Wetter in der Region: Der November hatte zwei Gesichter

Wetterrückblick für die Region : November hatte zwei Gesichter – Trockenheit wurde fortgesetzt

Die außergewöhnliche Serie zu trockener, sonniger und warmer Monate wurde auch im November fortgesetzt. Noch nie seit Messbeginn vor 140 Jahren in Nordrhein Westfalen waren die Monate Januar bis November so trocken.

Bis zur Monatsmitte blieb es sogar spätsommerlich warm, dann verkündeten vorbeifliegende Kraniche nahende Fröste und erste Schneeflocken.

Mit einer Mitteltemperatur von 4,3 Grad in Kalterherberg, 5,4 Grad in Höfen und 6,5 Grad in Roetgen war es 1,0 Grad bis 1,5 Grad zu mild. In den Niederungen schaffte Aachen-Hörn 7,0 Grad im Mittel (Abweichung nur +0,8 Grad). Die spätsommerlichen Höchstwerte bis zum 14. November schafften extreme Wärmegrade. Am 6. und 12. November wurden folgende von Föhnwinden unterstützte Werte notiert: 19,5 Grad in Aachen, 19,4 Grad in Roetgen, 19,0 Grad in Stolberg, 18,7 Grad auf dem Kermeter, 18,3 Grad in Kalterherberg, 18,2 Grad am Schulzentrum Monschau und 17,4 Grad in Höfen. Für das zweite Novemberdrittel (II. Dekade) waren dies die höchsten Werte seit min. 1937. Die bisherigen Rekorde in der Nordeifel vom 12.11.1995 wurden übertroffen (damals erreichte z.B. Simmerath-Strauch 18,3 Grad). In Aachen-Hörn wurde in diesem Jahr sogar der Rekord vom 16.11.1895 übertroffen (damals 18,5 Grad jetzt 19,5 Grad in der Aachener Innenstadt).

Die zweite Monatshälfte war dann zehn Grad kälter als die erste. Eisige Ostwinde brachten Fröste und erste Schneefälle. Am 18. und 19. November sanken die Nachtwerte auf -3 Grad bis -5 Grad, in Kalterherberg auch bis -8,0 Grad am Boden. Zehn Frostnächte wurden an den hochgelegenen Talstationen gemessen, in Aachen waren es nur vier Frostnächte.

Am 19. und 20. November gab es auch erste dünne Schneedecken von 1-2 Zentimeter in den Hochlagen rund um Monschau. Besondere Stürme gab es im November 2018 nicht. Nur örtlich wurden Böen bis Stärke 8 notiert, so z. B. am Windpark Schöneseiffen mit 63 km/h, 76 km/h in Stolberg und an der Deponie in Alsdorf-Warden 65 km/h.

Ausgesprochen trüb war der November in diesem Jahr nicht. Die Sonnenscheinsummen zählten sogar zu den vier höchsten seit 1951, hier einige zum Vergleich: Aachen-Hörn 123 Stunden, Windpark Schmidt 106, Schöneseiffen 103, Kalterherberg 95 und in Monschau unweit des Schulzentrums 81 Stunden. Die Abweichungen vom Mittelwert betrugen 120 bis 135 Prozent, noch mehr Novembersonne wurde zuletzt 1983 und 2011 gemessen.

Das wichtigste Thema des Monats aber war der fehlende Niederschlag. Im Vergleich zum langjährigen Mittel kam im Kreis Aachen nur 30-50 Prozent des Niederschlags vom Himmel. Folgende Summen teilten die Beobachter mit: Kalterherberg 55 l, Perlenbachtalsperre 50 l, Höfen 49 l, Schöneseiffen 45 l, Monschau 41 l, Mützenich und Roetgen 30 l, Rurberg 27 l, Kermeter 26 l, Alsdorf-Warden 22 l, Aachen-Hörn 20 l und in Stolberg nur 19 l/qm. Verbreitet gehörte dieser November im Raum Aachen und der Nordeifel zu den zehn trockensten seit 1891. Die trockensten November der letzten 150 Jahre waren bisher der November 2011 (Aachen 3l/qm und Kalterherberg 9 l) sowie 1953 (Aachen 5 l/qm und Kalterherberg 14 l).

(kjl)