Nordeifel: Wetterrückschau: Herbstgefühle statt Altweibersommer

Nordeifel: Wetterrückschau: Herbstgefühle statt Altweibersommer

In der Wärmebilanz belegte der September 2017 in der Liste der vergangenen 80 Jahre nur Platz 27, damit gehört er zum kältesten Drittel aller Septembermonate. Von Altweibersommer war selten etwas zu spüren, dafür beherrschten Wolken, Regenschauer und kühle Nordseeluft das Geschehen.

Im Gegensatz zum sommerlichen September 2016 mit Temperaturen bis zu 30 Grad sorgte dieser Monat im Jahr 2017 für wahre Herbstgefühle, sonnige und warme Tage gab es nur vereinzelt. Stabile Hochdrucklagen gab es fast gar nicht, erst zum Monatsende besserte sich die Wetterlage ein wenig.

Die Abweichungen der Monatsmitteltemperatur vom Langzeitwert (1981-2010) waren im September allesamt negativ, hier einige Beispiele: Mont Rigi im Venn 10,2 Grad Celsius (Abweichung -1,7 Grad); Kalterherberg 10,5 (Abweichung -1,6), Roetgen 12,8 (Abweichung -0,8); Aachen 14,2 (Abweichung -0,2).

Ein einziger Sommertag

Mit zunehmender Höhe waren die Abweichungen also deutlich größer. Ein einziger Sommertag (29. September) war uns im vergangenen Monat vergönnt, und das auch nur in den Niederungen rund um Aachen, so zum Beispiel mit 25,3 Grad in Alsdorf-Warden oder 25,5 Grad in Stolberg. In den Höhenlagen des Nationalparks Eifel waren es nur 20 bis 21 Grad.

Im vergangenen Jahr waren es unglaubliche fünf Sommertage in Kalterherberg und 14 im Raum Aachen.

Auch die Sonnenscheinbilanz litt unter der wechselhaften Witterung, es war bereits der fünfte Monat in Folge mit unterdurchschnittlichen Sonnenscheinsummen. Die negativen Abweichungen betrugen im September 10 bis 20 Prozent. Hier einige Daten aus dem Kreis Aachen: Deponie Alsdorf-Warden 165 Stunden, Aachen-Orsbach 141, Windpark Schmidt 140, Windpark Schöneseiffen 138, Schulzentrum Monschau 122 und Kalterherberg 120 Stunden.

Nach sehr trockenem Winter und Frühling holte die Natur im Sommer mit überdurchschnittlichen Regenmengen einiges wieder auf. Diese Tendenz setzt sich anscheinend auch im Herbst fort.

Die Regensummen im September lagen 5 bis 25 Prozent über den Langzeitwerten, und viele Orte meldeten den dritten zu nassen Monat in Folge. Hier einige Niederschlagssummen zwischen Venn und Börde: Mont Rigi 148 Liter pro Quadratmeter (124 Prozent), Kalterherberg 123 l/qm, Höfen 115 l/qm, Roetgen 98 l/qm.

Der erste Herbststurm des Jahres hieß „Sebastian“ und verursachte am 13. und 14. September kleinere Schäden. Bei Windstärke 8 bis 9 wurden 70 bis 87 Kilometer pro Stunde erreicht, im Einzelnen beispielsweise: Kalterherberg 70 km/h, Mützenich 82 km/h, Aachen-Orsbach 84 km/h und Alsdorf-Warden 87 km/h.

(kjl)
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