sogenannten PoP-Gehäuse, also ein Verteilerhäuschen für Glasfaseranschlüsse.

Am Donnerstag wurde es in Simmerath an der Schwester-Maria-Alberta-Straße aufgestellt. Es ist sogar das größte in der Nordeifel und dient nach der Inbetriebnahme für etwa 3600 Haushalte als Knotenpunkt für schnelles Internet.

Tiefbau beginnt im August

Nach etwas Verzögerung ist der Verteiler einer der ersten sichtbaren Fortschritte für den Glasfaserausbau in Simmerath. Eigentlich sollte der Ausbau bereits Ende des vergangenen Jahres beginnen, neuer Startschuss für die Tiefbauarbeiten ist im August 2018. „Wir sind uns sicher, dass sich da nichts mehr dran verschiebt“, sagt Bau-Projektmanager Sedat Akcay. Doch nicht erst im August werden die Anwohner etwas vom Bau mitbekommen. „Jeder Haushalt, egal ob er sich für unser neues Netz entschieden hat oder nicht, wird demnächst eine Nachricht von uns im Briefkasten finden“, sagt Akcay. Darin werden die konkreten Bauvorhaben der Deutschen Glasfaser (DG) beschrieben sein, dazu wird es auch ein Baumagazin geben.

Denn die Verlegung der Kabel in die Häuser muss geplant werden, weiß auch Thorsten Lässig. Er ist für die Baukommunikation bei der DG zuständig: „Jeder, der sich für einen unserer Anschlüsse entschieden hat, bekommt Besuch von uns. Dann werden wir individuell planen, wo der Anschluss gelegt werden soll.“ Das soll etwa vier bis sechs Wochen vor Beginn der Bauarbeiten geschehen. Vorher wird es aber auch noch einmal einen Informationsabend für alle Bürger geben, wahrscheinlich im Juli. „Spätestens dann werden alle offenen Fragen geklärt werden, da bin ich mir sicher“, sagt Akcay.

Von Roetgen bis Monschau

Einen Tag bevor das Verteilerhäusschen in Simmerath aufgestellt wurde, hat die DG bereits einen etwas kleineren Verteiler in Lammersdorf platziert. Außerdem wurde ebenfalls am Donnerstag einer in Eicherscheid aufgebaut. Den Anfang machte Rott bereits im März. In Roetgen steht seit Mittwoch ein PoP. Ab Mitte Juni soll mit dem Legen der Straßenleitungen begonnen werden. Aktuell laufen die ersten Hausbegehungen, ab Ende Juli sollen die ersten Hausanschlüsse gelegt werden.

So weit ist man in Konzen und Imgenbroich noch nicht. Hier findet momentan erst die sogenannte Nachfragebündelung statt. In Konzen wollen Stand jetzt 24 Prozent der Haushalte demnächst im Glasfasernetz surfen, in Imgenbroich sind es immerhin schon 28 Prozent. Das ist aber trotzdem noch zu wenig. Erst ab der 40-Prozent-Hürde würde die Deutsche Glasfaser mit einem Bau beginnen. Und die müsste in den beiden Orten bis zum 9. Juni erreicht werden.

Der Weg der Glasfaser in die Eifel

„Sollten wir nur knapp scheitern, könnte man auch über eine Fristverlängerung reden“, sagt Dennis Schiefke von der DG. „Ich hätte es natürlich gerne im ersten Anlauf. Wir geben natürlich alles dafür, aber erfahrungsgemäß kommen in den letzten zwei Wochen die meisten Verträge zustande. Das zeigt auch das Interesse an unseren Servicepunkten zu der Zeit. Es soll aber jetzt nicht heißen, dass sich Unentschlossene noch zu viel Zeit nehmen sollten.“

Dass sich die beiden Orte für die Glasfaser aussprechen, dafür wirbt auch die Bürgerinitiative „Glasfaser für die Eifel“. Die hat der Mützenicher Hartmut Menzerath ins Leben gerufen. Als Netzwerktechniker kennt er die Vorteile eines Glasfaseranschlusses.Würde die Nachfragebündelung positiv ausfallen, dann könnte das Netz sogar noch weiter ins Monschauer Stadtgebiet vordringen. Sollte sie negativ sein, wäre erst mal Ende. Damit das nicht Realität wird, dafür legen sie sich ins Zeug.

Doch wie kommt das Netz eigentlich in die Eifel? Von Puffendorf in Baesweiler aus wird die sogenannte Backbone-Strecke verlegt, erklärt Schiefke. Diese Strecke ist die Hauptleitung. Von Baesweiler aus geht es entlang der A44 zu einer bereits verlegten Glasfaserleitung, die aufgekauft wurde, nach Lichtenbusch. Von dort aus geht es dann nach Roetgen und in die restliche Nordeifel.

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